Drei Banden ausgeforscht: 2,5 Millionen Euro Schaden in sechs Bundesländern

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An zahlreichen Tatorten in sechs Bundesländern hatten die Banden zugeschlagen.
An zahlreichen Tatorten in sechs Bundesländern hatten die Banden zugeschlagen. - © LPD NÖ
Die Polizei hat drei Banden das Handwerk gelegt, die bei Einbrüchen und Diebstählen in sechs Bundesländern insgesamt fast 2,5 Millionen Euro Schaden verursacht haben sollen. 50 Verdächtige wurden ausgeforscht und festgenommen.

Ein Großteil davon sitze in Haft, informierte der niederösterreichische Landespolizeidirektor Franz Prucher bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in St. Pölten. Die drei Gruppen sollen für 125 Einbrüche in Häuser, Firmen und Baustellen verantwortlich sein. Tatorte lagen in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, Salzburg, der Steiermark und im Burgenland. Einer slowakischen Bande, deren Mitglieder großteils der Suchtgiftszene in Bratislava angehören sollen, werden außerdem je 13 Pkw- und Motorraddiebstähle angelastet.

Die beiden rumänischen Banden verkauften das Diebesgut – u.a. Baumaschinen, Werkzeug, Laptops und Kameras – nach Polizeiangaben auf Märkten in ihrem Heimatland. Das Geld teilten sie untereinander auf.

Schaden von mehreren Millionen Euro

Diebesgut im Wert von 1,4 Millionen Euro soll eine 29-köpfige Gruppierung bei 52 Einbruchsdiebstählen in NÖ, der Steiermark und im Burgenland erbeutet haben, dazu kommen 200.000 Euro Sachschaden. Die drei Hauptverdächtigen “haben wie Firmenchefs mit Freelancern gearbeitet”, meinte Johann Götz vom Landeskriminalamt Niederösterreich. Die Verdächtigen schickten demnach Einwohner ihres Heimatortes auf Einbruchstour nach Österreich. Die Mittäter erhielten 200 bis 500 Euro. Die drei “Capos” kundschafteten laut Götz die Tatorte aus.

Begonnen hatten die Ermittlungen den Angaben zufolge im Mai 2016 in Bruck an der Leitha, nachdem von einer Straßenbaustelle Maschinen und Werkzeug im Wert von mehr als 50.000 Euro gestohlen worden waren. Durch Telefonnummer-Rückerfassung konnte eine Verbindung zu ähnlichen Taten im Bereich St. Pölten hergestellt werden. Sieben Verdächtige wurden bereits in der Nacht auf 23. Juli im Bezirk Amstetten auf frischer Tat ertappt. An dem Einsatz war auch die Spezialeinheit Cobra beteiligt. Weitere Festnahmen erfolgten u.a. in Wien und Salzburg. Sieben gestohlene Fahrzeuge wurden in Ungarn sichergestellt, teilte die Polizei nach Abschluss der Ermittlungen mit.

Einbrecherbanden dingfest gemacht

18 der 29 Verdächtigen sitzen in Österreich, je zwei in Deutschland und Frankreich in Haft. Die restlichen Beschuldigten befinden sich nach Angaben von Mittwoch in Rumänien oder in anderen europäischen Ländern in Auslieferungshaft.

Aus einer Ortschaft in Rumänien stammen laut Polizei die acht Mitglieder – sieben Männer und eine Frau – einer weiteren Tätergruppe, die seit Anfang 2016 bei Firmeneinbrüchen u.a. Tresore aufgeschnitten und Bargeld sowie Elektrogeräte gestohlen haben soll. Die Tatorte lagen in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark. Mehrere Verdächtige wurden im August 2016 auf frischer Tat ertappt und gefasst, gegen drei in Rumänien aufhältige Komplizen wurden europäische Haftbefehle beantragt. Nach Abschluss der Ermittlungen wurden der Bande 61 Straftaten mit rund 380.000 Euro Schaden zugeordnet, bilanzierte die Polizei am Mittwoch.

Suche nach drei weiteren Verdächtigen

Auf die Spur der dritten Bande kamen die Ermittler durch die Festnahme eines Motorraddiebes in Schwechat (Bezirk Bruck a. d. Leitha). Im Zuge der Einvernahme des Mannes bzw. durch DNA-Abgleich konnten insgesamt 13 Verdächtige ausgeforscht werden, die Kfz- und Diesel-Diebstähle sowie Einbrüche in Niederösterreich und Wien verübt haben sollen. Der Gesamtschaden wurde mit rund 450.000 Euro angegeben. Sechs Männer wurden in Wien inhaftiert, vier Komplizen angezeigt.

Nach drei Verdächtigen wird noch gefahndet, gegen sie bestehen Festnahmeanordnungen, lässt die LPD NÖ wissen.

(APA)

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