Drogenring im Burgenland ausgehoben

Polizei-Erfolg gegen die Drogenkriminalität im Burgenland.
Polizei-Erfolg gegen die Drogenkriminalität im Burgenland. - © APA (Symbolbild)
Die Bande von insgesamt 21 Personen soll seit Jahresbeginn Drogen im Wert 1,4 Millionen Euro verkauft haben. Elf Verdächtige wurden festgenommen.

Beamte der Suchtmittelgruppe Neusiedl am See haben einen Drogenhändlerring ausgehoben, der von Jahresbeginn bis Herbst 2015 Suchtgift im Straßenverkaufswert von 1,4 Mio. Euro in Umlauf gebracht haben soll. Insgesamt 21 Personen wurden ausgeforscht, elf davon festgenommen, teilten die Ermittler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit.

Die Täter haben laut Exekutive mit unter anderem 104,5 Kilogramm Cannabisblüten, 11,3 Kilogramm Speed sowie 8.300 Stück Ecstasy-Tabletten gedealt. Außerdem konnte ihnen der Anbau von 3.300 Stück Cannabispflanzen, die in einer Indoor-Plantage gezüchtet wurden, nachgewiesen werden, erläuterte Markus Strudler von der Suchtmittelgruppe. Bei insgesamt 14 Hausdurchsuchungen wurden Drogen mit einem Schwarzmarkt von 120.000 Euro sowie diverse verbotene Waffen wie Schlagringe und Messer sichergestellt.

“Beim Haupttäter konnten insgesamt zehn Kilogramm Cannabis sichergestellt werden”, sagte Kriminaldienstreferent Gerhard Braunschmidt. Auch eine Cannabis-Indooranlage mit 121 Stück Cannabispflanzen habe man ausgehoben. Der mutmaßlichen Haupttäter ist 35 Jahre alt und aus dem Bezirk Neunkirchen.

Das sind die Verdächtigen

Bei den Verdächtigen handle es sich um 13 Männer und vier Frauen aus Österreich, einen Deutschen sowie eine Frau aus Tschechien und zwei Männer aus Afghanistan und Brasilien im Alter von 16 bis 35 Jahren. Darunter befindet sich laut Polizei nur ein Berufstätiger. Bei den anderen Personen handle es sich um 13 Arbeitslose, vier Schüler und einen Asylwerber.

Die Ermittlungen der Suchtmittelgruppe starteten im Frühjahr. “Es hat mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben von besorgten Eltern oder auch Jugendlichen, dass bestimmte Personen Suchtgift vertreiben”, berichtete Braunschmidt. Über sogenannte Kleindealer aus dem Bezirk Neusiedl am See sei man auf die Hintermänner gestoßen, die hauptsächlich in Wien ihren Geschäften nachgingen. Verkauft wurden die Drogen zum Teil auf “Technopartys”, in größeren Mengen aber auch in Privatwohnungen.

Doskozil erwartet “beste Kriminalstatistik der letzten zehn Jahre”

Der Suchtmittelbereich ist laut Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil ein “ganz wesentlicher Bereich” – vor allem bei Jugendlichen. In der Gruppe der 17- bis 25-Jährigen seien etwa Drogen im Straßenverkehr ein größeres Thema als Alkohol. Heuer habe man bereits knapp 50 Drogenlenker zu verzeichnen – “fast ausschließlich Jugendliche”.

Laut Doskozil tue es im Hinblick auf die Geschehnisse rund um die Flüchtlingsthematik in den vergangenen Wochen “ganz gut, dass man wieder polizeiliche Dinge in den Vordergrund stellen kann”. Die Entwicklungen rund um den Fremden- und Asylbereich dürften sich positiv auswirken: “Wir werden im heurigen Jahr eine Kriminalstatistik verzeichnen, die höchstwahrscheinlich die beste der letzten zehn Jahre sein wird. Speziell im Eigentumskriminalitätsbereich wird die Situation so sein, dass wir am Ende des Jahres durchaus Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich haben werden.”

Dies könne man auf verschiedene Faktoren zurückführen. “Aber für mich ist ein ganz wesentlicher Faktor diese hohe polizeiliche Präsenz, die im Zuge dieser ganzen Flüchtlings- und Asylthematik vorgeherrscht hat. Das hat sicherlich dazu geführt, dass schon im präventiven Bereich Täter abgeschreckt worden sind, hier ins Burgenland zu kommen. Und das ist für mich ein ganz ein wesentlicher Bereich.”

(APA, Red.)

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