Düstere Zeiten für die Menschheit

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Düstere Zeiten für die Menschheit
Düsteres Zukunftsbild zeichnet der Grazer Nationalökonom und Wirtschaftshistoriker Univ. Prof. Karl Kumpfmüller. Arbeitslosigkeit werde dramatisch zunehmen, derzeit seien 1, 2 Milliarden Menschen chronisch unterernährt.

Ihr Überleben ist täglich gefährdet, sagte er am Wochenende bei einem Symposium der Diözese Gurk in Kärnten. Es sei „der größte Skandal unserer Welt“, dass täglich 24. 000 Menschen an Hunger sterben und sich diese Situation in den vergangenen 40 Jahren immer mehr verschlechtert habe. Dafür sei aber nicht das Bevölkerungswachstum ausschlaggebend, da die Zahl der armen Menschen fast drei Mal so rasch zunehme wie die Bevölkerungszahl insgesamt. „Weltbank und Weltwährungsfonds haben komplett versagt“, sagte Kumpfmüller beim Symposium „Alternative Geldwirtschaft – Banken-Alternative: Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Hilfe, christlicher Auftrag für die Welt“ im Bildungshaus Stift St. Georgen am Längsee.

Der Wirtschaftswissenschaftler bezeichnete die Suche nach der wirtschaftlichen Gerechtigkeit als die zentrale Zukunftsfrage: „Wenn Menschen entlassen werden, obwohl ihre Firmen gleichzeitig Rekordgewinne schreiben, dann wissen wir, dass unser derzeitiges System nicht funktioniert und nicht zukunftsfähig ist.“

Die finanzielle Hilfe für die Entwicklungsländer habe diese in eine nur noch größere Schuldenabhängigkeit geführt. Während die Verschuldung dieser Staaten im Jahre 1970 noch 70 Milliarden Dollar betragen habe, sei sie heute auf das Vierzigfache, nämlich auf 2.800 Milliarden Dollar, (2.320 Mrd. Euro) gestiegen. Kumpfmüller: „Es gibt kein vergleichbares Wirtschaftswachstum in dieser Höhe“. Historischer Hintergrund dieser Entwicklung sei das Geldsystem: Geld habe Gott und Religion ersetzt und sei selbst zur Ersatzreligion geworden. „Anstelle des Credo ist der Kredit getreten“, sagte der Nationalökonom.

Der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz wies darauf hin, dass die Kirche mit dieser Tagung „ein prophetisches Zeichen“ gesetzt habe, welches zeige, dass durch das Aufgreifen von sozialen Fragen die Zukunft gestaltet werden könne. „Wir müssen diesen Weg weiter gehen und der Globalisierung des Guten eine Spur legen“, sagte Schwarz.

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