“Die Weiden” für 2018 an der Wiener Staatsoper geplant

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Die Wiener Staatsoper böickt in künftige Saisonen.
Die Wiener Staatsoper böickt in künftige Saisonen. - © APA
“Es ist wieder etwas Wichtiges auf Schiene”, freute sich Staatsopern-Direktor Dominique Meyer. Konkret sind Komponist Johannes Maria Staud und sein Librettist Durs Grünbein gemeint, die Ende 2018 ihre Oper “Die Weiden” in der Staatsoper uraufführen werden.

Geschildert wird vor gesellschaftlichem Hintergrund die Odyssee eines Paares entlang des Donaulaufes.

“Die Weiden” wird die dritte gemeinsame Oper des Tirolers Staud und des Dresdner Dichters Grünbein nach “Berenice” (2004) und “Die Antilope” (2014). Das neue Werk werde epischer und breiter, versicherte der Librettist. In gewissem Sinne wird die Oper ein Roadmovie am Wasser in der Tradition eines “Heart of Darkness” von Joseph Conrad, in dem sich zugleich die aktuelle Lage Europas zwischen Wutbürgern und Abschottung spiegeln soll. “Eskapismus war nicht angesagt”, unterstrich Staud.

“Die Weiden” mit Bezug in die Moderne

Man wolle sich nicht an der Literaturoper des 19. Jahrhunderts orientieren. “Es ist eine Oper, die die Erfahrungen der Moderne mitverdaut”, versicherte der Komponist: “Es ist wie ‘Bilder einer Ausstellung’ auf eine Oper übertragen.” Für ihn als Tonsetzer sei dabei die Zusammenarbeit mit dem Dichter als Kompagnon von essenzieller Bedeutung: “Wir sind immer am Verhandeln.” Diesen diskursiven Prozess benötige er persönlich, gelte für ihn doch: “Ich bin kein Al-Fresco-Komponist. Ich bin ein Ordnungsfanatiker.”

“Sie sind das Pärchen des 21. Jahrhunderts”, stellte Direktor Meyer dabei die beiden Künstler in eine Tradition von Opernpaarungen wie Mozart/Da Ponte oder Strauss/Hofmannsthal. Frappant sei für ihn in diesem Zusammenhang, dass Staud erst 41 Jahre alt sei und doch schon so reichhaltige Erfahrung vorweisen könne: “Er ist so jung: Als er geboren wurde, war ich schon an der Uni.”

2018 Uraufführung an der Wiener Staatsoper

“Die Weiden” wird in der Spielzeit 2018/19 aufgeführt, in welcher die Eröffnung der Wiener Hofoper 150 Jahre zurückliegt. “Ich halte es für wichtig, dass wir in dieser Spielzeit nicht nur rückwärts schauen”, unterstrich Meyer. Seine Vorgabe für das neue Stück war in diesem Zusammenhang ebenso einfach wie kompliziert: “Mein Wunsch ist nur, dass man eine Oper macht, die man später regelmäßig in den Spielplänen findet.”

Zugleich wird das Werk in den kommenden Spielzeiten nicht die einzige Uraufführung bleiben. Bereits vor einem Jahr hatte Meyer angekündigt, dass Olga Neuwirth 2019 “Orlando” als Uraufführung auf die Bühne bringen wird.

(APA)

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