Die letzte Party deines Lebens – Trailer und Kritik zum Film

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Die letzte Party deines Lebens – Trailer und Kritik zum Film
Wenn bei einer Diagonale-Premiere in Graz das Popcorn und die Tortillachips ausgepackt werden, ist etwas Spezielles im Busch. Die nächtliche Präsentation von “Die letzte Party deines Lebens” am Samstag fällt in diese Kategorie. Der mainstreamaffine Genrehorror von Regisseur Dominik Hartl zielt schließlich ganz auf ein social-media-gestähltes Teeniepublikum.

So war der Diagonale-Auftritt lediglich der Zwischenstopp einer großen Österreichtour, die am Donnerstag mit der Weltpremiere in Linz begonnen hatte und noch bis 24. März durch zahlreiche heimische Städte führen soll. “Wir sind schon seit drei Tagen wach”, so die Zwischenbilanz des 34-jährigen Regisseurs. Aber warum sollte es der Crew anders ergehen als der avisierten Zielgruppe, die man mit kostenlosen Leuchtarmbändern und eingespielter Partymucke von Gigi D’Agostino vor der Projektion aufzupeitschen bemüht war?

Die letzte Party deines Lebens – Die Handlung

Auch mit dem Film selbst versucht man sich ganz auf das Lebensgefühl der aktuellen Maturageneration einzugrooven. “Wir wollten einfach einen Film machen für ein junges Publikum – eine Generation, die ein bisschen vernachlässigt wird vom österreichischen Film”, stellte Producerin Dani Purer klar.

Als Schauplatz hat man sich in teils dreister Produktplatzierung das kroatische Maturaevent X-Jam ausgesucht. Hier wollen Julia (“Siebzehn”-Nachwuchsstar Elisabeth Wabitsch) und ihre Klasse in mediterraner Hitze ihren Schulabschluss feiern. Allerdings verschwindet Julias Freundin Jessie (Antonia Moretti) nach einem Streit spurlos. Und als dann auch noch die blonde Denise (Valerie Huber) alsbald inmitten der laufenden Megaparty ein spektakuläres Ende findet, ist bald klar: Nicht alle Klassenkameraden werden die Insel lebend verlassen.

Anders als bei seinem Trash-Horror “Angriff der Lederhosenzombies”, setzt Dominik Hartl bei “Die letzte Party deines Lebens” ganz auf handelsübliche Genrekonventionen wie das Erwachen aus dem Traum nach einer Schockszene, die Bestrafung von Sexualität und einen Mörder mit Maske. Elf knackige Maturanten werden gemäß dem alten “Und dann gabs keines mehr”-Prinzip von Agatha Christie nach der Reihe dezimiert.

Die letzte Party deines Lebens – Die Kritik

Schauspielerisch kommt bei diesem Reigen der schrägsten Todesarten allerdings so manches hölzern daher (vor allem Hauptdarstellerin Wabitsch müht sich mit einer natürlichen Gestaltung ihres Textes), und viele Stränge der Narration sind einzig auf den Schockmoment anstatt auf eine schlüssige Handlungslogik ausgelegt. Immerhin erhält das Geschehen durch die poppig-wendige Kamera von Thomas W. Kiennast und mittels eingeblendeter Smartphonedisplays einen zeitgemäßen Look. Und nicht zuletzt entfaltet sich schlicht aufgrund der Charaktere samt ihrer Sprachfärbung eine eigene Authentizität für heimische Zuschauer, die bei US-Teeniehorrorstreifen notwendigerweise ausbleibt.

An vergleichbare Vorläufer wie Stefan Ruzowitzkys “Anatomie” oder Andreas Prochaskas “In drei Tagen bist du tot” reicht “Die letzte Party deines Lebens” qualitativ nicht heran. Und doch zeigt der Streifen, dass auch im österreichischen Kino schnell konsumierbares Popcornkino möglich ist.

Und der wahre Horror lauert ja ohnedies abseits der Leinwand, wie sich Kameramann Kiennast an die Arbeit inmitten von Tausenden feiernder Maturanten in Kroatien erinnerte: “Ab 1 Uhr morgens war es eigentlich nicht mehr möglich zu drehen – weil der Alkoholpegel zu hoch war.”

>> Alle Filmstartzeiten zu “Die letzte Party deines Lebens”

(APA)

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