“Die Letzten Jedi”: Star Wars überrascht abseits gewohnter Bahnen

Von Matthias Rauch (VOL.AT)
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Mit “Die Letzten Jedi” (“The Last Jedi”) wird die neue Star-Wars-Trilogie fortgesetzt – und entwickelt nach dem “Eine Neue Hoffnung”-Remake “Das Erwachen der Macht” ein Eigenleben. Ganz ohne Spoiler.

Seit Monaten rätselt die Fan-Gemeinde, welche Antworten Disney und Lucasfilm für die offenen Fragen von “Star Wars VII” finden wird: Wer ist und woher kommt Snoke, Anführer des Imperium-Nachfolgers “Die Erste Ordnung” (First Order)? Wer sind die Eltern von Rey, der auffallend machtbegabten Heldin des Auftakt-Films? Wie wird der Film mit dem überraschenden Tod von Carrie Fisher alias Prinzessin Leia umgehen? Und wird sich der achte Teil der Saga ebenso stark an früheren Teilen orientieren wie es der siebte Teil tat?

Neue Triologie wagt Eigenständigkeit

Zumindest die letzte Frage lässt sich hier klar mit einem “Nein” beantworten. “Das Erwachen der Macht” folgte noch (spätestens beim zweiten Ansehen) auffallend uninspiriert den Spuren des ersten Teils der Originaltriologie, “Die letzten Jedi” wagen nach dem Erfolg der letztjährigen Auskopplung “Rogue One” nun ebenfalls einen eigenen Weg.

Der Trailer zu “Die Letzten Jedi”

Neue Gesichter und Überraschungen

Dies beginnt mit neuen Gesichtern wie Kelly Marie Tran, die erste Figur in vorderster Reihe der Trilogie-Charaktere mit asiatischen Wurzeln, die erstmals als Begleiterin des abtrünnigen Stormtroopers Finn auftaucht.  Sie überzeugt ebenso wie Mark Hamill, der den alternden Luke Skywalker mimt. Außerdem wagt der Film mit seiner Handlung durchaus zu überraschen und gibt wenig auf die Prophezeiungen der Fan-Gemeinde.

Hinter den Kulissen: Jedi-Training

Zu viele Handlungsstränge

Die Schwachpunkte des Films sind trotz der Länge von zweieinhalb Stunden doch bemerkbar. Die Vielzahl an Handlungssträngen von Reys Ausbildung bis zum Verlauf des Krieges zwischen der Ersten Ordnung und dem Widerstand, die Charakterentwicklung von Rey, Finn, Poe Dameron, Ben Solo und endlich mehr von Captain Phasma, überraschende Wendungen – zu viel muss in einem Film erzählt werden, einiges kommt zu kurz.

Star Wars entwickelt sich weiter

Dennoch, die Charaktere zeigen sich vielschichtiger und insgesamt dunkler als in früheren Filmen des Franchise, vielleicht abgesehen von Rogue One. Dies ist ein Universum, in dem nun auch fühlbar die Dunkle Seite der Macht dominiert. Daran ändern auch die sympathischen Porgs und durchaus gut pointierter Humor wenig. Insgesamt wagt der bildgewaltige Film etwas, was es in der Saga seit 1983, wenn nicht seit Star Wars V 1980 so kaum mehr gab: Einen Schritt weg vom Fokus auf die eigenen Wurzeln hin zu neuen, unentdeckten Galaxien mit neuen Geschichten.

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