Energieforschung: Aspern-Smart-City-Research geht in Anwendungsphase

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Der "Seestadt Mini Markt" in der Seestadt Aspern.
Der "Seestadt Mini Markt" in der Seestadt Aspern. - © APA/Hans Klaus Techt
Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet “Seestadt Aspern”startet das aufwendige Energieeffizienz-Forschungsprogramm Aspern-Smart-City-Research (ASCR).

Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet “Seestadt Aspern” geht das aufwendige Energieeffizienz-Forschungsprogramm Aspern-Smart-City-Research (ASCR) in die Anwendungsphase. In dem “lebenden Stadt-Labor” mache man sich nun daran, das komplexe Energiesystem grundlegend zu verstehen und gezielt zu optimieren, erklärte Reinhard Brehmer, Geschäftsführer der ASCR-Forschungsgesellschaft, der APA.

Anhand dreier Gebäude – eines Wohnhauses, einer Schule und eines Studentenheims – wird in der “Seestadt” in Wien-Donaustadt untersucht, wie eine sogenannte “Smart City” funktionieren könnte. Im Fokus stehen die Bereiche Energieerzeugung und -nutzung sowie CO2-Emissionen und deren Einsparungsmöglichkeiten. Die mit zahlreichen Sensoren ausgerüsteten, selbst energieerzeugenden Gebäude, sowie das Stromnetz und das eigens eingerichtete Forschungsinstitut bilden zusammen ein “lebendes Labor”.

Millionen Daten werden analysiert

Bis 2018 wollen die ASCR-Träger – das sind Siemens Österreich, Wien Energie, Wiener Netze und die Stadt Wien – auf Basis dieser Forschung “smarte” Netze besser steuern und lohnende Geschäftsmodelle für zukünftige Energiesysteme entwickeln. Am Mittwoch zogen die Partner eine Zwischenbilanz über das seit 2013 laufende und mit insgesamt 38,5 Millionen Euro dotierte Forschungsprojekt.

Wenn derart vernetzte Systeme installiert werden, brauche es einige Zeit bis der Datenfluss einwandfrei funktioniert. “Die Voraussetzungen, um in allen Bereichen zu forschen, sind jetzt im Detail vorhanden. Wir verarbeiten jetzt pro Tag weit über eine Million Daten, und das wird noch auf über zwei Millionen anwachsen. Das ist der Kernpunkt dieses weltweit einzigartigen Projekts”, sagte Brehmer.

In diesem Datenpool, in den auch die Informationen über die Energienutzung der Gebäude-Bewohner einfließen, suchen die Wissenschafter nach neuen Erkenntnissen. Die Experten für die Anlagen zur Energieerzeugung und -speicherung sowie die Netz-Forscher erarbeiten momentan Simulationen, die darauf abzielen, das Gesamtsystem kosten- und energieeffizienter zu gestalten. Die Erkenntnisse aus den Simulationen fließen dann wiederum in die Steuerung des realen Netzes ein. Wie in einem Labor kann also direkt überprüft werden, ob Veränderungen auch das Gewünschte bewirken.

“Wir arbeiten jetzt schon an ASCR 2.0.”

Mit mehr als 50 Prozent Beteiligung seitens der Gebäudenutzer liege man weit über dem internationalen Schnitt bei ähnlichen Projekten von 15 Prozent. “Sie werden bis zum Projektende sozialwissenschaftlich betreut”, erklärte Brehmer. Vom Akademiker bis zum Arbeiter und vom Single-Haushalt bis zu Familien habe man Vertreter aller Gesellschaftsgruppen und Haushaltsformen mit an Bord. Das sei wichtig, um realistische Werte zum Energiebedarf in den Gebäuden zu erhalten.

Nur so könne abgeschätzt werden, wann es Sinn macht, etwa überschüssige Energie im System zu speichern oder außerhalb dieses Netzes am Markt zu verkaufen. Dass zum vorgesehenen Projektschluss im Jahr 2018 alle Forschungsfragen geklärt werden, glaubt Brehmer jedenfalls nicht: “Wir arbeiten jetzt schon an ASCR 2.0.”

Ab sofort können sich Interessierte im neu eingerichteten “ASCR Demo Center” in der Seestadt über das Forschungsprojekt informieren. Da das Zentrum keine fixen Öffnungszeiten hat, müssen sich Besucher unter office@ascr.at oder der Telefonnummer 01/908 93 69 zu Führungen anmelden.

(APA, Red.)

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