Erneut “Identitären”-Protest in Wien: Transparent am Burgtheater gehisst

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Die "Identitären" hissten ein Plakat am Wiener Burgtheater
Die "Identitären" hissten ein Plakat am Wiener Burgtheater - © APA (Sujet)
Am Mittwochabend hat die rechtsextreme “Identitäre Bewegung” wieder gegen eine Aufführung der “Schutzbefohlenen” von Elfriede Jelinek protestiert. Diesmal enthüllten sie am Dach des Burgtheaters ein Transparent mit der Aufschrift “Heuchler” und warfen Flugblätter ab.

Laut Burgtheater-Sprecherin handelte es sich um fünf Personen. Ins Theater gelangten sie nicht. Die Vorstellung selbst verlief ungestört.

“Identitäre” Störaktion am Burgtheater: Zwei Anzeigen

Den Ehrenschutz über die Aufführung hatte laut Burgtheater Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) übernommen. Von den “Identitären” wurde sie auf deren Homepage dafür angegriffen, weil “illegale Einwanderer von Politikern wie Doris Bures hofiert werden”. Als Aufhänger für die Aktion benutzten die Rechtsextremen, die seit langem gegen einen “Bevölkerungsaustausch” kämpfen, die zuletzt bekannt gewordene brutale Vergewaltigung einer jungen Frau durch drei Asylwerber am Wiener Praterstern.

Die Polizei war laut Burg-Sprecherin rasch zur Stelle. Zwei Personen seien angezeigt worden, hieß es in der Polizei-Pressestelle – wegen Ordnungsstörung, einem Verwaltungsdelikt. Nach Angaben der Polizei habe es sich um ein Brüderpaar gehandelt, das kurz nach 19:30 Uhr mittels Leiter auf das Burgtheater-Dach geklettert war. Als die Polizei wenig später eintraf, seien beide Aktivisten selbstständig nach unten geklettert. Die Brüder im Alter von 25 und 27 Jahren seien angezeigt worden.

“Identitäre” twittern – Burgtheater reagiert

Die Reaktion des Hauses am Wiener Ring ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten – auf Facebook verurteilte man das Vorgehen der “Identitären”.

Bühnensturm im Audimax Wien

Vor rund zwei Wochen hatten “Identitäre” das Audimax der Uni Wien gestürmt, als dort das Stück von Elfriede Jelinek aufgeführt wurde. Auch dort wurde per Transparent über “Heuchler” geschimpft, es kam zu tumultartigen Szenen, als Besucher versuchten, die Eindringlinge von der Bühne zu drängen. Die Polizei stellte ihre Ermittlungen wegen Störung einer Versammlung in der Folge ein, ermittelte aber noch wegen Körperverletzung gegen Unbekannt.

“Keine Akzeptanz” beim Kulturminister

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) hat am Mittwoch scharf auf die jüngste Aktion der “Identitären Bewegung” reagiert. Er sprach von einer “Provokation einer rechtsradikalen Gruppe” und betonte per Aussendung: “Es kann und darf kein Verständnis und keine Akzeptanz für diese Aktionen geben.” Er wünscht sich einen “Schulterschluss” aller Parteien gegen “Verhetzer und Spalter der Gesellschaft”.

“Was mit der Besetzung von Theaterbühnen beginnt, endet allzu oft in Gewalt gegen jene, denen unser Schutz zu gewähren ist”, sagte Ostermayer und forderte “ein klares Bekenntnis und deutliche Worte aller österreichischen Parteien” zu einem demokratischen Diskurs. Denn Aktionen jene der Identitären seien Angriffe auf die Freiheit der Kunst und damit undemokratisch. “Wer jetzt nicht aufsteht und sich gegen diese Vorfälle ausspricht, wer nicht klar macht, dass es dafür in Österreich kein Verständnis gibt, der macht sich schuldig”, trat Ostermayer für einen “Schulterschluss der anständigen, demokratischen und humanistischen Kräfte unseres Landes gegen die Verhetzer und Spalter der Gesellschaft” ein.

>>Audimax-Bühnensturm durch Identitäre: Ermittlungen gegen Unbekannt

(apa/red)

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