Donauinsel-Mord: Polizei hat den mutmaßlichen Täter gefasst

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Mord auf Donauinsel: Mutmaßlicher Täter gefasst Mord auf Donauinsel: Mutmaßlicher Täter gefasst - © APA
Im Zuge eines Streits zweier Gruppen ist im Juli 2011 ein 29-jähriger Mann in der Donaustadt erstochen worden. Jetzt haben Polizisten den 27-jährigen Beschuldigten geschnappt.

Am 10. Juli 2011 kostete ein Streit auf der Wiener Donauinsel einem 29-jährigen Deutschen das Leben. Jetzt ist der Beschuldigte gefasst worden. Tschetschenische Polizisten haben den 27-jährigen Imran S. am vergangenen Mittwoch, den 5. September in seiner Heimat festgenommen.

Das Opfer, ein 29-jähriger Mann, das sich erst seit kurzer Zeit in Österreich aufgehalten hatte, war an einem Sonntagabend im Juli 2011 auf der Donauinsel in einen Streit geraten, der laut Wiener Polizei “wegen Nichtigkeiten” in einer insgesamt siebenköpfigen Männergruppe ausgebrochen war. Der damals 26-jährige Tschetschene soll dem Deutschen ein Messer in den Oberkörper gerammt haben.

Mord auf Donauinsel: Mutmaßlicher Täter gefasst

Passanten hatten am 10. Juli 2011 dann gegen 21.00 Uhr am Treppelweg des Entlastungsgerinnes etwa 500 Meter flussabwärts der Reichsbrücke eine Leiche gefunden und verständigten die Polizei. Die Auseinandersetzung der beiden Gruppen war von Zeugen beobachtet worden. Der mutmaßliche Täter floh.  Jetzt wurde er von Tschetschenischen Polizisten in seiner Heimat gefasst.

Nach über einem Jahr Ermittlungen und Fahndung ist der Beschuldigte im Wiener Donauinsel-Mord gefasst: Polizisten hatten den mutmaßlichen Mörder in Tschetschenien lokalisiert. Die Festnahme erfolgte an seinem Aufenthaltsort, in der Stadt Urus-Martan. Die knapp 50.000 Einwohner zählende Stadt liegt im zentralen Teil des Landes, gut 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Grosny.

Mord auf der Donauinsel

Das spätere Opfer war allein auf der Donauinsel unterwegs gewesen, als es auf eine dreiköpfige Gruppe traf. Der Deutsche, der sich erst einige Wochen in Österreich aufhielt, aß und trank mit ihnen, bis drei weitere Männer auf die Gruppe stießen. Die sieben gerieten in Streit, einer der Kontrahenten rammte dem 29-Jährigen ein Messer in den Oberkörper. Aus Angst liefen alle Beteiligten davon, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Nur einer der Männer, der zuvor mit dem Deutschen gegessen hatte, blieb, bis die Polizei eintraf. Mit dessen Hilfe konnten die anderen aus der Gruppe des Opfers ausgeforscht werden. Einer von ihnen konnte aber nur wenige Angaben zum Tathergang machen, weil er sich laut Polizei auf der Toilette befunden hatte. 

Die Identität des Verdächtigen hatten die Ermittler des Wiener Landeskriminalamts bereits im vergangenen Herbst festgestellt: Zur Ausforschung trugen Zeugen bei, die den Gesuchten auf Fotos wiedererkannten. Die Staatsanwaltschaft Wien erließ eine internationale Festnahmeanordnung. Mit November 2011 übernahmen die Zielfahnder den Fall. Seit Mai 2012 hat die Zielfahndungseinheit laut Hejl gewusst, in welcher Region sich der Gesuchte aufhielt, am vergangenen Mittwoch konnten ihn tschetschenische Polizisten schließlich an seiner Wohnadresse festnehmen.

Das Verfahren um die tödlichen Messerstiche wird nicht in Österreich stattfinden: Die Wiener Staatsanwaltschaft hat es an die russische Generalstaatsanwaltschaft in Moskau abgetreten.

(Red./APA)



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