Erster Ogris-Sieg für die Veilchen: Austria arbeitet sich ins Cup-Halbfinale

Austria ackerte sich mit erstem Ogris-Sieg in Cup-Halbfinale
Austria ackerte sich mit erstem Ogris-Sieg in Cup-Halbfinale - © APA/KRUGFOTO
Mit einem Arbeitssieg hat sich die Austria ins Halbfinale des ÖFB-Cups vorgearbeitet. In einer spielerisch mauen Partie auf holprigem Terrain holten die Violetten mit einem 2:0 bei Zweitligist Kapfenberg am Dienstagabend das herbeigesehnte erste Erfolgserlebnis unter Trainer Andreas Ogris.

Erzrivale Rapid blieb im Viertelfinale hingegen auf der Strecke. Beim Wolfsberger AC setzte es für die Grünweißen eine 1:2-Niederlage. Die Lavanttaler schafften damit erstmals im Cup den Sprung in die Runde der letzten vier. Als dritter Halbfinalist steht Grödig dank eines 2:1-Heimsiegs gegen den Floridsdorfer AC fest. Auch für die Salzburger ist es im Pokalbewerb eine Premiere. Die Auslosung für das Semifinale (28./29. April) erfolgt am Sonntag.

“Phasenweise guten Fußball”

Auch wenn Ogris “phasenweise guten Fußball” gesehen haben wollte – berauschend war es nicht, was die Austria in der Obersteiermark bot. Dank früher Führung von David de Paula (2.) kam der Rekordcupsieger (27 Titel) nicht in Verlegenheit, das Spiel bestimmen zu müssen. Kapfenberg drückte in der zweiten Spielhälfte sogar auf den Ausgleich, ehe Marko Kvasina nach einem Konter das für die Wiener erlösende 2:0 (76.) gelang.

Ogris freute sich darüber sichtlich und ballte an der Outlinie mehrmals die Faust. “Dieser Erfolg ist für uns alle eine große Erleichterung, die Mannschaft hat sich das verdient, sie hat hart dafür gearbeitet”, meinte der 50-Jährige nach seinen zweiten Spiel als Coach der Profis. Sportdirektor Franz Wohlfahrt war ob des Gesehenen ebenfalls erleichtert. Die Chance auf ein Antreten in der kommenden Europa League lebt weiter.

“Im Pokal zählt nur das Weiterkommen, das haben wir geschafft. Fußballerisch ist wenig gegangen, ein Grund dafür war aber auch der schlechte Boden”, sagte Wohlfahrt. Bei den Steirern haderte man indes mit dem schnellen Gegentreffer. “Das hat uns nicht in die Karten gespielt. Trotzdem haben wir 90 Minuten gekämpft, wenn uns das 1:1 gelingt, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen”, betonte Ex-Austrianer Andreas Lasnik.

Austria benötigt Leistungssteigerung

Für die Austria wird am Samstag im Aufeinandertreffen zweier Cup-Halbfinalisten in Grödig jedoch eine Leistungssteigerung nötig sein. Es droht aber der Ausfall von Stammtorhüter Heinz Lindner. Der ÖFB-Internationale musste mit einer Muskelblessur am Hüftbeuger nach 57 Minuten vom Spielfeld und wurde durch den 19-jährigen Osman Hadzikic ersetzt. Der Nachwuchs-Teamkeeper war damit erstmals in einem Pflichtspiel für die Profis im Einsatz. Während bei Lindner Hoffnung auf eine rasche Genesung besteht, wird Philipp Zulechner voraussichtlich länger ausfallen.

Der kurz vor der Pause ausgewechselte Angreifer erlitt offenbar einen Muskelfaserriss. Austrias Sturm besteht damit derzeit aus Kvasina (18) und dem erst seit kurzem bei den Profis trainierenden Alexander Frank (21). Zumindest besteht die Hoffnung, dass Alexander Gorgon nach seiner Bänderverletzung bald in den Kader zurückkehrt.

Der WAC revanchierte sich in der heimischen Lavanttal-Arena erfolgreich für das 1:4 in Wien drei Tage davor. Die Kärntner machten sich danach bereits Hoffnung auf ein Endspiel vor der Haustür. “Im Halbfinale werden wir alles gegeben, denn ein Finale in Klagenfurt wäre für den Club eine tolle Geschichte”, meinte Trainer Dietmar Kühbauer.

Auch bei Rapid schlechte Platzverhältnisse

Ein Doppelschlag durch Manuel Kerhe (25.) und Christopher Wernitznig (28.) brachte Rapid um die Chance auf den Gewinn der ersten Cup-Trophäe seit 20 Jahren. Der Anschlusstreffer durch Philipp Schobesberger (95.) kam viel zu spät. Vor allem für Wernitznig war es eine Genugtuung. Der Kärntner hatte die Niederlage am Karsamstag durch einen kapitalen Abwehrschnitzer eingeleitet. “Schön dass ich der Mannschaft wieder was zurückgeben konnte”, meinte der Flügelspieler.

Rapid haderte ähnlich wie die Austria über die schlechten Platzverhältnisse. “Der Boden war sehr stumpf, da kann man nicht gut rausspielen. Auch der Wind war ein Problem”, betonte Trainer Zoran Barisic, der in den ersten 45 Minuten nur einen gefährlichen Angriff seines Teams gesehen hatte. Dazu kam schlechtes Abwehrverhalten bei beiden Gegentreffern. “Wir wissen, dass der WAC eigentlich nur Konter spielen kann, das hätten wir unterbinden müssen”, war Verteidiger Mario Sonnleitner verärgert.

Erst nach Seitenwechsel kam Rapid mit dem Wind im Rücken ins Spiel. Die schwarze Serie in Wolfsberg blieb mit nur zwei Remis in sechs Spielen dennoch bestehen. Viel Zeit, darüber nachzudenken, bleibt den Rapidlern nicht. Am Sonntag steht in der Liga der Schlager zwischen dem Tabellenzweiten und Spitzenreiter Salzburg auf dem Programm.

(APA)

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