ESC-Public Viewing: Halbleeres Fan Cafe, gut besuchter Rathausplatz

Beim Public Viewing am Rathausplatz
Beim Public Viewing am Rathausplatz - © APA
Riesiger Jubel und großer Andrang herrschte beim ersten ESC-Public Viewing am Wiener Rathausplatz: Tausende Fans verfolgten das erste Semifinale am Dienstagabend auf der großen Videowall im Eurovision Village.

Besonders viel Applaus ernteten an diesem Abend Serbien, Russland und Albanien – und natürlich die “Queen of Austria” Conchita. Und das trotz des noch vor dem Voting einsetzenden starken Regens.

Fans kamen wegen der Atmosphäre

Dichtes Gedrängel und gemeinsames Fiebern und Fahneschwenken ist es auch, was den ESC für viele Fans ausmacht. “Wir sind wegen der Atmosphäre hier – das ist Eurovision”, erklärten zwei Fans im APA-Interview, die bereits den Bewerb in Malmö und Kopenhagen vor Ort verfolgt hatten. Daumen gedrückt wurden heute vor allem für Armenien, Georgien oder Albanien – zumindest wenn man die Dichte und Größe der vorhandenen Fahnen bewertete. Gekreischt wurde aber auch für Belgien oder die Favoriten aus Estland. Die Fans hatten auch meist den richtigen Riecher – praktisch alle Publikumslieblinge schafften den Einzug ins Finale.

Conchita Wurst eröffnete Show

Eröffnet wurde die Show von Conchita Wurst, die mit frenetischem Applaus begrüßt wurde. “Zwar drücke ich heute die Daumen für Polina”, meinte eine russische Austauschstudentin aus Moskau. Die russische Kandidatin habe zwar vielleicht sogar gute Chancen auf den Sieg, in Wirklichkeit sei sie aber hier, “weil ich mich letztes Jahr in Conchita verliebt habe. Ich freue mich am meisten auf ihren Auftritt, sie ist einfach die ‘Queen of Austria’.” Tatsächlich heimste der Auftritt Conchitas einen der lautesten Applause des Abends ein. Aber auch Polina Gagarina aus Russland wurde mit jeder Menge Jubel bedacht. Der Lautstärke nach zu schließen hatte auch Mazedonien einige Fans am Platz. Am Ende reichte es jedoch nicht für den Finaleinzug.

Besucher am Rathausplatz

Ein Grüppchen Portugiesen war auf den Rathausplatz gepilgert, um die Konkurrenz auszuloten: “Portugal tritt ja erst im zweiten Semifinale an, da sind wir dann in der Stadthalle.” Public Viewing sei jedenfalls die lustigste Art, den ESC zu begehen, befanden sie. “Auch wenn ich Zuhause schaue, mache ich das zum Event und lade Freunde ein.” Im Village sorgten zusätzlich Nebelmaschinen für die passende Stimmung.

Heuer sei es allerdings schwer einzuschätzen, wer es ins Finale schaffen und dann schließlich den Sieg erringen werde, so die portugiesischen Experten: “Wir haben heuer wirklich viele gute Songs.” Es mache in der Gruppe einfach mehr Spaß zu schauen, befand ein britischer Fan. Er habe jedoch einen deutlichen Vorteil – zittern musste er heute nicht, denn als “Big-Five-Land” ist Großbritannien fix im Finale.

Public Viewing im Eurovision Village

Auch so manche Österreicher fanden ihren Weg ins Eurovision Village, so etwa eine ESC-Anhängerin aus Süßenbrunn. “Das ist meine erste und wahrscheinlich einzige Chance, den Song Contest so mitzuerleben. Deshalb bin ich jeden Abend hier”, erzählte sie. Besonders viele Fans vor Ort hatte auch Albanien und Serbiens Bojana Stamenov. Es wurde genauso mitgesungen wie bei Anti Social Media aus Dänemark – die zwar hier, aber wohl nicht in ganz Europa genügend Fans versammelt hatten.

Im letzten Viertel der Kandidaten machte allerdings das Wetter dem Outdoor-Vergnügen einen Strich durch die Rechnung. Das Gewitter und der starke Regen trübten die Stimmung aber kaum – viele Fans waren ohnehin mit Regenschirmen ausgerüstet auf den Rathausplatz gekommen. Und der Platzregen verzog sich noch vor Beginn der Ergebnisverkündung großteils wieder.

Viel Platz bei erstem Public Viewing im Fan Cafe

Das Euro Fan Cafe – eingerichtet in einem Veranstaltungszentrum im dritten Wiener Gemeindebezirk – ist die Anlaufstelle für die “eingefleischten Fans” des Song Contests, wie betont wird. Das hat sich am Abend des ersten Semifinales indirekt bestätigt. Denn da die wahren Enthusiasten wohl Karten für die Show in der Stadthalle haben, war das Public Viewing im Fan Cafe nur spärlich besucht.

Eine Handvoll ziemlich orange ausstaffierter Niederländer, eine Grüppchen serbischer Schlachtenbummler und eine griechische Supporterin samt Landesflagge verströmten nicht gerade Stadionatmosphäre, aber doch freundliche Begeisterung. Der Rest der Besucher hatte auf Fan-Adjustierung verzichtet.

Wenig Zeit zum Feiern

Wobei die Veranstalter durchaus damit rechneten, dass der Zuspruch zur Location noch größer wird – nämlich nach dem Ende des ersten Semifinales. Das Problem dabei: Besucher, die sich von der Stadthalle auf den Weg in den dritten Bezirk machen, sollten sich sputen. Denn das Fan Cafe muss um 2.00 Uhr schließen, viel Zeit zum Feiern bleibt somit nicht.

Unterhalten werden die Gäste noch mit einigen Live-Acts: So wird etwa Anne Marie David, die französische Sängerin, die 1973 für Luxemburg den Bewerb gewonnen hat (mit “Tu Te Reconnaitras”) die Bühne entern. Angekündigt sind auch Auftritte von Jan Johansen, den Schweden 1995 entsandt hat, und Robinson – der Österreich 1976 gemeinsam mit seinem Partner Waterloo vertreten hat.

Public Viewing auf einen Blick

(apa/red)

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