Elf Festnahmen im Suchtgift-Milieu in Wien nach Attacke mit Samuraischwert

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Zunächst war ein Bandenmitglied mit einem Schwert schwer verletzt worden.
Zunächst war ein Bandenmitglied mit einem Schwert schwer verletzt worden. - © LPD Wien
Nach einem Mordversuch mit einem „Samuraischwert“ gelang der Wiener Polizei ein Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität. Insgesamt elf Mitglieder zweier rivalisierender krimineller Banden konnten festgenommen werden.

Die Attacke mit dem Schwert hatte sich am im April am Handelskai ereignet. Damals war ein 28-jähriger Algerier von zunächst unbekannten Tätern mit einem Schwert und einem Messer lebensgefährlich verletzt worden. Drei bei der Tat anwesende Männer gaben sich als weitere Opfer bzw. Zeugen des Vorfalles aus und gaben an, aus unerklärlichem Grund attackiert und beraubt worden zu sein.

Attacke mit Samuraischwert: Revierkampf zwischen Drogenbanden

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass es sich bei der Attacke keineswegs um einen  Raub gehandelt hatte, sondern um einen “Revierkampf” zweier rivalisierender Dealergruppen. Vier Angehörige einer kriminellen Verbindung namens „MOSTAPHA“ und fünf Männer der Verbindung „ISLEM“ wurden daraufhin wegen gewerbsmäßigen Suchtmittelhandels festgenommen, erstere müssen sich darüber hinaus für den Mordversuch an dem 28-Jährigen verantworten.

Alle Verdächtigen sind Männer algerischer Abstammung im Alter zwischen 19 und 29 Jahren. Zehn der elf Festgenommenen befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Fandung nach weiteren Mitgliedern

Zwei weitere Mitglieder (28 und 38 Jahre alt) der Bande „ISLEM“ befanden sich zum Zeitpunkt der Mord-Ermittlungen wegen Drogenhandels bereits in Haft, darunter auch das schwer verletzte Opfer des ursprünglichen Angriffes am Handelskai. Nach zwei namentlich bekannten Mitgliedern der Gruppe „MOSTAPHA“ (21 und 22 Jahre alt) wird noch gefahndet.

Laut Polizei soll die Gruppe „ISLEM“ seit 2015 im Bereich Praterstern, Nußdorferstraße, Handelskai und Schottenring Drogenin großen Mengen, das sind zumindest 1,5 kg pro Woche, vertrieben haben. Parallel dazu agierte auch die Gruppe „MOSTAPHA“, wobei sich die Mitglieder beider Gruppierungen bereits aus ihrem Heimatland kannten und in Wien zunächst zusammengearbeitet hatten.

Drogen in Wien im großen Stil verkauft

Erst als es zu Revierstreitigkeiten kam, gipfelte eine geplante Aussprache zwischen zwei Rädelsführern in der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen. Die Festgenommenen waren unter Angabe falscher Identitäten nach Österreich eingereist und gaben sich auch als Jugendliche aus.

Bei den Ermittlungsarbeiten wurden ca. 0,5 kg Cannabiskraut, geringe Mengen an Kokain und XTC sowie Bargeld, gefälschte Dokumente und Stichwaffen sichergestellt, berichtet die Polizei nun.

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