Die medizinischen Folgen eines schweren Schädelhirntraumas

Schweres Schädelhirntrauma: Steigender Gehirndruck und daraus resultierende Durchblutungsschäden
Schweres Schädelhirntrauma: Steigender Gehirndruck und daraus resultierende Durchblutungsschäden - © SXC (Themenbild)
Nachdem sich das Gehirn in einem starren Behälter befindet, hat es im Fall einer Schädigung keine Ausweichmöglichkeiten wie andere Organe.

Der daraus folgende steigende Hirndruck ist die größte Problematik dieser Verletzungen, so Thomas Czech, stellvertretender Vorstand der Universitätsklinik für Neurochirurgie der MedUni Wien, der im APA-Gespräch die Folgen eines Schädelhirntraumas beschreibt.

Durch den Druckanstieg im Schädel wird die Durchblutung des Gehirns erschwert, sobald ein kritischer Wert überschritten wird. Grundsätzlich ist ein Schädelhirntrauma bereits nach einer Gehirnerschütterung gegeben, von einem “schweren” spricht man dann, wenn das Gehirn durch die Verletzung beeinträchtigt ist.

Wenn der Kopf im Speziellen gegen einen Gegenstand prallt, ist nicht nur ein sogenanntes Kontakttrauma die Folge, sondern auch ein Beschleunigungstrauma, dass durch die plötzliche Abbremsung erfolgt und zu einer Verformung des Gehirns führen kann. Infolge reißen Nervenfasern und -bahnen wie auch Gefäße. “Die direkten Folgen des Unfalls werden ‘Primärschäden’ genannt”, erläuterte Czech, “doch unabhängig davon kommt es danach zuzusätzlich zu ‘Sekundärschäden’ wie etwa Schwellungen.”

Damit kann der Druck auch nach dem Unfall weiter steigen und infolge können weitere Durchblutungsschäden entstehen – der Experte sprach von einer Spirale, die daraus resultieren könne. Neben intensivmedizinischen Maßnahmen, etwa nach Möglichkeit das Entleeren von Blutungen, gibt es intensivmedizinische Maßnahmen wie künstlichen Tiefschlaf, die Kühlung des Organs und die medikamentöse Behandlung, um den Folgen entgegen zu wirken. Eine Prognose nach einer derartigen Verletzung ist selten abschätzbar und nur aus dem weiteren Verlauf heraus möglich. (APA)

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