EL-Gastspiel in Nizza: Red Bull Salzburg klammert sich an letzten Strohhalm

Red Bull Salzburg steht in Nizza unter Druck.
Red Bull Salzburg steht in Nizza unter Druck. - © AP Photo/Kerstin Joensson
Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen steht Red Bull Salzburg in Nizza mit dem Rücken zur Wand. Ein Sieg ist Pflicht, will man noch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden.

Salzburg steht vor dem Gastspiel bei Nizza am Donnerstag (21:05 Uhr, live auf Sky) in der Europa League bereits schwer unter Druck. Eine Niederlage ist verboten, selbst ein Remis könnte für Österreichs Meister zu wenig sein. Dass die noch punktlosen “Bullen” just bei Frankreichs Team der Stunde um ihre letzte Chance kämpfen, macht die Aufgabe nicht leichter. Auch Nizza-Star Mario Balotelli ist diesmal dabei.

Die Ausgangslage vor dem Duell an der Côte d’Azur ist klar: Verliert Salzburg, sind die “Bullen” aus dem Rennen – gemessen an den vergangenen Jahren ein unbekanntes Gefühl: In fünf Versuchen gelang viermal der Aufstieg. Für den wäre in Nizza auch ein Unentschieden zu wenig, wenn Krasnodar beim Gastspiel auf Schalke zumindest einen Punkt holt. Idealerweise gewinnen Jonatan Soriano und Co. die Partie, während Krasnodar in Gelsenkirchen unterliegt. Dann lebt wieder die Chance auf Platz zwei.

OGC Nizza: Balotelli als Star in einem starken Kollektiv

Jedenfalls dürfte Salzburgs Selbstvertrauen nach zuletzt drei Pflichtspielsiegen en suite wieder deutlich gestiegen sein, selbst beim Heim-0:1 gegen Nizza vor drei Wochen scheiterte man vor allem an sich selbst, respektive der Ineffizienz vor dem Tor. “Wir hätten uns einen Sieg verdient gehabt”, sagte Trainer Óscar García nach der Partie, die durch einen Patzer von Salzburgs Innenverteidiger Paulo Miranda entschieden wurde und in der Mario Balotelli verletzt gefehlt hatte.

Der italienische Stürmer ist nun aber wieder fit und traf am Sonntag beim 4:1 über Nantes zum bereits sechsten Mal in dieser Saison. Das einstige “Enfant Terrible”, das an der Côte d’Azur wieder aufblüht, ist der einzige echte Star in den Reihen von Nizza, das bei transfermarkt.at mit einem Marktwert von 90 Millionen Euro und damit um 40 Millionen teurer als Salzburg gehandelt wird.

Dessen ungeachtet zeigen die “Jungadler” unter Neo-Trainer Lucien Favre der wesentlich geldigeren Konkurrenz die Rückennummer. Mit einer Mischung aus Routiniers wie Abwehrchef Dante und aufstrebenden Jungen wie dem entfesselten Stürmer Alassane Pléa (23), der auch in Salzburg traf. Nach elf Meisterschaftsrunden ist man noch immer ohne Niederlage und führt die Tabelle an – bereits sechs Punkte vor den Verfolgern AS Monaco und Paris Saint-Germain. In der Europa League war der Sieg in Salzburg bisher aber das einzig Zählbare, umso mehr will Nizza wohl auch hier die Chance am Schopf packen. Selbst wenn der Fokus wohl auf der Ligue 1 liegt.

Salzburg-Talent Upamecano freut sich auf Match in der Heimat

Salzburgs Trainer García ist sich der Größe der Aufgabe im zirka 36.000 Zuschauer fassenden Stadion Allianz Riviera bewusst. “Nizza ist ein ungemein starkes Team und hat durch die Tabellenführung zusätzliches Selbstvertrauen”, sagte der Spanier. Es werde ein Duell, das seine Truppe einmal mehr “in der Entwicklung weiterbringt”. Zählbares sei freilich nicht ausgeschlossen: “Natürlich haben wir auch da das Ziel, zu gewinnen. Aber wir wissen sehr genau, wie schwierig dies sein wird.”

Für Salzburgs defensiven Mittelfeldmann Dayot Upamecano ist es eine Begegnung mit der Heimat. “Ich freue mich sehr, dass ich wieder einmal in Frankreich spielen kann und dabei etliche Freunde und Bekannte wiedersehen werde”, sagte der 18-Jährige, der derzeit zweitjüngster Stammspieler in der Europa League ist. Der Jüngste heißt Malang Sarr, ist drei Monate nach Upamecano geboren und findet sich just in der Defensivreihe von Nizza wieder.

Upamecano, der im Hinspiel verletzt fehlte, zuletzt aber gegen Ried wieder voll im Einsatz war, erwartet eine ebenso herausfordernde wie reizvolle Aufgabe: “Nizza ist momentan extrem stark und wird daheim noch aggressiver und noch mehr auf Ballbesitz spielen. Darauf müssen wir gefasst sein.”

(APA, Red.)

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