Die sieben besten Filme mit nur einem Schauspieler

Von Christoph Stachowetz
Tom Hardy, einsam und allein in "No Turning Back"
Tom Hardy, einsam und allein in "No Turning Back" - © StudioCanal
“X-Men: Apocalypse”, “The First Avenger: Civil War” oder auch “The Jungle Book”: Gigantische Besetzunglisten, wohin das Auge reicht. Das aber auch Werke mit nur einem einzigen Schauspieler weit mehr sein können als ein gewagtes Experiment von Darstellern oder Regisseuren zeigen diese Filme doch sehr eindrucksvoll.

Bei der einen oder anderen Produktion sind zwar (maximal) eine Handvoll anderer Schauspieler vorhanden, der Fokus liegt dabei jedoch immer auf einer Figur, die dann auch den überwiegenden Teil der Laufzeit zu sehen ist.

Cast Away – Verschollen

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Im Jahr 1994 hat Regisseur Robert Zemeckis mit Schauspieler Tom Hanks einen Film gedreht, der einen gewaltigen Impakt hatte: “Forrest Gump” muss man wohl kaum beschreiben oder vorstellen. Sechs Jahre später fand sich das Duo aber erneut für ein Projekt zusammen, dem nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zugute kam: “Cast Away – Verschollen” konnte mit einer umwerfenden Performance von Hanks in dieser Quasi-Neuauflage von “Robinson Crusoe” immerhin eine Oscar-Nominierung erringen, eine zweite folgte lediglich für die Tonmischung. Getragen von Hanks’ Überlebenskampf und Beziehung zu Volleyball Wilson, vermag der Film auch heute noch zu beeindrucken und vor allem für Tom Hanks selbst ein Wendepunkt in seiner Karriere zu sein, denn über seinen dramatisch-faszinierenden Gewichtsverlust wird heute noch geredet.

No Turning Back

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Ein Mann und sein Auto gegen die Ungerechtigkeit des Schicksals: Tom Hardy zeigte 2013 in “No Turning Back”, dass er einer der ganz großen Talente innerhalb (und auch außerhalb) der Hollywood-Filmindustrie ist. Im ersten zweiten Film von Regisseur Steven Knight wagte man ein Experiment: Hardy wird am Steuer eines Fahrzeugs auf der Fahrt von Birmingham nach London in Szene gesetzt, jede dramaturgische Wendung wird vom Schauspieler getragen, jede Gefühlsregung geht von ihm aus. Die Karriere des im Original titelgebenden Hauptcharaktere Ivan Locke steht in Film ebenso auf dem Spiel wie sein Privatleben, als sich während der Fahrt herausstellt, das eine  Eine schauspielerische Tour de Force eines herausragende Darstellers, die man gesehen haben sollte – vor allem diejenigen, die sich nicht vorstellen können, das ein Film dieser Art doch spannend sein kann.

127 Hours

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“Between a Rock and a Hard Place” ist im englischen Sprachraum eine charmanter klingende Art, ein Dilemma zu beschreiben (weil ja beides hart ist). Aber auch die Autobiografie des Amerikaners Aron Ralston trägt diesen Titel, nicht minder treffend: Bei einem Ausflug im Blue John Canyon in Utah fand er sich wortwörtlich in dieser Situation wieder und vor vollendete Tatsachen gestellt. Entweder mit einem stumpfen Taschenmesser den rechten Unterarm amputieren oder sterben. Wie man eine so unvorstellbare Geschichte auf die Leinwand bannen kann, zeigt der beständig mit großartigen Filmen beeindruckende Regisseur Danny Boyle (“Trainspotting”,”28 Days Later…”, “Steve Jobs”): Eine wilde Mischung aus Drama, Thriller und (in gewisser Weise auch) Horror kitzelt zudem auch die verborgenen Schauspieltalente von James Franco hervor. Zwar ist Franco nicht der einzige Darsteller auf der Besetzungliste (darunter etwa: Lizzy Caplan und Kate Mara) – wer den Film gesehen hat, wird jedoch verstehen, warum er auf dieser Liste nicht fehlen darf.

