Ex vergewaltigt, geschlagen und mit Kind eingesperrt: Prozess in Wien

Der 29-Jährige bekannte sich beim Prozess in Wien teilweise schuldig
Der 29-Jährige bekannte sich beim Prozess in Wien teilweise schuldig - © APA (Sujet)
Weil ein 29-jähriger Mann er seine Ex-Freundin vergewaltigt, geschlagen und schlussendlich mit ihrem Kind eingesperrt hatte, musste er sich am Montag vor dem Wiener Straflandesgericht verantworten.

Der junge Mann gab zu, dass die Aussprache am 3. März eskaliert war, er habe die Mutter seines Kindes jedoch nicht vergewaltigt, es soll zu freiwilligen Zärtlichkeiten gekommen sein.

Angeklagter konnte Trennung nicht akzeptieren

Die beiden waren über vier Jahre ein Paar, vor zweieinhalb Jahren kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Ende vergangenen Jahres kriselte es in der Beziehung, immer öfter kam es zu Streitereien, ehe sich die junge Frau Ende Februar “eine einwöchige Pause zum Nachdenken” erbat, da sie bereits einen neuen Mann an ihrer Seite hatte. Als diese Woche verstrichen war, besuchte der 29-Jährige mitten in der Nacht seine Ex in ihrer Wohnung, weil er sich laut Staatsanwaltschaft “mit der Trennung nicht abfinden” konnte. “Ich hatte eine irrsinnige Sehnsucht”, sagte der Angeklagte.

Als die junge Frau die Tür öffnete, soll der 29-Jährige sie laut Anklage in die Wohnung gedrängt und entkleidet haben. Auf der Couch sei es zu der Vergewaltigung gekommen, obwohl im Nebenzimmer die gemeinsame Tochter schlief. Im Anschluss zwang er die Frau, nackt auf der Couch sitzen zu bleiben und mit ihm ein “Gespräch über ihre Beziehung zu führen”. “Ich hab dann mit ihr zu diskutieren angefangen, warum sie die Beziehung aufs Spiel setzt. Wir haben doch eine gemeinsame Tochter”, erzählte der Beschuldigte Richterin Nina Steindl.

29-Jähriger soll Ex-Freundin verletzt haben

Wenn die Ex-Freundin aufstehen wollte, soll sie der Angeklagte immer wieder niedergedrückt haben. Dabei habe er der Frau auch dermaßen heftig mit der flachen Hand auf ihr Hinterteil geschlagen, dass Hämatome entstanden sind. Ihren Kopf schlug er auch einmal gegen die Wand.

Die Demütigungen zogen sich stundenlang hin. In der Früh rief der neue Freund der jungen Frau an, weil er sich Sorgen machte, da sie nicht zu einem Treffen erschienen war. Daraufhin nahm der 29-Jährige ihr das Handy weg und beschimpfte den Nebenbuhler per Telefon. Weil sich dieser sofort auf den Weg machte, schloss der 29-Jährige die Frau und das mittlerweile erwachte Kind in einem in die Wohnung integrierten Büroraum ein. Als der neue Freund in der Wohnung ankam, kam es zu einer Rauferei zwischen den Kontrahenten. Weil ihm der Nebenbuhler körperlich überlegen war, attackierte der 29-Jährige ihn mit einem Pfefferspray, der stets im Vorzimmer platziert war.

Beim Prozess in Wien: Unschuld beteuert

Der Angeklagte bekannte sich zu den Punkten Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsentziehung für schuldig. Die Vergewaltigung will er nicht begangen haben. Es sei zu freiwilligen Zärtlichkeiten gekommen, “dann hat sie langsam angefangen, sich zu wehren”. Da hätte er sofort aufgehört. Nach dem Vorfall sei es sogar zu einer Umarmung und einem “Versöhnungs-Selfie” gekommen, wie der 29-Jährige vor Gericht ausführte. “Warum schlagen Sie die Mutter ihres Kindes?”, fragte Richterin Steindl. “Da ist die ganze Beziehung in meinem Kopf abgelaufen.”

Die Öffentlichkeit wurde für die Dauer der Vorführung des Videos der kontradiktorischen Einvernahme des Opfers ausgeschlossen. Im Anschluss wurde die Verhandlung auf November zur Einvernahme des neuen Lebensgefährten vertagt. Dieser hatte aufgrund einer längeren Reise die Zeugenladung nicht erhalten.

(apa/red)

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