Die Schüler der Madame Anne – Trailer und Kritik zum Film

Die Schüler der Madame Anne – Trailer und Kritik zum Film
Eine Bande aufsässiger, desinteressierter, schwätzender Störefriede. Schulalltag eben, möchte man meinen. Doch die sechste Klasse im Pariser Vorstadt-Lycee Leon Blum ist ärger als alle anderen.

Für normale Lehrkräfte eine Strafkolonie. Für Professorin Anne Gueguen eine Herausforderung, die sie annimmt. Am Ende gewinnen ausgerechnet “Die Schüler der Madame Anne” einen nationalen Wettbewerb.

Die Schüler der Madame Anne – Geschichte

Am Freitag Marie-Castille Mention-Schaa schönes Märchen in die Kinos. Es ist allerdings ein wahres Märchen. Denn der junge, schwarze Muslim Malik, der sich im Verlauf der Handlung nicht nur gegen den Druck sittenstrenger Glaubensbrüder zu Wehr setzen muss, sondern sich auch in eine Klassenkollegin verliebt, wird von einem jungen Mann gespielt, der diese Geschichte selbst erlebt hat: Ahmed Drame hat aus diesem gemeinschaftlichen Erfolgserlebnis ein Drehbuch gemacht und es Regisseurin Mention-Schaa geschickt, deren Film “Meine erste Liebe” ihn beeindruckt hatte. Und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Die Schüler der Madame Anne – Kritik

“Die Schüler der Madame Anne” ist ein engagierter, sympathischer Film, ein Plädoyer darauf, sich nicht unterkriegen zu lassen, sondern an sich zu glauben und seine Chancen zu nützen, sowie eine Ermutigung für alle Lehrer, die ihre Aufgabe trotz aller Widrigkeiten ernst nehmen. Drame spricht noch heute in den höchsten Tönen von seiner damaligen Lehrerin Anne Angles. Im Film wird sie mit der nötigen Mischung aus Freundlichkeit und Strenge von Ariane Ascaride verkörpert. Den jüdischen Holocaustüberlebenden, der in dem “Nationalen Wettbewerb zum Widerstand und zur Deportation”, an dem die Klasse teilnimmt, einen zentralen Auftritt hat (der Originalfilmtitel “Les Heritiers”, die Erben, bezieht sich darauf), spielte der mittlerweile verstorbene Leon Zyguel selbst.

Nicht ohne Gespür erzählt Mention-Schaa von den Konflikten in der Klasse, von Außenseitern und Rädelsführern, aber auch von der Solidarität, die sich einstellt, als schließlich alle bei der Projektarbeit mitmachen. Leider kann der Film kaum je seine pädagogische Intention verleugnen. Doch eines ist freilich klar: Schön wäre es, dieser Schulfilm würde Schule machen.

(APA)

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