EM im Ramadan: So können muslimische Spieler das Fasten umgehen

Der Ramadan fällt heuer mit der Fußball-EM zusammen.
Der Ramadan fällt heuer mit der Fußball-EM zusammen. - © AP Photo/Alan Díaz
Da die EURO 2016 genau in den islamischen Fastenmonat Ramadan fällt, müssen gläubige Fußballer die Bußübung alternativ begehen.

Am Montag hat der Ramadan begonnen. Das Fasten zählt zu den fünf Grundpflichten im Islam. Es beginnt jedes Jahr bei Sonnenaufgang am ersten Tag im Ramadan, wie der neunte und 30 Tage dauernde Monat des islamischen Mondkalenders genannt wird. Heuer fällt der bis 5. Juli dauernde Fastenmonat genau in die Zeit der Fußball-EM in Frankreich, die am Freitag beginnt und am 10. Juli mit dem Finale endet.

Im Ramadan dürfen Muslime ihrem Körper ab der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang keinerlei Lebens- und Genussmittel zuführen und müssen sexuell enthaltsam sein. Diese Zeit der Besinnung soll den Glauben und die Selbstdisziplin der Gläubigen stärken, die Fasttage dienen wie bei Juden und Christen als Bußübung. Das Fastenbrechen an jedem Abend nach Sonnenuntergang ist für viele der weltweit rund 1,6 Milliarden Muslime ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis im Kreis der Familie. Die Nächte im Ramadan sind aber nicht nur Anlass für gesellige Zusammenkünfte, sondern auch zu frommem Tun, etwa zusätzlichen Gebeten in den Moscheen.

Diese Ausnahmen sind im Ramadan erlaubt

Vom Fasten ausgenommen sind schwer arbeitende, kranke sowie alte Menschen, Kinder, Reisende, schwangere und stillende Frauen. Sie alle haben aber, wie im Koran in der zweiten Sure genau festgeschrieben ist, ein kompensatorisches Almosen zu leisten oder den Ramadan nachzuholen.

Auch gläubige muslimische Profisportler, denen es wie den nun bei der EURO in Frankreich engagierten Fußballern nicht möglich ist, den Ramadan einzuhalten, leisten entweder Spenden für wohltätige Zwecke und/oder holen die versäumten Fastentage – meist nach ihrer aktiven Karriere – nach.

Ramadan: Im Sommer härter als im Winter

Durch das Mondjahr, das mit exakt 354,367 Tagen kürzer ist als das normale Sonnenjahr, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr. Der Fastenmonat der Muslime beginnt also jedes Jahr um etwa elf Tage früher und wandert so in 33 Sonnenjahren einmal durch das ganze Jahr. Der Ramadan kann daher in jede Jahreszeit fallen. Und da das Fasten den ganzen Tag, solange es hell ist, eingehalten werden muss, dauert es im Sommer sehr viel länger als im Winter.

Der Beginn und das Ende des Fastenmonats werden jeweils durch die Beobachtung der Mondsichel am Himmel bestimmt. Wenn also am Ende des Ramadan der neue Mond gesichtet wird, dann beginnt der Folgemonat Sauwal, an dessen erstem Tag gläubige Muslime traditionell das Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr, feiern.

(APA, Red.)

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