Die kommenden Kino-Blockbuster bis Ende 2016

Von Christoph Stachowetz
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Die mit Michael Fassbender besetzte Videospielverfilmung "Assassin's Creed" zählt auch zu den kommenden Highlights
Die mit Michael Fassbender besetzte Videospielverfilmung "Assassin's Creed" zählt auch zu den kommenden Highlights - © Centfox
Von einer J.K. Rowling-Verfilmung über den neuen Jarmusch bis hin zu Star Wars: Passend zur kalten Jahreszeit sind die heimischen Kinos in den kommenden Wochen und Monaten mit großen Blockbustern wie auch mit feinen Indie-Filmen versorgt.

Hier sind die interessantesten Highlights bis zum Ende des Jahres.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (16.11.)

In der Übersetzung wie auch im Original: Der Titel ist ziemlich umständlich, aber dank der Tatsache, das J. K. Rowling für die Romanvorlage verantwortlich ist, wohl sicher vor allem für “Harry Potter”-Fans verschmerzbar. Als Begleitwerk gedacht, sind die Verbindungen zur ersten “Potter”-Filmreihe zwar eher spärlich gesät (der Film spielt auch 70 Jahre vor dem ersten Hogwarts-Ableger), dank der interessanten Besetzung (u.a. Eddie Redmayne, Colin Farrell, Jon Voight, Johnny Depp) und sicherlich atemberaubenden Mischung aus wortwörtlich zauberhafter Handlung und mitreißenden Effekten ein guter Ausgangspunkt für weitere Erfolge der Fantasy-Reihe.

Paterson (18.11.)

Adam Driver als Busfahrer in einer Kleinstadt, der zugleich Lyriker ist. Klingt ungewöhnlich, macht aber durch den Einsatz von Regisseur Jim Jarmusch gleich viel mehr Sinn. Der enigmatische Indie-Filmemacher ist ja bekannt für seinen unaufgeregten, minimalistischen und atypischen Erzählstil (siehe dazu “Dead Man”, “The Limits of Control”, “Only Lovers Left Alive”). Driver brilliert jedenfalls in seiner Rolle, die im scheinbar auf den Leib geschrieben wurde und Jarmusch selbst liefert erneut ein großartig-meditatives Filmerlebnis ab.

Amerikanisches Idyll (18.11.)

Die Bücher von Philip Roth sind oft genauso kontrovers wie interessant – logisch also, dass sich über die Jahre hinweg eine Vielzahl seiner Romane und Kurzgeschichten als Verfilmungen auf der großen Leinwand wiederfinden (etwa “The Human Stain”, “Elegy”, unlängst auch “Indignation”). Bei “Amerikanisches Idyll” (OT: “American Pastoral”) spielt Ewan McGregor in der Hauptrolle einen erfolgreichen Geschäftsmann, dessen perfekt anmutendes Leben in der Mittelschicht Ende der 60er-Jahre (Stichwort: Vietnam, Rassenunruhen) durch das Treiben seiner politisch aktiven Tochter aus den Fugen gerät. Zugleich gibt McGregor hier übrigens auch sein Regiedebüt.

Deepwater Horizon (25.11.)

Nach belanglosem Action-Nonsens im Superheldengenre mit “Hancock”, Michael Bay-eskem Hirn-Aus-Kino mit “Battleship” und 08/15-Hurra-Patriotismus bei “Lone Survivor” nimmt sich Regisseur Peter Berg nun der größten Öl-Katastrophe der US-Geschichte an. In “Deepwater Horizon” lässt Berg den Zuseher die Explosion der gleichbetitelten Ölplattform im Golf von Mexiko durch die Augen von Mark Wahlberg miterleben. Kritiker konnten dem “Disaster-Movie” einiges abgewinnen, vorschnelles Urteilen also mit Vorsicht.

Arrival (25.11.)

Die Angst ist gebannt: Spätestens nach “Arrival” ist klar, dass der ungemein talentierte Regisseur Denis Villeneuve (“Sicario”, “Enemy”) auch im Sci-Fi-Genre Großartiges zustande bringt und so sicherlich bei der kommenden Fortsetzung “Blade Runner 2049” nur mit positiv besetzten Superlativen seitens Filmkritiker bzw. Zuseher einzudecken sein wird. In “Arrival” lässt er Aliens auf der Erde landen und die Menschheit Wege zur Kommunikation mit ihnen finden. Was sich nach “Close Encounters of the Third Kind” oder “Contact” anhört, wurde von Villeneuve mithilfe einer hervorragenden Besetzung (allen voran Amy Adams), vielen dramaturgischen Feinheiten und intelligenter Story zu einem weiteren Highlight in seinem Oeuvre verwandelt.

Bad Santa 2 (25.11.)

