Doppel-Autobombenanschlag in Bagdad

Bei der fast zeitgleichen Explosion zweier Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Montag mindestens 76 Menschen getötet worden. 155 weitere Personen wurden verletzt.

Zwei Selbstmordattentäter zündeten kurz hintereinander zwei Autobomben auf dem Markt in dem Innenstadt-Viertel Bab al-Sharki. Unterdessen lehnte es Präsident George W. Bush einen Tag vor seiner Rede zur Lage der Nation im US-Kongress erneut ab, einen Zeitplan für einen Truppenabzug aus dem Irak festzusetzen.

Ein Sprecher des irakischen Innenministeriums sagte, 155 Zivilisten seien bei dem Doppelanschlag verletzt worden. Da viele von ihnen lebensgefährlich verletzt worden seien, müsse mit einem Anstieg der Opferzahl gerechnet werden. Nach Angaben von Augenzeugen zündeten die Attentäter kurz hintereinander ihre Bomben. In ihren Fahrzeugen hatten sie laut Innenministerium eine tödliche Mischung aus Sprengstoff, Minen und Granaten versteckt. In jedem Auto seien jeweils rund 85 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht worden.

Wenige Stunden vor dem Doppelanschlag wurde in dem überwiegend von Sunniten bewohnten Viertel Chadra im Westen der irakischen Hauptstadt eine Lehrerin erschossen. Die Frau war auf dem Weg zu ihrer Arbeit an einer Mädchenschule, als die unbekannten Angreifer aus einem fahrenden Auto heraus auf sie schossen. Wenig später wurde bei einem Anschlag auf eine Grundschule in Dora im Süden Bagdads eine Mutter getötet, die gerade ihr Kind abholen wollte. Acht Schüler wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Das US-Militärkommando in Falluja teilte mit, in der westirakischen Provinz Anbar seien am Sonntag zwei amerikanische Soldaten von Aufständischen getötet worden. Damit stieg die Zahl der ausländischen Soldaten, die an diesem Wochenende im Irak ums Leben gekommen sind, auf 25. Bei den Toten handelt es sich um 24 Amerikaner und einen Briten.

Die amerikanischen Streitkräfte meldeten unterdessen den Tod zweier weiterer US-Soldaten. Die beiden Marineinfanteristen seien am Sonntag bei zwei Anschlägen in der Unruheprovinz Anbar westlich von Bagdad getötet worden.

Bush schloss indessen nicht aus, dass der US-Einsatz im Irak auch nach dem 20. Jänner 2009, dem offiziellen Ende seiner zweiten Amtszeit, andauern könne. „Das wird ein langer Kampf“, sagte Bush auf die Frage, ob die Probleme im Irak möglicherweise noch seinen Nachfolger beschäftigen könnten. Anders als Bush hatte der US-Oberkommandierende im Irak, General George Casey, in der vergangenen Woche einen Abzug der zur Verstärkung in den Irak beorderten US-Truppen für August oder September in Aussicht gestellt. Bush hatte Anfang Jänner die Aufstockung der im Irak stationierten rund 132.000 US-Soldaten um zusätzliche 21.500 Soldaten angekündigt, die Demokraten, die in beiden Häusern des US-Kongresses die Mehrheit haben, treten dagegen vehement für den Beginn eines schrittweisen Truppenabzugs aus dem Irak ein.

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