Escobar: Paradise Lost – Trailer und Kritik zum Film

Escobar: Paradise Lost – Trailer und Kritik zum Film
Pablo Escobar gebührt in der blutigen Geschichte des Rauschgifthandels eine Hauptrolle. Der Kolumbianer (1949-1993) gilt als Erfinder des industrialisierten Drogenschmuggels und als einer der brutalsten des Gewerbes aller Zeiten.

Seine Gefährlichkeit liegt denn auch wie ein lähmender Schatten über der Liebesgeschichte im Zentrum des Spielfilms “Escobar – Paradise Lost”. Ab Freitag im Kino.

Escobar: Paradise Lost – Die Geschichte

Die Erzählung beginnt 1986. Das Geschäft mit den Drogen bringt Pablo Escobar (Benicio Del Toro) täglich mehr als eineinhalb Millionen US-Dollar ein. Er führt sein Imperium mit gnadenloser Härte. Die ganze Familie ist ihm Untertan. Läuft alles nach Plan, ist Pablo aber überaus charmant und liebenswürdig. Generös gewährt er etwa seiner Nichte Maria die Ehe mit dem Kanadier Nick. Doch das junge Paar bekommt bald eine böse Ahnung von der zerstörerischen Kraft des Verbrechens.

Der in seiner Heimat Italien vor allem durch das Fernsehen und international durch die kleine Rolle eines Priesters in “Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger” bekannte Schauspieler Andrea Di Stefano gibt mit “Escobar – Paradise Lost” sein Debüt als Autor und Regisseur. Dabei verblüfft er damit, wie raffiniert und effektvoll er Dramatik, Action, Romantik und Sozialkritik miteinander verbindet.

Tatsachen aus dem Leben des berüchtigten Drogenhändlers Pablo Escobar kurbeln die Story kräftig an. Wirklich nervenzerrend wird es, wenn Nick in dessen Auftrag einen Mord begehen soll. Der junge Mann, dem nichts als seine Frau und die Lust am Surfen wichtig sind, hat noch nie wen umgebracht. Er muss sich also für oder wider das Verbrechen entscheiden. Was für große Spannung sorgt, ist doch lange nicht klar, welchen Weg Nick einschlägt.

Escobar: Paradise Lost – Die Kritik

Oscar-Preisträger Benicio Del Toro (“Traffic – Die Macht des Kartells”, “21 Gramm”) verleiht dem Film mit seiner Präsenz, selbst dann, wenn er nicht auftritt, durchgehend eine Atmosphäre des Grauens. Denn er zeigt den Drogenbaron zugleich als überaus freundlichen Familienmenschen und als mordendes Monster. Selbst in den friedlichsten Momenten der Erzählung lauert deshalb immer ein Hauch von Tod und Verderben.

Besonders originell ist, wie die knallharte Kriminalgeschichte über die Lovestory von Maria und Nick auch als Romanze überzeugt. Bei der Spanierin Claudia Traisac und dem US-Amerikaner Josh Hutcherson (“Die Tribute von Panem”) stimmt nicht allein die Chemie. Beiden gelingt es zudem, den von ihnen verkörperten Figuren eine Lebensfreude zu schenken, sodass sie durchweg glaubwürdig anmuten. Man wundert sich nicht, wenn man hört, dass die Zwei seit den Dreharbeiten auch privat ein Paar sind.

Im Finale verweist der Film mit packender Intensität darauf, dass Moral keine feste Größe ist. Sie hat in jedem Milieu und auf jeder gesellschaftlichen Ebene eine andere Bedeutung. Da wird der Thriller zur kritischen Sozialstudie und weist deutlich auf Schwachstellen der westlichen Demokratien. Man versteht plötzlich, wieso ein Mörder wie Pablo Escobar in Kolumbien noch heute von Tausenden als Held verehrt wird: Er hat einfach nur nach dem Grundgesetz des Kapitalismus’ gelebt – friss oder stirb.

(APA)

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