Einbrecherbande in Ostösterreich: Auch letzter Angeklagter schuldig gesprochen

Haftstrafe für den 21-jährigen Angeklagten.
Haftstrafe für den 21-jährigen Angeklagten. - © APA (Symbolbild)
Ein 21-jähriger Mann fasste am Montag eine Haftstrafe aus. Der Bande wurden rund 40 Delikte in Ostösterreich zur Last gelegt.

Eine Einbrecherbande, der die Anklage Diebestouren mit rund 40 Delikten in Ostösterreich vorgeworfen hat, hat Anfang Oktober einen Schöffensenat in Eisenstadt beschäftigt. Sechs Männer wurden damals verurteilt. Der vertagte Prozess gegen den siebenten Angeklagten ist am Montag ebenfalls mit einem Schuldspruch zu Ende gegangen. Der 21-Jährige erhielt 24 Monate Haft, davon acht unbedingt.

Am ersten Prozesstag hatten ein 62-jähriger Ungar, seine drei Söhne und zwei weitere Komplizen Strafen von neun Monaten bedingt bis viereinhalb Jahre unbedingt ausgefasst. Die Urteile gegen sie sind bereits rechtskräftig. Der Bande – der Staatsanwalt sprach von einem “Familienunternehmen” – waren Einbrüche in Häuser, Firmen und Lagerhallen zur Last gelegt worden, wobei unter anderem Geld, Werkzeug sowie Rasenmähertraktoren gestohlen wurden.

Einbrecherbande: 21-Jähriger teilgeständig

Der 21-Jährige hatte sich bisher zu sechs Diebstahlsfakten geständig gezeigt. In einigen weiteren Punkten wurden die Vorwürfe zurückgezogen. Sein Verfahren war am ersten Prozesstag ausgeschieden worden, um die Frage seiner Beteiligung an zwei in einem Fachgeschäft in Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt) verübten Einbrüchen zu klären.

Der 21-Jährige hatte seine Teilnahme an den zwei Coups – die Komplizen dabei gehörten zu einer anderen Bande – bisher bestritten und leugnete auch am Montag vorerst hartnäckig. Bei einem der Einbrüche war im Oktober 2015 ein Rasenmähertraktor im Wert von 47.000 Euro gestohlen worden. Dem Gericht lagen zahlreiche Aufnahmen aus Überwachungskameras vor. Die kurzen Clips zeigten, wie vier Täter, deren Gesichter allerdings nicht zu erkennen waren, ein Tor öffneten und auf das Firmengelände fuhren und es später wieder verließen.

Bei einem der Einbrüche schoben sie einen Klein-Lkw, der offenbar in der Einfahrt abgestellt war, um weitere Diebstähle zu erschweren, mit Körperkraft zur Seite. Bei beiden Taten benutzten die Eindringlinge einen weißen Kastenwagen, an den ein mit einer Plane bedeckter Anhänger gekoppelt war.

DNA-Treffer des Angeklagten

Birgit Falb, die Vorsitzende des Schöffensenats, hielt dem 21-Jährigen vor, dass es bezüglich des Traktordiebstahls DNA-Treffer des Angeklagten gebe. “Das ist schon ein sehr schwerwiegender Beweis”, stellte sie fest. “Ich kann nichts dazu sagen, ich war nicht dort”, blieb der Angesprochene davon unbeeindruckt.

Ein Ermittler im Zeugenstand erläuterte die Details: Ein Schneepflug und ein Sicherungsstift der Lagerhalle an Ort und Stelle seien vom Angeklagten berührt worden, “was eindeutig darauf schließen lässt, dass er am Tatort gewesen sein muss”.

“Ich gebe zu, ich war dabei”

“Ich gebe zu, ich war dabei”, kam dem 21-Jährigen, der mit seinen Komplizen auch auf einem Überwachungsfoto bei einem Tankstopp am Weg nach Österreich zu sehen war, schließlich über die Lippen. Doch beim zweiten Einbruch in Sollenau sei er nicht dabei gewesen, fügte er hinzu.

Das Gericht nahm ihm dies nicht ab. Die Vorsitzende wies in der Urteilsbegründung auf das bei beiden Einbrüchen verwendete, durch den Planen-Anhänger auffällige Täterfahrzeug hin: “Solche Zufälle gibt es ganz einfach nicht”. Der 21-jährige Ungar nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. Aufgrund der Anrechnung der Vorhaft seit Februar diesen Jahres wird der 21-Jährige mit heutigem Tag aus dem Gefängnis entlassen.

(APA, Red.)

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