Es gibt klassische Weihnachtsfilme wie “Ist das Leben nicht schön?” und “Schöne Bescherung”, traditionell zur Weihnachtszeit gezeigte Filme wie “Stirb Langsam” oder “Das letzte Einhorn” und dann natürlich auch noch “Bad Santa” mit einem von Billy Bob Thornton perfekt verkörperten sexsüchtigen, alkoholabhängigen Weihnachtsmann. Passend zur besinnlichen Weihnachtszeit kommt die Fortsetzung “Bad Santa 2” in die Kinos, bei der wenig von der Formel des ersten Films verändert wurde – glücklicherweise.

Underworld: Blood Wars (2.12.)

Ein letztes Mal wird sich Kate Beckinsale in hautenges Leder hüllen und mit Pistolen in Händen auf Werwolf und/oder Vampirjagd gehen (vermutlich). Die lang gediente Filmreihe wird mit dem fünften Ableger “Underworld: Blood Wars” verdient zu Grabe getragen (vermutlich), was zusammen mit dem baldigen Ende der vergleichbaren “Resident Evil”-Serie wohl einige Action-Fans sehr betrüben wird (vermutlich). Die Erwartung an ein bombastisches Ende ist groß.

Sully (2.12.)

Chesley „Sully“ Sullenberger mag vielleicht nicht jedem geläufig sein, im Frühjahr 2009 war sein Name jedoch in aller Munde: Mit einer meisterhaften Notwasserung auf dem Hudson River nach Triebwerksproblemen konnte Sully zusammen mit seinem Co-Piloten alle 155 Passagiere des US-Airways-Flug 1549 retten. Niemand geringeres als Clint Eastwood hat sich nun der Materie angenommen und mit Everybody’s Darling Tom Hanks nun den Vorfall auf die Leinwand gebracht.

Rogue One: A Star Wars Story (15.12.)

Man könnte natürlich vermuten, das die Pläne von Disney, jedes Jahr alternierend entweder eine neue “Star Wars”-Fortsetzung oder einen Eintrag in der neuen “Anthology”-Reihe zu veröffentlichen, gleichermaßen ambitioniert wie größenwahnsinnig sind. Allerdings muss man bei den diversen Ausschnitten, die im Zuge der Ankündigung von “Rogue One: A Star Wars Story” zu sehen waren, schon einigermaßen erstaunt sein: Ein talentierter Regisseur mit eigener Vision (Gareth Edwards), eine beeindruckende Besetzung, die keine AAA-Filmstars beinhaltet aber gerade deswegen weit vielversprechender wirkt (u.a. Ben Mendelsohn, Forest Whitaker, Riz Ahmed, Donnie Yen) und eine potentiell interessante Handlung rund um eine Gruppe unterschiedlicher Heldentypen, die ein Himmelfahrtskommando unternehmen – alles unter dem Credo, mehr “Wars” in “Star Wars” zu bringen. Wenn das nicht wirklich vielversprechend wirkt.

Nocturnal Animals (22.12.)

Man nehme Schauspielgrößen wie Amy Adams, Jake Gyllenhaal und Michael Shannon, eine in sich verschachtelte Handlung rund um Verrat und Rache sowie einen talentierten Regisseur, der bereits zuvor erfolgreich mit einer schwierigen Thematik umgegangen ist und fertig ist “Nocturnal Animals” von Tom Ford. Erste Kritiken sehen nun einen sich herauskristallisierenden visuellen und narrativen Stil des Neo-Regisseurs, der zudem überaus wirkungsvoll sein soll (bei seinem Debüt “A Single Man” hat der Mann ja schon überzeugt).

Allied – Vertraute Fremde (22.12.)

Es wurde gemutmaßt, dass die Trennung von “Brangelina”, also das Vorzeigepärchen Hollywoods bestehend aus Brad Pitt und Angelina Jolie, im Zuge von Pitts Dreharbeiten zu Robert Zemeckis’ “Allied – Vertraute Fremde” stattfand. Inwiefern Marion Cotillard auch abseits des Films die Rolle der wortwörtlichen Femme Fatale angenommen hat sei hier jedenfalls dahingestellt. Ob das Weltkriegsdrama rund um Pitts Geheimagenten, der mit Cotillards Widerstandskämpferin anbandelt, das gleiche Schicksal erfahren wird wie “Mr. & Mrs. Smith” bleibt aber abzuwarten.

Assassin’s Creed (27.12.)

Videospiele und Hollywood, keine Erfolgsgeschichte: Seit mehr als 20 Jahren starten beständig Versuche, eine funktionierende Transformation der einen medialen Erscheinungsform in die andere zu vollziehen. Fast unnötig zu erwähnen, dass die Ergebnisse mehr als dürftig sind: Von “Super Mario Bros.” über “Street Fighter”, der “Resident Evil”-Reihe bis hin zu “Warcraft: The Beginning” konnte noch kein Film überzeugen. Spannend also nun der Kinostart von “Assassin’s Creed”, dessen bisherige Trailer überaus gelungen aussehen.

(Red.)

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