Euro-Krise: Merkel stimmte sich mit Hollande ab

Die deutsche Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande haben sich in einem Telefonat über die richtungsweisende Parlamentswahl in Griechenland und die Euro-Schuldenkrise ausgetauscht. Das Büro des Sozialisten nannte das Gespräch am Samstag konstruktiv und fruchtbar.


Merkel und Hollande hätten sich zudem vor dem G20-Gipfel in Mexiko in der kommenden Woche und dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Ende Juni abgestimmt. Hollande vertritt in einer ganzen Reihe von Fragen rund um den Euro andere Ansichten als die Konservative Merkel.

So drängte er zuletzt wiederholt darauf, im Kampf gegen die Schuldenkrise auch Instrumente wie einen gemeinsamen Schuldentilgungsfonds oder Euro-Bonds einzusetzen. Für Aufsehen sorgte zudem ein Besuch der drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten bei Hollande in Paris. Wegen der offensichtlichen Differenzen war Frankreich zuletzt dem Eindruck entgegengetreten, im Ringen um die richtige Strategie zur Bekämpfung der Krise eine Allianz gegen Merkel zu schmieden.

Der italienische Ministerpräsident Monti ging unterdessen in Sachen Krisenmanagement in der Euro-Zone auf Konfrontationskurs mit Merkel. Wenn sich ein Land mit hoher Staatsverschuldung für eine europäische Wachstumspolitik einsetze, bedeute das nicht notwendigerweise, dass es “nach Deutschlands Geld trachtet”. Monti betonte, Italien werde seine Krise aus eigener Kraft bewältigen: “Wenn es Italien schafft, dann nicht, weil Angela Merkel es sagt.”

Erneut setzte sich der italienische Regierungschef für eine stärkere Wachstumspolitik der EU ein. Sollte es gelingen, in den kommenden “entscheidenden zwei Wochen” konkrete Entscheidungen für mehr Wachstumsanreize zu treffen, werde dies auch auf “psychologischer Ebene” viel ändern. Der italienische Regierungschef empfängt am Freitag Merkel, den französischen Präsidenten Hollande und den spanischen Regierungschef Rajoy zu Beratungen in Rom. Merkel steht in ihrem Beharren auf Haushaltskonsolidierung zunehmend isoliert da.

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