Die Wiener Politik kann tödlich sein

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Die Wiener Politik kann tödlich sein
© Bilderbox.com (Symbolbild)
Gastkommentar von Andreas Unterberger: Da hört sich jeder Spaß, jede Geduld auf: Laut dem „Profil“ fehlen in Wien jetzt schon 40 von 75 Notärzten. Das heißt, dass Einsatzfahrzeuge der Rettung oft nicht mehr mit einem Arzt besetzt sind, auch dann wenn es dringend notwendig wäre.

Das heißt aber, dass Menschen regelmäßig sterben, weil ein Rettungsauto nur mit Sanitätern besetzt ist, deren Ausbildung naturgemäß lange nicht so gut ist wie die eines Arztes.Warum es zu diesem Megaskandal gekommen ist? Laut der Gewerkschaft – also einem dem Rathaus nicht gerade fern stehenden Verein, der daher in diesem Thema ziemlich glaubwürdig ist, – liegt die Ursache vor allem daran, dass Wien nicht bereit ist, die Rettungsärzte für ihren schwierigen Dienst ausreichend zu honorieren. Diese Gewerkschaftsaussage dürfte stimmen. Denn es gibt ja europaweit einen wachsenden Ärztemangel.

International herrscht jedenfalls ein großes „Griss“ um Ärzte. Alljährlich gehen 40 Prozent der Medizinabsolventen aus Österreich ins Ausland, weil sie dort besser verdienen können, wo man Gehälter nach Angebot und Nachfrage zahlt und nicht nach irgendeinem bürokratischen Schema.

Das kann den Medizinern nicht persönlich vorgeworfen werden. Das ist aber trotzdem absurd, wenn man sich vor Augen hält, dass das Medizinstudium (nach den Kunstuniversitäten und der Veterinärmedizin) eines der teuersten ist, dass aber die Studenten keinen einzigen Cent dafür zahlen. Das zeigt, wie verkorkst die österreichische Realität ist (in diesem Punkt eindeutig auf Beharren der SPÖ). Es wäre eindeutig gerechter und sinnvoller, wenn (auch) Medizinstudenten einen ordentlichen finanziellen Beitrag zu ihrem Studium leisten müssten – so wie es jetzt schon an den rasch wachsenden Privatuniversitäten der Fall ist –, wenn dann aber im Gegenzug Jungärzte in Österreich so gut bezahlt würden, dass eine ausreichende Anzahl im Lande bliebe.

Diese dringende Notwendigkeit gilt für Wiener Rettungsärzte genauso wie für Spitalsärzte und Ärzte, die einen Kassenvertrag übernehmen sollen. Der Ärztemangel macht sich schon längst überall bereit. Er hat alles Zeug, zum dominanten Thema der nächsten Jahre zu werden, weil nicht rechtzeitig gegengesteuert worden ist.

Für die Wiener Rettung ist, wäre die Stadträtin Wehsely zuständig. Laut „Profil“ verweigert sie aber jede Stellungnahme zu dem Thema. Was zwar infam und feig, aber dennoch nachvollziehbar ist. Denn die Dame ist ja vollauf damit beschäftigt, die lauteste Stimme der Willkommenskultur in der SPÖ zu sein und ständig immer noch mehr Asylwerber ins Land holen zu wollen.

Nicht nur wegen der rapid steigenden Ausgaben für Asylwerber ist dann kein Geld in der Kasse, um Rettungsärzte ausreichend zu entlöhnen. Die Stadt wirft ja auch sonst mit dem Geld nur so um sich:

  • Man denke nur daran, dass die Wiener Rathausbeamten das weitaus (für sie) attraktivste Gehaltsschema von ganz Österreich haben – obwohl die allermeisten von ihnen nicht so unentbehrlich sind wie Rettungsärzte (um nicht zu sagen: überflüssig).
  • Man denke nur daran, dass man in Wien früher als in den anderen Bundesländern in den Ruhestand geht, was natürlich die Pensionszahlungszeit noch einmal teurer macht.
  • Man denke nur daran, dass die Stadt Wien üppigst Parteifestivals wie das Megaspektakel Donauinselfest fördert.
  • Man denke nur daran, dass Wien alljährlich für wenige Wochen den Rathausplatz in einen Eislaufplatz verwandelt, was privatwirtschaftlichen Eislaufplätzen mörderische Konkurrenz auf Steuerzahlerkosten macht.
  • Man denke daran, dass Wien mit großem Vorsprung den Österreichrekord – vermutlich auch den Weltrekord – hält bei der Unzahl von Subventionen, welche die Stadt an überflüssige und/oder ideologisch nahestehende Vereine ausbezahlt (von einem obskuren „Verein zu Förderung der Stadtbenutzung“, hinter dem sich die Grünen verbergen dürften, bis zur „Sammlung Rotes Wien“). Wien erstattet aber bis heute nicht einmal die vorgeschriebenen Meldungen seiner Subventionen an die eigentlich längst beschlossene Transparenzdatenbank.
  • Man denke daran, dass Wien das weitaus meiste Steuergeld zur Bestechung von Medien ausgibt (sieben Mal so viel wie das nächst spendable Bundesland!).

Da müssen es die Wiener halt schon verstehen, dass sie bisweilen sterben, weil in der Rettung auch bei lebensgefährlichen Erkrankungen oder Verletzungen kein Arzt sitzt.

Statt „Freundschaft!“ sollte man sich rund ums Rathaus künftig „Gesundheit!“ wünschen.

PS: Noch viel teurer wird das Wiener Gesundheitswesen in den nächsten Jahren auch noch aus einem anderen Grund: Künftige Krankenpfleger (Krankenschwestern) müssen absurderweise künftig eine Fachhochschule besuchen. Das ist total überflüssig. Das verschafft nur ein paar Oberschwestern (und braven Parteimitgliedern) Lehraufträge oder gar einen Professorentitel. Das wird naturgemäß zu viel höheren Gehaltsansprüchen der akademisch gewordenen Krankenschwestern führen. Und das wird jedenfalls auch den Mangel an Krankenpflegern drastisch erhöhen, weil es jahrelang keine neuen Absolventen geben wird. Aber zugegeben, dieser Unsinn ist auf Bundesebene ausgebrütet worden. Jedoch Proteste von Wehsely und Genossen dagegen hat es absolut keine gegeben.

Der Autor war 14 Jahre Chefredakteur von „Presse“ bzw. „Wiener Zeitung“. Er schreibt unter www.andreas-unterberger.at sein „nicht ganz unpolitisches Tagebuch“, das heute Österreichs meistgelesener Internet-Blog ist.

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