Erzdiözese Wien ruft zum Kirchenaustritt auf

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Erzdiözese Wien ruft zum Kirchenaustritt auf
© Gebrüder Moped
Gastkommentar der Gebrüder Moped: Die Erzdiözese Wien verhandelt laut Medienberichten mit dem Kirchenkritiker und Nationalratspastafari Niko Alm über die Domain kirchenaustritt.at. Deren Besitzer gibt selbige ab und die Kirche nützt die Chance, die Website künftig selbst zu betreiben. Auf den ersten Blick ein denkbar seltsames Vorhaben. Auf den zweiten nicht. 

Papst pfeift auf Medien

Kürzlich ließ Papst Franziskus aufhorchen, indem er kundtat, seit Jahrzehnten nicht mehr ferngesehen zu haben. Er meide generell den Medienkonsum. Das Kirchenoberhaupt verzichtet auf Television, liest keine Zeitung und freut sich, dass Papst Johannes Paul II bester Gesundheit ist. Ein durchaus lässiges Signal des obersten Hirten: So lange Kurt Cobain lebt, brauche ich keinen Fernseher.

Pfeif aufs Internet

Weiters verkündete Franziskus, dass er komplett und auf sämtliche Informationen aus dem Internet pfeife. Dies zeigt uns nicht nur, dass es wahrlich kein World Wide Web braucht, um sich jugendnahe Ausdrucksweisen wie “pfeif drauf” anzueignen, sondern der Vintage-Missionar bringt damit auch mächtig Schwung in die einzelnen Diözesen. Denn diese zweifeln am kolportierten Web-Boykott und wollen ihren Boss nun auf die Probe stellen. Ob Franziskus bemerkt, dass seine Wiener Jünger eine Website zum gepflegten Kirchenaustritt betreiben?

Modern ohne Modem

Für die Messages des Vatikans braucht es wahrlich keine elektronische Vernetzung. Erst vor wenigen Wochen trat der Papst für gleiches Gehalt von Frauen ein. Respekt! Sollen Frauen denn wirklich gleich viel verdienen wie Männer, wenn sie Papst, Schöpfer oder pädophil werden? Bitte fair bleiben: Frauen können in der römisch-katholischen Kirche sehr wohl Karriere machen: als Putzfrau, als Hexe oder als Mann. Und der Papst erkennt in seinem Ansinnen durchaus einen globalen Trend: Gleiches Gehalt für Frauen. Klar soll jede Billa-Kassierin das gleiche verdienen.

Wiener Kirche in Bewegung

Jedenfalls stellt der Plan der heimischen Katholiken, künftig selbst den Kirchenaustritt schmackhaft zu machen, einen progressiven Schachzug dar. Damit im Gegensatz zu den frustrierten SPÖ-Mitgliedern wenigstens die frustrierten Mitglieder der Kirche aktiv werden. Die Diözese erkennt: Für viele ist der Austritt mittlerweile die einzige Form der aktiven Mitgestaltung. Und vorm Zusperren müssen sich die Katholiken wirklich nicht fürchten. Denn zumindest ein Mitglied bleibt der Glaubensgemeinschaft erhalten: der Papst. Er wird nie von kirchenaustritt.at erfahren. Ohne Internet.

 

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