Die Zahlen des Bösen – die Kriminalitätsstatistik

Die Zahlen des Bösen – die Kriminalitätsstatistik
© APA (Symbolbild)
Die Kriminalitätsstatistik des Innenministeriums ist nichts für schwache Nerven. Mord, Totschlag, Diebstahl, Sachbeschädigung und andere Bösartigkeiten werden in Reih und Glied aufgelistet und geordnet: Die Summe der Schlechtigkeiten in Zahlen gegossen: Fast 200.000 Anzeigen bei der Polizei gab es im letzten Jahr in Wien.

Mehr als 7.000 Anzeigen gab es 2015 wegen Einbruchs in Wohnungen oder Häuser. Das bedeutet: Im Schnitt wird an jedem Tag 20 Mal in Wien eingebrochen. Was verschlechternd dazukommt: In diesem Bereich ist die Aufklärungsquote mit 7,6 Prozent sehr gering. Ähnlich schlecht, sein Hab und Gut wieder zu bekommen stehen die Chancen beim Autodiebstahl. Nur elf Prozent der Autodiebstähle wurden im Vorjahr aufgeklärt. Es ist also noch viel Luft nach oben bei Diebstahl-Prävention und Ermittlung der Täter durch die Cops. Dazu ist aber zu sagen, dass zwar jedes zweite der österreichweit 3.000 gestohlenen Autos in Wien verschwindet. Aber vor zehn Jahren war die Zahl der Autodiebstähle noch drei Mal so hoch heute.

Und: Die Aufklärungsrate der Polizei war in den Jahren zuvor noch geringer. Die Exekutive ist aufgerüstet worden und setzt seit jüngster Zeit auf engere Kooperation mit Kollegen aus dem Ausland und kann dadurch auf mehr Erfolge verweisen. Und die Menschen setzen immer mehr Sicherheitsmaßnahmen gegen Diebstahl und Einbrüche.

Deutlich steigend in der Kriminalitätsstatistik ist der Bereich Cybercrime, also Internetbetrug und ähnliche Delikte in der digitalen Welt. 2015 gab es mit 3.180 Anzeigen um 50 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Tendenz ist steigend, hier hinkt die Aufklärung den ständig neuen Ideen der Täter immer einen Schritt hinterher. In diesem Bereich ist die grenzüberschreitende Kooperation der Exekutiven unbedingt notwendig, schließlich kennt das Internet keine Grenzen. Dazu kommen Phänomene, wie das „Darknet“, in dem man ohne rückverfolgt werden zu können Waffen oder Drogen kaufen kann.

Einziger Trost der digitalen Kriminalität: Das eigene Auto wird wohl niemals im Internet gestohlen.

Text: Gerd Millmann

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