Die Legende vom hässlichen König – Kritk und Trailer zum Film

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Die Legende vom hässlichen König – Kritk und Trailer zum Film
Yilmaz Güney ist Cineasten dank seines Cannes-Gewinners “Yol” 1982 bekannt. Die schier unglaubliche Lebensgeschichte des Regisseurs und kurdischen Revolutionärs ist jedoch den wenigsten geläufig. Dies zeichnet Filmemacher Hüseyin Tabak nun in seinem aufwendigen Werk “Die Legende vom hässlichen König” nach.

Filmemacher Hüseyin Tabak hat sich für “Die Legende vom hässlichen König” nun auf eine komplexe Spurensuche begeben. Ab Freitag im Kino.Der Deutsch-Kurde Tabak hat dabei ein Faible für ungewöhnliche Filmtitel. Nach “Das Pferd auf dem Balkon” und dem Abräumer beim Österreichischen Filmpreis 2014, “Deine Schönheit ist nichts wert”, folgt nun “Die Legende vom hässlichen König”, der sich einem weniger breitenwirksamen Thema als seine vorherigen Arbeiten widmet. “Die Filme von Güney sind die Essenz des Lebens”, warnt Michael Haneke am Beginn des Werks seinen Filmakademie-Schüler Tabak. Diese Thematik sei nicht leicht für die Kinoleinwand umzusetzen.

Die Legende vom hässlichen König: Kurzinhalt zum Film

Und das war sie auch nicht, arbeitete Tabak doch über viele Jahre an seinem Dokumentarprojekt, bekam in der Zwischenzeit zwei Kinder und drehte zwei Spielfilme. Die ursprüngliche Idee, sich ausschließlich dem Filmemacher Güney zu nähern, wuchs sich bald aus auf die gesamte Person, was die Sache nicht einfacher machte. “Man kann ihn nicht greifen. Dazu ist er ein zu vielschichtiger Mensch”, unterstrich Tabak bei der Premiere in Graz.

Am Ende hatte der 36-Jährige 110 Stunden Filmmaterial und dafür eine schier unermessliche Zahl an Zeitzeugen, Ehefrauen, Wegbegleitern und Schauspielern vor die Kamera geholt. Tabak lässt Constantin Costa Gavras und Frankreichs Ex-Kulturminister Jack Lang ebenso zu Wort kommen wie die Familie oder Zellengenossen des Künstlers, der insgesamt 13 Jahre in türkischen Gefängnissen saß und 1981 ins französische Exil floh.

Die Legende vom hässlichen König: Die Kritik

Ausgehend vom überraschenden Sieg in Cannes für “Yol”, dessen Realisierung Güney aus dem Gefängnis heraus dirigierte, unternimmt Tabak eine Reise zu den Anfängen seiner Figur, die von den Anhängern als “hässlicher König” verehrt wird. Er zeichnet das komplexe Bild eines Menschen, der zugleich sanft wie brutal, kämpferisch wie herzlich, ein großer Rhetoriker wie ein Filmstar war.

Der 1984 verstorbene Güney war umjubelter Schauspieler in weit mehr als 100 Filmen, stieg zum Mainstreamstar auf, bevor er sich bewusst hin zu einem sozialkritischen Kino für die Massen bewegte und damit zum Wegbereiter des kurdischen Films wurde. Nach dem Totschlag an einem Richter erfolgte allerdings die Verurteilung zu 19 Jahren Gefängnis. Dort schrieb der Künstler aus seiner Zelle heraus Drehbücher, die dann von Mitarbeitern verfilmt wurden.

“Es war mir wichtig, ihm nicht nur ein Heldendenkmal zu setzen”, umriss Tabak seine Herangehensweise an eine komplexe Persönlichkeit, die filmisch leidlich brav daherkommt. Die unzähligen Interviews sind quergeschnitten mit Filmausschnitten aus Güneys Werk, während Tabak selbst als Rechercheur den Roten Faden darstellt – kein leichter Schritt für den ansonsten hinter der Kamera positionierten Künstler: “Wenn man kein Schauspieler ist, möchte man sich nicht auf der Leinwand sehen oder auch nur seine Stimme hören.”

Dennoch erweist sich diese Entscheidung als stimmig, ist “Die Legende vom hässlichen König” doch letztlich eine sehr persönliche Reise – für den Filmemacher selbst und für die kurdische Gemeinschaft als solches. Und dennoch bleibt die vielschichtige Persönlichkeit eines Yilmaz Güney auch durch noch so viele Schlaglichter aus verschiedenen Richtung stets ein wenig im Schatten.

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(APA)

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