DTM-Ass Auer nach Formel-1-Debüt wieder im GT Masters

Auer hatte viel Spaß im Formel-1-Cockpit
Auer hatte viel Spaß im Formel-1-Cockpit - © APA
Nach seinem vielbeachteten Formel-1-Debüt bei den Testfahrten in Ungarn sitzt Lucas Auer am Wochenende wieder im Rennauto. Der 22-jährige Tiroler überbrückt die Pause in der DTM mit einem weiteren Gaststart im ADAC-GT-Masters, diesmal am Nürburgring. Auer bestreitet mit einem Mercedes-AMG GT3 (Team Mücke) zusammen mit dem Deutschen Sebastian Asch die Saisonläufe 9 und 10 (live Sport1).

Für Auer ist es nach seinem Heimrennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg heuer sein zweiter Gaststart in dieser Serie. “Mein Einstand in dieser Serie war sehr gut. Deshalb freue ich mich auch auf die Rennen in der Eifel. Ich hoffe nur, dass es am Wochenende nicht ganz so heiß ist, wie zuletzt in Budapest. Schön wäre natürlich, wenn wir an das Spielberg-Wochenende anschließen und wieder auf das Podium fahren könnten”, sagte der Österreicher. Das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) geht erst am 19./20. August in Zandvoort weiter, Auer ist dort Meisterschafts-Dritter.

Auch Auers Onkel, der frühere Formel-1-Star und nunmehrige DTM-Chef Gerhard Berger, verfolgte die Testfahrten in Mogyorod am Mittwoch in der Box von Force India. “Der Test war sehr okay. Ich glaube, Lucas konnte zeigen, was er kann”, fiel auch Bergers Rückblick positiv aus.

Man müsse allerdings relativieren, betonte Berger. “Bei heißem Wetter gehen die Zeiten immer etwas zurück. Außerdem haben die Teams unterschiedliche Strategien. McLaren etwa hat den (hinter Sebastian Vettel zweitplatzierten, Anm.) Lando Norris sicher die ganze Zeit mit leeren Tanks und auf Rundenzeiten raus geschickt. Da ergeben sich große Unterschiede”, betonte Berger.

Auer hatte die Tests mit Force India und damit seinen ersten Auftritt in einem Formel-1-Auto bravourös und mit der insgesamt siebentbesten Zeit abgeschlossen. “Dafür, dass er zum ersten Mal unterwegs gewesen ist, war das echt stark. Aber da ist auch noch einiges Potenzial drin”, ist sich Berger sicher. Ob und wann sein Neffe dieses erneut zeigen könne, weiß auch Berger nicht. “Aber sein Test war sehr okay. Lucas hatte sich ausgezeichnet vorbereitet und dann keinen Fehler gemacht. Das ist bei einem Rookie nicht selbstverständlich.”

Die unerwartete Ankündigung des Mercedes-Rückzuges nach 2018 aus der DTM macht aber auch Auers Leben nicht leichter. “Natürlich verkompliziert das die gesamte Situation”, ist auch Berger klar. Der Tiroler bleibt aber zuversichtlich. “Ich würde sagen, die Message ist schon verarbeitet und die Flucht nach vorne hat begonnen. Wir werden schauen, ob man einen anderen Hersteller bringt oder die vorhandenen sich ausbreiten. Man hat ja eineinhalb Jahre Vorlaufzeit.”

Dass sich viele große Auto-Hersteller derzeit der E-Mobilität zuwenden, ist offensichtlich. Berger ist aber noch skeptisch. “Sie sagen auch, dass der Verbrennungsmotor auf der Straße nicht mehr stattfinden wird. Da bin mir nicht so sicher, ob das wirklich das Ende des Liedes ist.”

Berger hat zwar noch keinen E-Grand-Prix gesehen, sein Urteil ist aber eher zurückhaltend. “Wenn jemand in ein Auto steigt, um dieses dann wenige Runden später zu wechseln, ist das eine Demo, aber nicht der Rennsport in dem Sinne, wie wir Rennsport verstehen. Aber vielleicht wird das in Zukunft ja alles anders.” Derzeit seien in der Formel E seiner Meinung nach auch die Besucher- und TV-Einschaltzahlen gering bzw. quasi bei null. “Ich bin nicht sicher, ob man die Rechnung ohne den Wirt macht. Der Fan wird am Ende entscheiden, was er sich anschauen will.”

Bezüglich DTM, in der neben Mercedes noch Audi und BMW am Start ist, bleibt Berger deshalb optimistisch. “Ich gehe absolut davon aus, dass es auch nach 2019 eine DTM geben wird.”

(APA)

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