Die Yes-Men – Kritik und Trailer zum Film

Die Yes-Men – Kritik und Trailer zum Film
Die Kommunikationsguerilla-Gruppe The Yes Men wurde mit einer gefälschten Webseite der Welthandelsorganisation (WTO) bekannt. Bei einer anderen Performance präsentierten die Aktivisten, die sich gern als Politik- oder Wirtschaftsvertreter ausgeben, eine absurde Kampagne des Ölriesen Shell über geplante Bohrungen des Konzerns in der Arktis. Seit 15 Jahren bereits provozieren Mike Bonanno und Andy Bichlbaum (es handelt sich dabei um Pseudonyme) als The Yes Men, um etwa die Nachteile der Globalisierung anzuprangern. Die Doku, in der es auch um den Klimawandel geht, ist Teil einer Trilogie – nach “The Yes Men” und “The Yes Men Fix The World”

Wer von politischem Aktivismus spricht, kommt an ihnen schwer vorbei: The Yes Men sind so was wie die Superstars der Protestbewegung. Ihr Ziel ist nicht die öffentliche Versammlung, sondern der mediale Stunt, also pressewirksame Aktionen, die aufrütteln sollen. Der dritte Dokumentarfilm über Mike Bonanno und Andy Bichlbaum, “Die Yes Men – Jetzt wird’s persönlich”, kommt am Freitag ins Kino.

Kurzinhalt und Trailer zu “Die Yes-Men”

Wie der deutsche Zusatztitel schon andeutet, geht es diesmal vor allem um die Geschichte hinter den beiden Künstlern (deren richtige Namen eigentlich Igor Vamos und Jacques Servin lauten und die somit auch ihre private Identität mit Pseudonymen eingetauscht haben): Wie lassen sich Aktivismus und Privatleben vereinbaren? Was treibt einen noch an, wenn so viele Dinge auf der Welt trotzdem schief laufen und sich scheinbar nicht ändern lassen? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit noch, wenn man so viele Jahre aktiv war und sich die jeweiligen Lebensentwürfe nicht mehr wirklich kombinieren lassen?

Diese Fragen werden teilweise beantwortet, ohne dass die Doku aus dem persönlichen Konflikt zwischen Andy und Mike sonderlich große Spannung ziehen würde. Die beiden sind schlicht Freunde, die miteinander arbeiten – dass es hier über die Jahre zu Reibereien kommen kann, ist keine große Überraschung und entspricht wohl dem Lauf der Dinge. Schließlich lassen sie sich aber von der Occupy-Bewegung neu inspirieren, suchen im Schatten der Hurrikan-Verwüstungen an der US-Ostküste das Gespräch miteinander und raufen sich im Dienste der Sache zusammen. Gut so.

Für ein wenig Spannung soll dagegen sorgen, dass die Yes Men erstmals in ihrer Geschichte verklagt werden. Die US-Handelskammer zeigte sich nämlich wenig begeistert darüber, dass sich die beiden Aktivisten auf einer gefälschten Pressekonferenz als Abgeordnete der Kammer ausgaben und einen radikalen Kurswechsel in der Klimapolitik – u.a. die Einführung einer CO2-Steuer – bekannt gaben. Letztendlich wird aber selbst dieser Erzählstrang nur stiefmütterlich behandelt und erst gegen Ende wieder aufgegriffen.

Kritik zu “Die Yes-Men”

Die Funktionsweise und das Echo der medialen Fakes, die sich zumeist gegen die Gier der großen Konzerne richten und zuletzt vor allem um den Klimawandel drehen, wurde in den ersten beiden Dokus über die Yes Men bereits ausführlich gespiegelt. Die Vorbereitungen der einzelnen Stunts und der kreative Prozess werden zwar angedeutet, bleiben aber ebenfalls an der Oberfläche. Und wären die Protagonisten nicht so sympathisch und ihre Anliegen und Aktionen nicht so smart, wäre ein Kinostart wohl nur schwer zu rechtfertigen. So bleibt der von Andy und Mike gemeinsam mit Laura Nix gestaltete Film aber zumindest kurzweilig, wenn auch nicht allzu lange in Erinnerung.

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