Europa League: Red Bull Salzburg besiegt Gruppenfavorit Marseille

Salzburg-Stürmer Munas Dabbur sorgte gegen Olympique Marseille für die Entscheidung.
Salzburg-Stürmer Munas Dabbur sorgte gegen Olympique Marseille für die Entscheidung. - © AP Photo/Kerstin Joensson
Österreichs Serienmeister Red Bull Salzburg feiert am zweiten Spieltag der Europa League einen verdienten 1:0-Heimsieg gegen den französischen Spitzenklub Olympique Marseille.

Red Bull Salzburg ist nach der zweiten Runde neuer Leader der Europa-League-Gruppe I. Am Donnerstag feierten souveräne “Bullen” zu Hause ein verdientes 1:0 (0:0) über den französischen Großklub Olympique Marseille und setzten sich mit vier Punkten vor Konyaspor und “OM” (je 3) an die Spitze. Munas Dabbur krönte eine starke Salzburger Leistung in der 73. Minute mit seinem achten Saisontor.

Salzburg, das den namhaften Gegner mit viel Aggressivität und Laufbereitschaft in eine Nebenrolle drängte, darf nach dieser Vorstellung wohl auch mit dem Gruppensieg, jedenfalls mit dem Aufstieg liebäugeln. Einen wichtigen Schritt könnte man im nächsten Gruppenspiel am 19. Oktober auswärts bei Konyaspor (3 Punkte) tun, das mit dem 2:1 über Schlusslicht Vitória Guimarães (1) am Donnerstag den ersten Sieg feierte.

Dabei hatte Salzburg-Coach Marco Rose vor dem Spiel eine weitere Hiobsbotschaft aus der um schon sieben Spieler dezimierten Personalabteilung erhalten. Für Stürmer Fredrik Gulbrandsen rückte deswegen der am Donnerstag erstmals in ÖFB-Team einberufene Hannes Wolf in die Spitze, im Mittelfeld gab Xaver Schlager nach fast sechs Monaten sein Startelfcomeback. Die Bank war mit vier Feldspielern (Onguene, Meisl, Atanga, Farkas) nicht einmal gefüllt. “OM”-Coach Rudi Garcia hatte im Vergleich zum jüngsten Ligaspiel seiner Mannschaft sieben Veränderungen vorgenommen, der nicht voll fitte Dimitri Payet stand gar nicht im Kader.

Salzburg kontrolliert Marseille

Mit den arrivierten Gästen rund um Verteidiger Patrice Evra und Ex-Bayern-Kicker Luiz Gustavo kam die “Bullen”-Elf von Beginn an gut zurecht. Marseille mit seiner Offensiv-Armada verzeichnete im letzten Drittel kaum gute Aktionen geschweige denn Schüsse. Das frühe Attackieren der Salzburger unterband nicht nur viele potenzielle Angriffe der Franzosen, sondern führte auch zu mehr oder weniger gefährlichen eigenen Aktionen. Die Beste fand Dabbur nach fast einer halben Stunde vor, nachdem sich der unter Druck gesetzte Goalie Yohann Pele verdribbelt hatte. Doch Dabbur zögerte zu lange, seinen Schuss konnte Adil Rami noch knapp vor der Linie klären (29.). Davor hatte schon Paulo Miranda mit einem von Pele geklärten Kopfballaufsetzer erstmals für Gefahr gesorgt (20.).

Dabbur war es auch, der eine starke zweite Hälfte der Salzburger mit einem satten Flachschuss eröffnete, den Pele ins Aus lenkte. Den folgenden Eckball köpfelte Miranda neben das Tor (48., 49.). Es war der Beginn der ersten dominanten Phase der Hausherren, die vor allem über die Flanken viel Druck ausübten – etwas, das vor der Pause noch nicht geklappt hatte. Auch von einem knapp neben das Tor gesetzten Freistoß von Florian Thauvin (59.) ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen.

Munas Dabbur schießt Salzburg zum Sieg

Ganz im Gegenteil. Was folgte, war ein abgefälschter Schlager-Schuss über das Tor (54.) und schließlich das entscheidende Tor. Im dritten Anlauf ließ sich Dabbur nicht mehr bitten, schloss eine schöne Kombination über Berisha und den von rechts perfekt hereingebenden Stefan Lainer aus wenigen Metern ab.

Zwar brachte Garcia im Finish mit Kostas Mitroglou und Clinton N’Jie frische Offensivkräfte, von einer Schlussoffensive war Marseilles war aber wenig zu sehen – nicht zuletzt, weil Valon Berisha und Co. bis zum Ende höchsten Einsatz an den Tag legten. Einzig Bouna Sarr hatte kurz vor dem Ende von der Strafraumgrenze noch eine durchaus gute Chance auf den Ausgleich, traf aber das Tor nicht (88.).

(APA, Red.)

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