Eine Woche vor der Wien-Wahl: Eine Bestandaufnahme

In einer Woche wählt die Bundeshauptstadt.
In einer Woche wählt die Bundeshauptstadt. - © APA/Sujet
Das große Finale rückt näher: Wien wählt am 11. Oktober einen neuen Landtag, Gemeinderat sowie die Bezirksvertretungen. Eine Bestandaufnahme zum mit Spannung erwarteten Urnengang.

Für Spannung ist bei der Wien-Wahl erneut gesorgt. Denn der FPÖ werden so wie zuletzt in Oberösterreich deutliche Zugewinne prophezeit. Das könnte dem rot-grünen Modellversuch – dem einzigen dieser Art in Österreich – gröbere Schwierigkeiten bereiten.

Bei der Wahl 2010 musste die SPÖ bereits Einbußen von 4,75 Prozentpunkten verschmerzen. Sie kam auf 44,34 Prozent. Die FPÖ legte um 10,94 Prozentpunkte zu. Mit 25,77 Prozent wurde sie klar zweitstärkste Kraft. Der ÖVP (13,99 Prozent) und den Grünen (12,64 Prozent) blieb ein Minus (4,78 bzw. 1,99 Prozentpunkte) hingegen nicht erspart. Diese Parteien treten auch dieses Mal wieder landesweit an. Zudem gehen auch das linke Parteienbündnis Wien Anders, die vom Team Stronach unterstützte Liste WWW (Wir wollen Wahlfreiheit) und die Liste GFW (Gemeinsam für Wien) landesweit ins Rennen gehen – genauso wie die NEOS, denen durchaus realistische Chancen für einen Einzug ins Stadtparlament eingeräumt werden.

Duell um Wien: SPÖ vs. FPÖ

Dass aktuelle Umfragen sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rot und Blau prognostizieren, hat zuletzt zu einer Zuspitzung des Schauduells zwischen dem SPÖ-Spitzenkandidaten, Bürgermeister Michael Häupl, und seinem erklärten Herausforderer, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, geführt. Dass es dabei vor allem um Inhalte ging, behaupten bestenfalls Parteistrategen. Tatsächlich überstrahlte das Flüchtlingsthema fast den gesamten Wahlkampf.

Das bot der SPÖ zumindest die Möglichkeit, sich als Kämpfer für Haltung und gegen Unmenschlichkeit zu positionieren. Themen wie Verkehr oder Bildung waren zwar in den Kampagnen der Parteien ebenfalls präsent, hinterließen jedoch keine tieferen Spuren in der öffentlichen Wahrnehmung. Auch die Riege der Kandidaten sorgte nicht wirklich für Aufregung. Der größte Coup gelang am ehesten noch den Blauen: Sie holten die schwarze City-Chefin Ursula Stenzel an Bord.

Grünen wünschen sich Fortsetzung der Koalition

Insgesamt dürfen bei der Gemeinderatswahl exakt 1,143.076 Personen zu den Urnen schreiten. Stimmberechtigt sind auf Landtags-und Gemeinderatsebene alle Personen mit Hauptwohnsitz Wien und österreichischer Staatsbürgerschaft, die spätestens am Wahltag 16 Jahre alt sind. Bei den Bezirksvertretungswahlen dürfen auch EU-Bürger mit nicht-österreichischem Pass wählen. Dadurch erhöht sich hier die Zahl der Wahlberechtigten um 184.235 auf insgesamt 1,327.311 Personen.

Was nach dem 11. Oktober passiert, steht naturgemäß noch in den Sternen. Rot-Blau wird es jedenfalls nicht – zumindest schwört das die SPÖ immer wieder. Die Grünen hätten hingegen gerne eine Fortsetzung der Koalition. Dass diese sich rechnerisch ausgeht, gilt laut manchen Vorhersagen jedoch nicht mehr als ausgemachte Sache. Wissen wird man dies am Sonntagabend – Wahlschluss ist 17.00 Uhr, erste Hochrechnungen liegen ab 18.00 Uhr vor.

>> Ziele und Chancen der Parteien in Wien.

(APA)

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