"El Clasico": "Cantera" gegen "Cartera" in Barcelona

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Vor dem klassischen Duell der spanischen Erzrivalen FC Barcelona gegen Real Madrid am Sonntag kursiert unter Spöttern ein Wortspiel: Im Camp Nou spiele “cantera” gegen “cartera”. Auf Deutsch: Nachwuchs gegen Brieftasche.

Während bei Barca Schlüsselspieler wie Messi, Xavi oder Andres Iniesta aus der eigenen Talentschule kommen, holte Real im Sommer Stars wie Ronaldo, Kaka oder Karim Benzema um eine Rekordsumme von 250 Millionen Euro.

Die “Königlichen” aus Madrid (28 Punkte) haben nach elf Runden zwar einen Zähler mehr als Barca (27) auf dem Konto, die Vorstellungen des Meisters waren aber aus spielerischer Sicht um eine Klasse stärker. “Barca spielt 1.000 Mal besser, aber Real steht oben”, brachte es “Katalonien”-Teamchef Johann Cruyff auf den Punkt.

Die Madrilenen hatten am Wochenende mit einem 1:0-Sieg gegen Racing Santander die Führung vom Titelverteidiger (1:1 beim Austria-Gegner Athletic Bilbao) übernommen. “Wir sehen Barca im Rückspiegel”, sagte Real-Goalie Iker Casillas. Die Gäste wollen nicht nur die Tabellenführung verteidigen, sondern sich auch für die 2:6-Heimpleite im jüngsten direkten Duell im Mai im Bernabeu-Stadion rehabilitieren. “Wir spielen nicht schlecht, sind aber noch lange nicht auf unserem Topniveau”, ist sich Real-Coach Manuel Pellegrini bewusst. Der Vizemeister hat zwar neun von elf Meisterschaftsspiele gewonnen und den besten Saisonstart seit einigen Jahren erwischt, konnte aber spielerisch zumeist nicht überzeugen.

Gegen Barcelona können die Madrilenen wieder auf Cristiano Ronaldo bauen, der rechtzeitig vor dem Duell seine Knöchelverletzung überwunden hat und in der Champions League schon einige Einsatzminuten hatte. “Ich fühle mich gut, es ist aber Sache des Trainers, ob ich von Anfang an spiele”, sagte der portugiesische Superstar.

Die Hausherren haben vor eigenem Publikum nach fünf Meisterschaftsspielen noch eine “weiße Weste”, trotzdem aber Respekt vor dem Spitzenreiter. “Wir müssen vorsichtig sein, immerhin ist Real Tabellenführer”, meinte Abwehrspieler Gerard Pique. Bei den Katalanen könnten die beiden in der Champions League geschonten angeschlagenen Offensiv-Asse Zlatan Ibrahimovic und Lionel Messi wieder zum Einsatz kommen. Vor allem der Argentinier ist für Real ein wahres Schreckgespenst, das in sechs bisherigen “Klassikern” gleich sechsmal getroffen hat.

Mit einem ähnlich spektakulären Sieg wie im Mai rechnen die Katalanen nicht. “Das wird sich nicht wiederholen. Wir glauben nicht an einen weiteren hohen Sieg”, sagte Xavi. Beide Teams gehen jedenfalls mit viel Selbstvertrauen ins Spiel, machten sie doch unter der Woche einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Achtelfinale, Real mit einem 1:0 gegen den FC Zürich, Barcelona mit dem 2:0 im Spitzenspiel gegen Inter Mailand.

“El Clasico” soll übrigens auch zu einem Kinoklassiker werden. Das Schlagerspiel wird erstmals in ganz Spanien direkt in über 50 Kinosäle übertragen, und zwar in einer besonderen Bild- und Tonqualität. Das ist aber nur der Beginn. Künftig soll jede Woche eine Partie der Primera Division in den Kinos zu sehen sein. Die Eintrittskarten kosten so viel wie für einen normalen Spielfilm.

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