Buried

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Ryan Reynolds ist jetzt nicht unbedingt für anspruchsvolle Thriller bekannt, wohl eher – wenn man sich seine bisherige Filme ansieht – für Comicbuch-Verfilmungen. Neben seinem jüngsten und wohlverdienten Erfolg als Deadpool (was auch schon das zweite Mal in dieser Rolle wahr nach “X-Men Origins: Wolverine”) hat der Mann ja auch als Hal Jordan in “Green Lantern”, Hannibal King in “Blade: Trinity” sowie untoter Cop Nick in “R.I.P.D.” einiges an Erfahrung auf dem Bereich sammeln können. In “Buried” hat man den Schauspieler aber wohl erstmals als wirklich ernstzunehmenden Darsteller kennengelernt: Darin spielt er nämlich eine LKW-Fahrer im Irak, der nach einem Überfall lebendig in einem Holzsarg begraben wird. Nur mit einem Feuerzeug und einem Handy ausgestattet gilt es nun vor allem für klaustrophobe Zuseher, die schockierende Szenerie zu bewältigen.

Moon

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Duncan Jones ist gerade mit seinem neuesten Werk, der monumental wirkenden Videospielverfilmung “Warcraft: The Beginning” in den Kinos. Interessant erscheint die Tatsache, das der Mann zuvor eigentlich mit kleineren (mehr oder weniger Indie-) Filmen für Furore sorgen konnte: Zum einen mit dem direkten Vorgänger “Source Code”, in dem die tolle Performance von Jake Gyllenhaal einen Thriller in Richtung “Hitchcock meets Groundhog Day” Zuseher begeistern konnte, zum anderen Jones’ Debüt “Moon”, der den Filmemacher aus dem langen Schatten seines berühmten, unlängst verschiedenen Vater David Bowie brachte. Darin zeigt der oftmals auf seinen komische Talent reduzierte Sam Rockwell einmal mehr, das er perfekt den Bogen zwischen Humor und Dramatik spannen kann. Als einsamer Astronaut darf sich Rockwell mit der umgänglichen HAL-9000-Version Gerty herumschlagen, gesprochen übrigens von Kevin Spacey. Technisch gesehen ist Rockwell zwar nicht ganz allein im Film – wer das trippige Sci-Fi-Werk noch nicht gesehen haben sollte, wird hier aber nicht gespoilt.

Gravity

Gravity-Warner

Der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón dürfte spätestens seit dem postapokalyptischen Epos “Children of Men” als Geheimtipp für Freunde eindrucksvoller und vor allem technisch aufwändiger Werke sein. Ganz sieben Jahre nach “Children of Men” überraschte Cuarón mit seinem Sci-Fi-Katastrophenthriller “Gravity”: Nicht nur in Hinsicht auf die Besetzung (Ein Karriereneustart für Hauptdarstellerin Sandra Bullock, eine ungewohnte Mini-Nebenrolle für George Clooney), sondern vor allem eine audiovisuelle Achterbahnfahrt, die man gerade im Kino gesehen haben sollte. Getragen von Bullocks Performance, konnte der Film dann auch eine entsprechende Belohnung in Form von Academy Awards einfahren: Sieben Oscars, darunter der wichtige Regie-Oscar für Cuarón, zeigen, dass der Mann sein Handwerk auch in Sachen Besetzung versteht.

All is Lost

All-is-Lost-Universum-Film

Man kann noch eines draufsetzen wie es scheint: Haben die bisherigen Filme dieser Liste ziemlich gesprächige Einzelgänger als Hauptfiguren, so darf Robert Redford in J.C. Chandors “All is Lost” kaum ein Wort verlieren. Was auch passt, ist doch überraschenderweise die Action rund um den damals 76-Jährigen dominierend. Diesmal ist es ein Mann und sein Schiff gegen die Ungerechtigkeit des Schicksals: Eine Katastrophe nach der anderen beutelt den hier als “Our Man” betitelten Hauptdarsteller, ein vor allem für Nicht-Seefahrer faszinierender Kampf gegen die Natur entbrennt. Eine absolute Meisterleistung seitens Redford und vor allem von Jungregisseur Chandor, der schon nach drei umgesetzten Filmen (Der großartig inszenierte Finanzthriller “Margin Call”, “All is Lost” und unlängst das ungewöhnliche Gangsterdrama “A Most Violent Year”) bewiesen hat, welches Talent ihn ihm steckt.

(Red.)

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