Eröffnung der Wiener Festwochen: Schwarze Bälle und ein Karussell

Die Wiener Festwochen eröffnen am Freitag, den 13. Mai.
Die Wiener Festwochen eröffnen am Freitag, den 13. Mai. - © APA (Sujet)
Am Freitag eröffnen wieder die Wiener Festwochen. Bis zum 19. Juni können Besucher dann in schwarze Bälle “eintauchen”, Kunst aus Israel bestaunen oder das Performance-Karussell drehen.

Die Wiener Festwochen werden am Freitag, den 13. Mai, eröffnet. Tags darauf geht es auch im Festwochen-Zentrum im Künstlerhaus so richtig los: Dort kann man am Samstag philosophische Tauchgänge unternehmen, die Geschwindigkeit einer Performance mit Körperkraft steuern und Wassermelonen und Oliven auf Video betrachten

Wiener Festwochen im Museumsquartier und im Künstlerhaus

Im Museumsquartier lockt “künstlerisch-skurriles, musikalisch-theatrales Freak-Kabarett”. Den Beginn im Festwochen-Zentrum macht ab 16.00 Uhr die belgisch-französische Künstler- und Performance-Gruppe “France Distraction”, die die Festwochen-Gäste zum Badeaufenthalt in “Les thermes” einlädt. Eintauchen soll man dabei jedoch nicht ins warme Wasser, sondern “tief in die Gedankenwelt der Philosophie” – in einem geräumigen Becken, das mit über 25.000 schwarzen Bällen gefüllt ist, von denen jeder mit einer “Stoikerweisheit” bedruckt ist.

Das Ziel: Einen Kontrapunkt zum schnellen Festwochen-Rhythmus zu setzen, “um mit Gelassenheit und Seelenruhe nach Weisheit streben zu können”. Geöffnet hat das “Spa für Körper und Geist” während der gesamten Festwochen-Zeit zwischen 10.00 und 21.00 Uhr, am Eröffnungsabend bis 02.00 Uhr früh.

Infos zum Programm bei den Wiener Festwochen

Nach der Entspannung folgt die körperliche Ertüchtigung: Um 17.00 Uhr startet “Fyodor’s Performance Carousel”: Fünf Stunden pro Tag besetzen dabei neun Performance-Künstler unter der Regie des russischstämmigen brasilianischen Künstlers Fyodor Pavlov-Andreevich bis zum 22. Mai eine raumfüllende Drehscheibe, auf der wie Tortenstücke angeordnete Segmente aufgebaut sind.

“So hat jeder der Künstler einen eigenen, winzigen Raum, bestens abgeschirmt von den anderen. Keiner der Akteure weiß, was der andere zeigen wird”, heißt es dazu im Programm. Die sieben Solostücke und ein Duo widmen sich alle demselben Thema: Schwangerschaft. Das beinhaltet jedoch nicht (nur) die Fortpflanzung, sondern ganz allgemein Situationen, in denen man auch mal mit einer Idee “schwanger gegangen” ist. Angetrieben wird das Performance-Karussell von Freiwilligen aus dem Publikum, die die Drehscheibe mit ihrer Körperkraft in Bewegung setzen.

Israelische Kunst im Festwochen-Zentrum

Um 19.00 Uhr kann das Publikum nach so viel aktiver Teilnahme im Festwochen-Zentrum dann bei der Eröffnung der Personale der israelischen Künstlerin Sigalit Landau durchatmen: In “Sorrow Grove” zeigt sie ihre Videoarbeiten, die sie selbst in Szene setzen wird. Über ihre Arbeiten heißt es im Programm: “In Sigalit Landaus Videoarbeiten gibt es fast keine Worte. Die Sprache, die gesprochen wird, ist nicht verbal, sie ist bildlich. Und obwohl sie sich sehr lokaler Materialien ihrer Heimat wie Wassermelonen, Oliven, Salz oder auch des Wassers des Mittelmeers bedient, kann sie leicht in eine universelle Sprache übersetzt werden, denn genau diese Bildsprache enthüllt tiefste Ängste und Hoffnungen, vermag durch die Schönheit eindrucksvoller Bilder sensibelste Bereiche der menschlichen Seele zu berühren.”

Den Abschluss macht an diesem Abend ab 23.00 Uhr ein Künstlerfest.

Ukrainische Musik im Museumsquartier

Wer einen Tapetenwechsel vorzieht, kann um 20.30 Uhr ins Museumsquartier wandern, wo die ukrainische Frauenband namens Dakh Daughters Band mit “Roses” in der Halle G die Bühne entert: Angekündigt ist der Abend als “künstlerisch-skurriles, musikalisch-theatrales Freak-Kabarett”.

Thema ihrer Songs, die sie bereits bei einem Auftritt auf dem umkämpften Maidan-Platz in Kiew performt haben, sind das “verborgene kulturelle Gedächtnis” und die “vielschichtige ukrainische Identität”. Man darf gespannt sein auf die “heidnische Leidenschaft”, in der Ruslana Chasipowa, Natalka Halanewych, Tetjana Hawryljuk, Solomia Melnyk, Anna Nikitina und Zo als “moderne Frauen und Nikolai Gogols Hexen zugleich” eine neue politische Realität prophezeien.

(APA/Red)

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