Ehemaliger Pfadfinder missbrauchte Buben: “Vier Jahre Haft zu wenig”

Vier Jahre Haft nach jahrelangem Missbrauch - "zu wenig", findet die Anklägerin. Vier Jahre Haft nach jahrelangem Missbrauch - "zu wenig", findet die Anklägerin. - © APA/Sujet
Die vier Jahre Haft, die nun über einen ehemaligen Wiener Pfadfinder-Führer verhängt wurden, der über zwei Jahrzehnte hinweg drei unmündige Buben missbraucht hatte, sind der Staatsanwaltschaft zu wenig.

Wie Behördensprecherin Nina Bussek am Montag mitteilte, legte Staatsanwältin Andrea Kain Berufung gegen die Strafhöhe ein.

Der 59-Jährige war im Landesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und sittlicher Gefährdung Unmündiger schuldig erkannt worden. Das Gericht hatte keine Zweifel, dass sich der Mann von 1994 bis zu seiner Festnahme im April 2015 an drei Schützlingen vergangen hatte, die ihm als “Wölflinge” – Kinder im Alter zwischen sieben und zehn – anvertraut waren.

Pfadfinder missbrauchte Buben

Der älteste Betroffene – heute 28 Jahre alt – wurde zu Oral- und Analverkehr gezwungen. Der Angeklagte hatte sämtliche Vorwürfe abgestritten. Allerdings ist der Schuldspruch bereits rechtskräftig.

Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger Leonhard Kregcjk nahm der 59-Jährige von Rechtsmitteln Abstand – vermutlich nicht zuletzt deshalb, weil dem Schöffensenat bei der Strafbemessung ein Strafrahmen von bis zu zehn Jahren zur Verfügung gestanden wäre.

(APA)

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