Eröffnung der Comic Con in San Diego: Kreative Kostüme und zahlreiche Stars

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Am Donnerstag wurde die Comic Con in San Diego eröffnet.
Am Donnerstag wurde die Comic Con in San Diego eröffnet. - © EPA
Am Donnerstag wurde die Fachmesse Comic-Con in San Diego eröffnet. Unter den zahlreichen Stars und Sternchen, die bei Pressekonferenzen Rede und Antwort stehen, werden bis 12. Juli mehr als 130.000 Besucher erwartet.

Kinofilme, die auf Comic-Superhelden basieren, haben in den vergangenen zehn Jahren in den USA mehr als 5,2 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) eingespielt. Drei der zehn Filme mit den höchsten Einspielzahlen aller Zeiten haben einmal als Comic angefangen: “Marvel’s The Avengers” (2012), “Avengers: Age of Ultron” (2015) und “Iron Man 3” (2013).

Das sei eine bemerkenswerte Wende für ein Medium, das noch vor kurzem in der Popkultur gar nicht aufgetaucht sei, sagte der Herausgeber der Fachzeitschrift “Comics Journal”, Gary Groth, der Deutschen Presse-Agentur. “Allein der Gedanke, dass Comics Massenunterhaltung sein oder gar ernst genommen werden könnten, wurde als lächerlich angesehen.”

Comics und Hollywood

Comic-Hefte entstanden in den 1930er Jahren in den USA. Künstler und Autoren bauten auf den Publikumserfolg der Zeitungscomicstreifen, um Geschichten über Liebe, Verbrechen und Superhelden zu erzählen. Solche Hefte zu lesen, war kein Nischeninteresse – “viele Leute machten es”, sagt der Pop-Kulturhistoriker Alan Kistler. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg sei es für Erwachsene verpönt gewesen. Comics galten laut Kistler als “soziales Übel”.

Erst in den 70er-Jahren begannen sich die Comic-Zeichner und Autoren durchzusetzen. Sie modernisierten Klassiker wie “Superman” und “Wonder Woman”, um sich mit sozialen Fragen auseinanderzusetzen. So schufen sie die lebendige Gegenkultur von heute.

Aber Comic-Hefte bleiben ein Nischenmarkt. Ein Comic-Bestseller kann heute in einer Auflage von 100.000 Exemplaren erscheinen, von einem weniger bekannten Heft werden gerade einmal 5.000 Stück gedruckt. Im Vergleich dazu spielte der Film “Avengers: Age of Ultron” an seinem Premieren-Wochenende im Mai in Nordamerika rund 190 Millionen Dollar ein.

Die Erfolge der Comic Helden

Das Interesse Hollywoods an den Superhelden ist nicht neu. Seit den 70er-Jahren produzieren US-Filmemacher jedes Jahr eine Handvoll Streifen, die auf Comic-Helden basieren. Aber Großerfolge wie “Superman” (1978) mit Christopher Reeve oder “Batman” (1989) mit Michael Keaton waren eher die Ausnahme als die Regel.

Das habe sich 2000 mit “X-Men” geändert, sagt Kistler. Der Science-Fictionfilm, der auf den Comic-Heften des Marvel-Verlags basiert, traf einen Nerv. Er nahm sich sozialer Fragen wie Rassismus an und entwickelte mit kreativem Casting und Spezialeffekten einen Superhelden, der mehr war als “ein Typ in einem Kostüm”.

Der Riesenerfolg des Films, der weltweit 157 Millionen Dollar einspielte, habe Superheldenfilmen neues Leben eingehaucht, sagt Kistler. Im vergangenen Jahr hatHollywood mindestens 18 Filme herausgebracht, die auf Comics basieren. Das Genre ist so allgegenwärtig, dass es schon schwarzhumorige Satiren wie “Birdman” gibt – mit dem ehemaligen Batman-Darsteller Keaton in der Hauptrolle. Der Film gewann heuer vier Oscars, einen davon für den besten Film.

Die Hollywood-Adaptionen von Comics “mögen eine schleichende Verdummung der amerikanischen Öffentlichkeit widerspiegeln”, meint Groth. Das Wachsen der Comic-Kultur sei dennoch eine gute Sache, findet Kistler. “Es ist ein Wirtschaftszweig, und sie wollen Geld verdienen.”

(APA)

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