Die Natur: eine Katastrophe

Aufräumungsarbeiten am 6. September 2016, nach dem schweren Unwetter mit Murenabgängen in Afritz
Aufräumungsarbeiten am 6. September 2016, nach dem schweren Unwetter mit Murenabgängen in Afritz - © APA (Symbolbild)
Österreich kennt zwar keine Tsunamis, keine Vulkanausbrüche und tödliche Erdbeben, aber das Land bleibt von Umweltkatastrophen bei weitem nicht verschont. Mit Lawinen, Muren, Hagel und Hochwasser zeigt uns Mutter Natur der Grenzen der Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen.

Der Klimawandel macht auch vor Österreich nicht halt. Zwar steigt bei uns das Meer nicht über die Ufer, aber mitunter machen das die Flüsse im Land. Dem „Jahrhunderthochwasser“ aus dem Jahr 2002 folgten weitere Rekordhochwässer in den Jahren 2009, 2010 und 2013. Häuser wurden überflutet, Täler waren von der Außenwelt abgeschnitten und Straßen wurden zerstört. Man versucht die Auswirkungen mit Dammanlagen, Überflutungszonen und Absiedlungen zu begrenzen. Denn Hochwasser benötigt viel Platz und der wiederum ist mit Besiedlung nicht vereinbar.

Wien hat Glück. Das heißt, eigentlich ist es kein Glück, sondern eine weise Entscheidung der Vergangenheit. Die Donauinsel und die Neue Donau bewahren die Stadt vor Überflutungen. Davor waren der Mexikoplatz und Teile des zweiten Bezirks immer wieder unter Donauwasser gestanden.

Ein anderes Naturproblem plagt heuer die Weinbauern. Hagel im Mai hat in vielen Regionen die Trauben völlig zerstört, der Jahrgang 2016 wird zwar gut schmecken, aber nicht viel an Menge hergeben.

Oder das kärntnerische Dorf Afritz. Eine Mure hat dort den gesamten Ortsteil zerstört. Und das gleich zwei Mal innerhalb einer Woche. Solche und ähnliche Meldungen werden in Zukunft zunehmen, sind Meteorologen überzeugt.

Die Menschen haben sich immer schon mit dem Klima arrangieren müssen. Das ist nicht neu. Neu ist, dass wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass bestimmte Naturereignisse nicht zu bändigen sind. Unwetter, Muren, Lawinen und Hochwasser wird es immer geben. Sie werden tendenziell öfter auftreten, meinen Meteorologen und sie werden heftiger ausfallen. Verhindern kann man sie nicht, man kann nur die Schäden begrenzen. Durch Prävention und durch Absicherungen.

Text: Gerd Millmann

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