Dreckwäsche zieht Bettwanzen an

Bettwanzen halten sich gerne in dreckiger Wäsche auf.
Bettwanzen halten sich gerne in dreckiger Wäsche auf. - © Piotr Naskrecki/CDC/Harvard University/DPA
Bettwanzen können richtig nerven. Ihre Stiche jucken. Kratzt man, droht eine Entzündung. Forscher haben aber einen Tipp, wie sich die Verbreitung der Blutsauger eindämmen lässt.

In Abwesenheit eines menschlichen Wirts zieht auch Dreckwäsche Bettwanzen an. “Dieses Verhalten ermöglicht den Bettwanzen, in den Wäschebeuteln von Reisenden um die Welt zu trampen”, erklärt William Hentley von der Universität Sheffield (Großbritannien). Bettwanzen finden normalerweise den Geruch im Bett schlummernder Menschen verlockend.
Die kleinen, papierdünnen Blutsauger breiten sich zunehmend weltweit aus. “Dies kann zumindest teilweise mit der Zunahme von billigeren internationalen Reisemöglichkeiten erklärt werden”, so Hentley.

Tiere werden vom Geruch dreckiger Wäsche angelockt

Normalerweise leben die nachtaktiven Parasiten in bevorzugten, immer wieder genutzten Verstecken. Dass die Tiere dennoch in Koffer gelangen, konnten Forscher bisher nicht erklären. Nun steht fest: Die Tiere werden vom Geruch dreckiger Wäsche angelockt, wie das Team um Hentley im Fachjournal “Scientific Reports” schreibt. Um zu verhindern, dass sie die Plagegeister verschleppen, sollten Reisende daher Dreckwäsche nicht auf dem Boden liegen lassen.

Experiment mit sauberer und schmuddliger Kleidung

In einem Experiment legten die Wissenschaftler vier Beutel in jeweils zwei identische Räume in denen sie Bettwanzen frei herumlaufen ließen. In zwei der Beuteln befand sich saubere Kleidung, in den anderen zwei Dreckwäsche. Die Forscher konnten die Temperatur und die CO2-Konzentration in den Zimmern regulieren. Eines der Zimmer wurde mit genug CO2 angereichert, um die Anwesenheit eines atmenden Menschen nachzuahmen. Das andere Zimmer blieb “unbewohnt”, also frei von erhöhten CO2-Werten.

Bei niedrigen CO2-Werten – also der simulierten Abwesenheit eines Menschen – krochen die Tierchen doppelt so häufig auf die Beutel mit der Dreckwäsche als auf die Beutel mit sauberer Wäsche. Bei höheren CO2-Werten – also der simulierten Anwesenheit eines Menschen – verstärkten sie die Suche nach einem Blut-Snack sogar noch.

Koffer auf Tisch stellen

Der Geschäftsführer des Deutschen Schädlingsbekämpfungsverbands Andreas Becker stellt beim Bezug eines Hotelzimmers den Koffer möglichst auf einen Tisch mit Metallfüßen ab. Da kommen die Tiere im Zweifelsfall nicht hoch. Das empfehlen auch die Forscher. “Besonders die Dreckwäsche sollte in einer geschlossenen Tüte untergebracht werden”, schreiben sie.

DPA

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