“Die mächtigsten Städte der Welt”: Wien steigt beim Global Cities Index ab

Wien verliert als Wirtschaftsstandort mit Zukunftspotential an Einfluss.
Wien verliert als Wirtschaftsstandort mit Zukunftspotential an Einfluss. - © pixabay.com (Sujet)
Auch wenn Wien regelmäßig zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wird, so fällt die Bilanz als Wirtschaftsstandort mit Zukunftspotential leider durchwachsen aus. Die Donaumetropole verliert laut Global Cities Index (GCI) an Einfluss.

Die Bilanz als Wirtschaftsstandort mit Zukunftspotential fällt für Wien leider durchwachsen aus. Zu diesem Schluss kommt der Global Cities Index (GCI), eine weltweit durchgeführte Studie der internationalen Unternehmensberatung A.T. Kearney. “Wien liegt mit Platz 20 immer noch gut, hat aber im Vergleich zum Vorjahr einen Platz eingebüßt. Das Problem: Vergleicht man, wie schnell sich die Indikatoren (Humankapital, wirtschaftliche Aktivität und Innovation) entwickeln, dann verschlechtern sich die Ergebnisse massiv. Mit einem schwachen 29. Platz muss Wien aufpassen, dass es den Anschluss nicht verliert”, erläutert Dr. Matthias Witzemann, Leiter Büro Wien bei A.T. Kearney, die Ergebnisse.

Global Cities Index ermittelt die einflussreichsten Metropolen der Welt

“Mit der Global Cities Studie von A.T. Kearney ermitteln wir die mächtigsten Städte der Welt und jene, die das größte Potenzial für die Zukunft haben. Berlin ist in beiden Kategorien Spitze und darf sich daher selbstbewusst in eine Reihe mit New York, London und Paris stellen”, so Dr. Martin Eisenhut, Managing Director von A.T. Kearney für Zentraleuropa. “Investoren und Unternehmenslenker, die wissen wollen, welche Städte heute und in Zukunft Kapital, Ideen und kluge Köpfe anziehen und fruchtbare Investitionsstandorte sind, kommen an Berlin nicht mehr vorbei – doch auch München und Düsseldorf holen auf.”

Der seit 2008 jährlich erstellte Global Cities Index zeichnet zusammen mit dem Global Cities Outlook ein aufschlussreiches Bild der weltweit einflussreichsten Metropolregionen von heute und morgen. Der Index beleuchtet die gegenwärtige Leistung von 128 Städten in den Dimensionen Wirtschaftsaktivitäten, Humankapital, Informationsaustausch, Kulturangebot und politisches Engagement. Der Outlook untersucht zudem seit 2015 das Potenzial dieser Städte, also wie schnell und gut sie in den Dimensionen Lebensqualität, Ökonomie, Innovation und Governance gegenüber den Top Performern aufholen. Die 16 Städte, die im Index als auch im Outlook zu den Top 25 gehören, zählt A.T. Kearney zur globalen Elite.

New York zurück an der Spitze, Paris holt auf

Im Global Cities Index hat New York sich den ersten Platz von London zurückerobert. Jahrelang stand New York an der Spitze des Rankings und wurde im vergangenen Jahr erstmals von London auf den zweiten Platz verwiesen. Nun glänzt New York beim Informationsaustausch und übertrumpft London sowohl beim politischen Engagement als auch bei Wirtschaftsaktivitäten, wo London im vergangenen Jahr schwächelte.

Berlin konnte seine Leistungskraft um zwei Punkte steigern und liegt nun auf dem 14. Platz, was unter anderem darauf zurück zu führen ist, dass die deutsche Hauptstadt es mittlerweile zum weltweit führenden Ort für internationale Messen und Verbandskongressen geschafft hat.

Im Global Cities Outlook ist San Francisco seit nunmehr drei Jahren unangefochtener Spitzenreiter – dank seiner überragenden Innovationskraft, sprich dem hohen Investitionsvolumen und der Vielzahl von Inkubatoren im Silicon Valley. Auf der Überholspur in Richtung Zukunft ist eindeutig Paris. Die Stadt an der Seine hat sich innerhalb nur eines Jahres vom dreizehnten auf den dritten Platz vorgekämpft und ist damit für San Francisco und New York (Platz zwei) eine ernstzunehmende Konkurrenz geworden. Paris stellt nicht nur eine verbesserte Infrastruktur und höhere Direktinvestitionen in Aussicht, sondern auch eine gestärkte Innovationskraft durch mehr Venture- und Private-Equity-Kapital und mehr Inkubatoren. Allerdings, so kommentieren die Studienautoren den rasanten Aufstieg der französischen Metropole, müsse die Startup-Szene von Paris die Berliner Konkurrenz fürchten: Wegen niedrigerer Lebenshaltungskosten in Berlin ziehe die creative class aus London und Paris an die Spree.

Einen großen Sprung im Outlook schaffte auch Düsseldorf (22. Platz) mit einer Verbesserung um acht Ränge. München konnte sich um zwei Plätze steigern und ist somit auf dem neunten Platz unter den weltweiten Top 10 Städten mit dem größten Potential für die Zukunft.

Startup-Ökosystem für Global Cities Index relevant

“Ein zentrales Thema im aktuellen Global Cities Index ist die Entwicklung von Startup-Ökosystemen”, kommentiert Eisenhut die diesjährigen Ergebnisse: “Nähe zu Innovationspartnern, Zugang zu Talenten, günstige Regulierungen vor Ort und eine hochwertige Infrastruktur geben den Ausschlag.” Große Unternehmen prüften laut Eisenhut gründlich die Startup-Szene vor Ort als entscheidenden Indikator, ob sich eine Investition in die Region lohne. Umso wichtiger sei es daher, dass Berlin sich weiterhin für junge, kreative und liberale Menschen offen zeige und in die Vernetzung von Forschung und Wirtschaft investiere.

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