Eislaufen auf der Alten und Neuen Donau: Laut MA 45 höchst gefährlich

Eislaufende auf der Alten Donau - sogar mit Schlitten und Kinderwagen
Eislaufende auf der Alten Donau - sogar mit Schlitten und Kinderwagen - © APA/AFP/ALEX HALADA
Ein aktuell kursierendes Video zeigt eislaufende Menschen auf der Neuen Donau – darunter sogar einen Mann, der in flotter Fahrt einen Kinderwagen über das Eis schiebt. VIENNA.at erfuhr von der zuständigen MA 45, dass trotz großer Kälte dabei nach wie vor Lebensgefahr besteht.

Dutzende Wienerinnen und Wiener frönen bei den derzeit anhaltend eiskalten Temperaturen einem gefährlichen Vergnügen: dem Eislaufen auf der Alten und der Neuen Donau. Der Fernsehsender CNN zeigt in einem aktuellen Video eislaufende Menschen auf der Neuen Donau (auch wenn hier fälschlicherweise von der “Donau” die Rede ist). Darunter befindet sich sogar ein Mann, der auf Eislaufschuhen einen Kinderwagen rasant eislaufend quer über die Eisfläche schiebt. Auch wenn es harmlos aussieht, ist dieses Verhalten potentiell lebensgefährlich, wie VIENNA.at von der zuständigen MA 45 – Wiener Gewässer erfahren hat.

Eislaufen auf der Neuen Donau – nach wie vor lebensgefährlich

MA 45 warnt vor Gefahren unter dem Eis

Die MA 45 warnt in klaren Worten davor, sich auf das Eis der Alten oder Neuen Donau zu begeben – egal, wie stabil es auf den stehenden Gewässern nach außen hin wirken mag. Wer auf Wiens Naturgewässern eislaufen geht, tut dies grundsätzlich auf eigene Gefahr, wie Pressesprecherin Mathilde Urban von der MA 45 – Wiener Gewässer betont. Das Problem: Die Eisstärke wird von offizieller Stelle nicht gemessen, es ist nicht abzusehen, ob die festgefroren wirkende Eisfläche einen wirklich trägt.

“Niemand misst das. Wir sind nicht fürs Eislaufen zuständig,” so Urban. Dies sei auch schwer zu bewerkstelligen, da man sehr viele Menschen anstellen müsste, um die Eisstärke überall auf der Alten und Neuen Donau zu messen. Die Eisbildung auf Naturgewässern werde ja nicht nur von der Außentemperatur beeinflusst – Grundwasserzuströme könnten verursachen, dass warm nachfließendes Wasser die stabil scheinende Eisdecke von unten her auftaue. “Wenn dann noch ein bisschen Schnee drauf liegt und man es nicht gut sieht – das ist wirklich sehr gefährlich.”

69-Jährige brach in der Alten Donau durchs Eis ein

“Die Eisstärke auf den Naturgewässern wird nicht kontrolliert. Auch wir können wegen der vielfältigen Einflüsse keine sicheren Angaben zur Eisstärke machen. Die Wahrscheinlichkeit einzubrechen ist jedenfalls hoch,“ betont auch Gerald Loew, Leiter der Fachabteilung MA 45 – Wiener Gewässer.

Bricht man ein, kann ein solcher Unfall ohne Weiteres lebensbedrohlich sein. Die Alte Donau misst immerhin bis zu vier Meter, die Neue Donau bis zu sieben Meter Tiefe. Erst Anfang Jänner brach eine 69-jährige Frau durch das Eis der Alten Donau ein und konnte nur mit Glück gerettet werden. Die MA 45 verweist als Alternative auf das “sichere Vergnügen”, das Wiens Eislaufplätze bieten.

>>Eislaufen in Wien – hier ist es wirklich sicher

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