Dubiose Airline will Flüge ab Friedrichshafen anbieten

Keine Zulassung: "Holiday Airways" will ab Januar 22 Flüge wöchentlich anbieten.
Keine Zulassung: "Holiday Airways" will ab Januar 22 Flüge wöchentlich anbieten. - © VOL.AT/Sascha Schmidt
Für reichlich Stirnrunzeln sorgt derzeit die Fluglinie “Holiday Airways” am Flughafen Friedrichshafen: Laut Recherchen von “schwäbische.de” dürfte es sich um eine reine Briefkastenfirma handeln.

Wöchentlich 22 Mal will “Holiday Airways” zu deutschen und europäischen Zielen fliegen, wie “schwäbische.de” berichtet. Preis: ab 80 Euro pro Flug. Angeflogen werden sollen Berlin, Köln, Amsterdam oder Paris. Für den Flughafen Friedrichshafen wäre dies ein Segen. Ob Pläne aber jemals realisiert werden, erscheint äußerst fraglich.

Keine Zulassung

Flughafensprecher Andreas Humer-Hager begegnet den Plänen jedenfalls mit einem gerüttelten Maß Skepsis. Derzeit könne die Seriosität des Unternehmens nicht eingeschätzt werden. Er bestätigt zwar den Kontakt zu “Holiday Airways”, aber für ihn blieben Fragen offen. Das Unternehmen habe laut Jan Gruber, Luftfahrt-Fachjournalist des österreichischen Branchendienstes “Austrianaviation.net”, nicht einmal ein AOC. Dabei handelt es sich um eine luftfahrttechnische Zulassung zum Betrieb einer Airline. Ohne sie kann kein Passagierflugzeug starten. Doch es wird noch dubioser: Die Fluglinie verwendet im eigenen Buchungssystem ein Kürzel, dass einer Flugschule in Thailand zugeordnet ist.

Kein Firmenschild

Der Firmensitz in London – ein “überraschend kleines Gebäude”, wie Hagen Schönherr von der “Schwäbischen” schreibt, habe nicht einmal ein Firmenschild. Dafür hätten viele andere Firmen dort ebenso ihren Sitz. Zumindest eine davon gelte als einschlägige Briefkastenfirma.

Die Recherchen, die “Austrian Aviation” und “Schwäbische” vertieften, förderten zutage, dass “Kerstin Shaban” geschäftsführende Gesellschafterin ist. Diese sei in der Branche quasi unbekannt, nicht aber Michael Shaban, an dessen Name jener von Kerstin Shaban erinnere. Dieser gründete in Österreich die Airline “Fly Eth”. Sie sollte vom Flughafen Klagenfurt aus starten. Geflogen ist sie aber nie.

Keine Antworten

Nach dem Aufdecken weiterer Ungereimtheiten nahm die “Schwäbische” Kontakt zu Michael Shaban auf. Als er eine Reihe kritischer Fragen zum Thema “Holiday Airways” erhalten habe, treffen keine Antwort mehr ein. Am Flughafen Friedrichshafen ist der Kontakt indes eingefroren. Shaban droht inzwischen damit, sich am Flughafen Memmingen anzusiedeln.

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