Europäischer Forschungsrat: Elf “Advanced Grants” nach Österreich

Gute Ausbeute der österreichischen Forschungsinstitutionen.
Gute Ausbeute der österreichischen Forschungsinstitutionen. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Österreichische Forschungseinrichtungen dürfen sich über elf der begehrten Förderungen freuen.

Elf “Advanced Grants” des Europäischen Forschungsrats (ERC) gehen in der aktuellen Antragsrunde an Wissenschafter von österreichischen Forschungseinrichtungen. Das gab der ERC am Mittwoch bekannt. Mit einer Förderung von jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro sollen anspruchsvolle und risikoreiche Projekte durchgeführt werden. Mit elf Förderpreisen wurde der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 2008 erreicht.

Die “Advanced Grants” stellen das “Flaggschiff-Programm” des ERC dar, mit dem die EU Grundlagenforschung fördert. In Summe wurden in der aktuellen Runde 277 Wissenschafter mit 647 Mio. Euro gefördert. Bei knapp 2.000 Anträgen lag die Erfolgsrate bei 14 Prozent. Die meisten Förderpreise gehen nach Großbritannien (69), Deutschland (43) und Frankreich (30).

Bereits 2008 gingen elf “Advanced Grants” nach Österreich. 2012 und 2015 waren es nur drei, sonst schwankte die Erfolgsrate zwischen sechs und acht Förderpreisen.

IST bekommt drei “Advanced Grants”

Mit drei “Advanced Grants” am erfolgreichsten war diesmal das Institute of Science and Technology (IST) Austria. Dort können sich die beiden Neurowissenschafter Peter Jonas und Ryuichi Shigemoto sowie der Physiker Robert Seiringer über die Förderung freuen.

Je zwei Förderpreise gehen an Forscher des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) mit Tim Clausen und Jan Michael Peters sowie die Medizinische Universität Wien mit Tibor Harkany und Maria Sibilia. Über je einen Preisträger können sich das IMBA-Institut für Molekulare Biotechnologie (Jürgen Knoblich), die Uni Wien (Christa Schleper), die Veterinärmedizinische Universität Wien (Veronika Sexl) und das CeMM-Forschungszentrum für Molekulare Medizin (Giulio Superti-Furga) freuen.

In der am Mittwoch veröffentlichten Statistik des ERC werden noch insgesamt 13 “Advanced Grants” für Österreich angeführt. Der Physiker Zvonimir Dogic von der Brandeis University (US-Bundesstaat Massachusetts) hat in seinem Antrag zwar das IST Austria als Gast-Institution angeführt, sich schließlich aber doch anders entschieden, erklärte man auf Anfrage der APA am IST. Und auch der Mitte März völlig überraschend 45-jährig in Wien verstorbene Informatiker Helmut Veith von der Technischen Universität (TU) Wien hätte einen Förderpreis erhalten.

FFG sieht bei Unis und Ländern Luft nach

Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG sieht auf nationaler Ebene bei so manchen Unis und Bundesländern “noch Luft nach oben”. Im Wettbewerb um die FFG-Fördermittel seien im Hochschulbereich vor allem die drei technischen Unis erfolgreich, bei den Bundesländern Wien, Steiermark und Oberösterreich “starke Player”. Bei den anderen “geht noch mehr”, hieß es am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz der FFG in Wien.

465 Mio. Euro (2014: 460 Mio. Euro) hat die FFG im vergangenen Jahr an Förderungen ausbezahlt, rund 2.800 Projekte mit einer Fördersumme von 473 Mio. Euro wurden neu bewilligt. 2014 lagen die Förderzusagen noch bei 620 Mio. Euro, darin war aber eine 104 Mio. Euro schwere Bewilligung für das Kompetenzzentren-Programm “Comet” enthalten.

Von den Förderzusagen in Höhe von 473 Mio. Euro gingen 326 Mio. Euro an Unternehmen, 71 Mio. Euro an Forschungseinrichtungen (davon 17 Mio. Euro für das Comet-Programm) und 63 Mio. Euro an Hochschulen. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den FFG-Förderungen lag bei 73 Prozent, von den rund 1.200 geförderten KMU waren 38 Prozent Erstantragsteller.

(APA, Red.)

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