Eisinger fordert schwarzen Teppich für Berlinale

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Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin beginnen am Donnerstag
Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin beginnen am Donnerstag - © APA (AFP)
Angesichts der #MeToo-Debatte hat die Schauspielerin Claudia Eisinger an Berlinale-Direktor Dieter Kosslick appelliert, den roten Festivalteppich schwarz einzufärben. “In Hollywood trugen die Schauspielerinnen schwarz. In Berlin wollen wir einen schwarzen Teppich”, schreibt die 33-Jährige in ihrer Petition auf der Kampagnenplattform change.org, die bis Montagmittag rund 1.300 Unterstützer fand.

Eisinger, bekannt aus dem “Tatort” und “Zarah – Wilde Jahre”, schreibt in dem Aufruf: “Es ist unsere Verantwortung, der Welt zu signalisieren, dass sexueller Missbrauch, Übergriffe und Diskriminierung von Frauen nicht länger ungesehen bleiben”. Deshalb müsse auch die Berlinale eindeutig Position beziehen.

Indes lud die Berlinale den südkoreanischen Kultregisseur Kim Ki-duk bewusst zum diesjährigen Festival ein, obwohl eine Schauspielerin schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hat. In dem neuen Film des 57-Jährigen gehe es in teils drastischen Bildern um Gewalt von Männern gegen Frauen und Männer, erklärte Paz Lazaro, Leiterin der Sektion Panorama, am Montag auf dpa-Anfrage.

“Kim Ki-duk hat uns zugesagt, sich dieser Debatte, die über seinen Film hinausgehen mag, zu stellen.” Eine südkoreanische Schauspielerin hatte dem Regisseur vorgeworfen, sie bei den Dreharbeiten zu seinem Film “Moebius” 2013 mit Gewalt zu nicht im Drehbuch enthaltenen Sexszenen gezwungen zu haben. Festivaldirektor Dieter Kosslick betonte, ein koreanisches Gericht habe den Vorwurf der sexuellen Nötigung mangels Beweisen zurückgewiesen.

Deshalb habe die Berlinale-Sektion Panorama sich entschieden, nicht in eine Vorverurteilung zu gehen, sondern Kim Ki-duks aktuellen Film “Human, Space, Time and Human” zu zeigen. “Selbstverständlich verurteilen wir jegliche Gewalt am Set, egal ob sexueller oder anderer Natur”, betonte der Berlinale-Direktor erneut. Andere Filme hat Kosslick nach eigenen Angaben wegen laufender Missbrauchs-Vorwürfe zurückgewiesen.

Die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin (15.-25. Februar) beginnen am Donnerstag. Zu allen großen Premieren ist vor dem Berlinale Palast der rote Teppich ausgerollt.

(APA/dpa)

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