Der 48-Jährige verließ am 27. Juli gegen 14.45 Uhr seine Kanzlei in der City. Er wollte mit seinem silbergrauen Mercedes zu einem Auswärtstermin ins südliche NÖ fahren. Gegen 15.30 Uhr versuchte eine Mitarbeiterin, ihn am Handy zu erreichen. Bei seinem Termin kam er jedoch nie an und war telefonisch auch nicht erreichbar.
Am Dienstagnachmittag um 15.30 Uhr wurde das Auto (ein Mercedes 300 GD) des Anwalts in Wien-Simmering aufgefunden. Darin befanden sich Blutspuren, die nun ausgewertet werden. Es sei jedoch nicht soviel Blut gewesen, um von einem Tötungsdelikt im Auto auszugehen, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Zudem wurden laut Hahslinger “verschiedene Dinge” im Auto gefunden. Der Polizeisprecher wollte darauf aus ermittlungstaktischen Gründen nicht näher eingehen.
Man gehe aber von einem Verbrechen aus, meint Hahslinger weiters zu dem Fall. Medienberichten zufolge wurde nun sogar Video-Material sichergestellt, dass den Ermittlungen dienlich sein könnte. Laut “Salzburger Nachrichten” filmte eine Überwachungskamera Rebasso auf dem Weg zu seinem Auto in einer Tiefgarage. Bei der Ausfahrtskontrolle soll jedoch eine andere Person am Steuer gesessen sein.
Weitere Informationen zu dem Inhalt des Videos konnte Hahslinger auf Anfrage von VIENNA.AT jedoch nicht geben. “Es handelt sich um einen Gegenstand der Ermittlungen, wir dürfen derzeit nichts Näheres zu dem Video bekannt geben.” Ein Kampf zwischen Entführer und Opfer oder eine Bedrohung durch eine Waffe sind auf den Aufnahmen nicht zu sehen. Die Ermittler wollte die Entführung in der Tiefgarage am Georg Coch Platz nicht bestätigen.
Die Entführer haben sich bisher nicht mit Geldforderungen an die Familie gewandt. Vor einigen Jahren wurde der Name des Anwalts in einem Fall von Anlagebetrug in Russland verwickelt. Dabei wurden 25 bis 30 Privatanleger um je 50.000 bis 60.000 Euro geprellt.
Rebasso ging damals zur Polizei und gab an, dass in der Betrugssache sein Name missbräuchlich verwendet worden und er selbst nicht beteiligt war. Dazu hatte der Anwalt damals in Österreich sogar Selbstanzeige erstattet. Das Verfahren gegen ihn wurde später von der österreichischen Justiz eingestellt. Dennoch langten vonseiten der Betrogenen schriftliche Drohungen in der Anwaltskanzlei Rebassos ein.
Dieser Umstand und die Tatsache, dass zu Rebassos Klientel eine Vielzahl von russischen Staatsbürgern gehört, geht die Polizei von einem Zusammenhang aus. Die Drohschreiben sowie Rebassos Klienten werden nun durchleuchtetDie Ermittler ersuchen weiters um Mithilfe aus der Bevölkerung in dem Fall:
- Hat jemand Informationen zum Aufenthaltsort des Vermissten?
- Hat jemand Rebasso am 27. Juli gegen 14.45 Uhr in der Nähe seiner Kanzlei in der Stubenbastei gesehen?
Hinweise werden vertraulich behandelt und unter der Telefonnummer 01/31310/DW33120 oder 33800 erbeten.
(Red./APA)