Erbstreit um Sparbücher, Münzsammlung und Schmuck: Prozess abermals vertagt

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Der Prozess wurde erneut vertagt
Der Prozess wurde erneut vertagt - © Vienna.at / David Mayr
Im Prozess rund um den Erbstreit zwischen einer 61-Jährigen und den Söhnen eines im März verstorbenen Mannes kam es am Dienstag am Landesgericht in Wien erneut zu einer Vertagung.

Die Schriftstellerin soll zuletzt die Lebensgefährtin des Verstorbenen gewesen sein, was dessen Söhne anzweifeln. In dem Verfahren geht es um Sparbücher, Schmuck und eine Münzsammlung.

Streit ums Erbe: Prozess in Wien abermals vertagt

Die Angeklagte, der schwerer Betrug, schwerer Diebstahl, Untreue und Fälschung besonders geschützter Urkunden vorgeworfen wird, hatte sich schon zu Beginn des Verfahrens nicht schuldig bekannt. Sie behauptet, die Sparbücher mit einer Einlage von 124.000 Euro und den 3.000 Euro teuren Schmuck zu Lebzeiten des Mannes geschenkt bekommen zu haben. Sie wäre – wenn es nach ihm gegangen wäre – sogar mit weit mehr bedacht worden, bekräftigte die Frau am zweiten Verhandlungstag: “Als er im Spital gelegen ist, hat er mir gesagt, ich soll sagen, was ich aus der Wohnung will.” Das habe sie “einerseits gefreut, dass er das sagt. Aber es war nicht der Moment, dass wir es hätten ausführen können”.

Verstorbener litt an Hirntumor

Der um sieben Jahre ältere Mann, der an einem Hirntumor litt, soll am Ende seines Lebens in geistiger Hinsicht nicht mehr in bester Verfassung gewesen sein. Das deuteten zumindest Angehörige an. “Er schien mir doch schon recht abwesend zu sein”, fasste eine Zeugin ihre Eindrücke von einem Spitalbesuch zusammen. Eine Cousine des Verstorbenen wurde noch deutlicher: “Sein Zustand war sehr schlecht. Ich bin sehr erschrocken. Er hat nur geschlafen.” Sie konnte sich nicht vorstellen, dass die Lebensgefährtin unter normalen Umständen das gesamte Vermögen bekommen hätte: “Das glaube ich nicht, dass seine Kinder gar nix kriegen. Sie haben ein gutes Verhältnis gehabt.”

“Fürstliches” Essen im Landtmann – um 56 Euro

Ihr Partner hätte sich angesichts seines nahenden Endes – das er “deutlich gespürt” hätte – verändert, hielt die Angeklagte dem entgegen. Er sei ihr gegenüber großzügiger, spendabler geworden. Als Beleg dafür zitierte sie in der Verhandlung aus eigenen Tagebucheinträgen. Von einem – Zitat – “fürstlichen” Essen zu zweit im Cafe Landtmann erfuhr etwa der Schöffensenat (Vorsitz: Olivia-Nina Frigo). Kostenpunkt: 56 Euro. Die Verhandlung wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen auf Mitte Oktober vertagt.

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