30. Juni 2008 09:50; Akt.: 30.09.2011 12:05

Die Flops der EURO 2008

Christiano Ronaldo - kein EM-Superstar Christiano Ronaldo - kein EM-Superstar - © © EPA
Auch Enttäuschungen gab es, allen voran die schwachen Titelverteidiger aus Griechenland und der designierte Superstar Cristiano Ronaldo.

Titelträger: Europameister Griechenland kam mit derselben, extremen Defensivtaktik wie beim Sensationserfolg in Portugal 2004 nach Österreich, diesmal gesellte sich zur unattraktiven Spielweise aber auch Erfolglosigkeit. Als einzige Mannschaft blieb der Titelverteidiger ohne Punkt. Nur knapp besser schnitt der Vize-Weltmeister ab. Frankreich holte einen einzigen Punkt und wies mit 1:6 Toren die schlechteste Tordifferenz auf. Weltmeister Italien stieg gerade noch in das Viertelfinale auf, versuchte sich dort aber vergeblich ins Halbfinale zu “mauern” und schied nach Elfmeterschießen gegen Spanien aus. Auch für Vize-Europameister Portugal kam im Viertelfinale das Aus.

Cristiano Ronaldo: Als designierter Superstar war der Flügelflitzer von Manchester United zur EM gekommen. Für den englischen Meister und Champions-League-Sieger hatte Ronaldo 42 Saisontore erzielt, für Portugal bei der EURO aber nur ein einziges. Nur selten waren seine gefürchteten Flankenläufe zu sehen, bei der Viertelfinal-Niederlage gegen Deutschland wurde er sogar komplett abgemeldet.

Petr Cech: Das überdimensionale Abbild des tschechischen Torhüters mit den acht Armen auf dem Wiener Riesenrad scheint unbezwingbar, in Genf sah die Realität aber ganz anders aus. Der Startorhüter von Chelsea produzierte den größten und folgenschwersten Patzer der EM: Im entscheidenden Gruppenspielen gegen die Türkei ließ er in der 87. Minute eine harmlose Flanke fallen, Nihat nahm des Geschenk an, traf zum 2:2 und zwei Minuten später zum 3:2-Endstand. Dass der griechische Schlussmann Antonis Nikopolidis und der türkische Ersatztorhüter Rüstü Recber ebenfalls patzten, kam dagegen weniger überraschend.

Wetter: Die EM begann verregnet, ehe die Sonne im Turnierverlauf doch noch herauskam. “Wir werden einen Regentanz in unser tägliches Programm aufnehmen, damit es besser wird”, sagte Turnierdirektor Christian Mutschler zum Wetter in der Gruppenphase. Der regnerische Höhepunkt: Die Partie Schweiz – Türkei in Basel, die in der ersten Hälfte zu einer Wasserschlacht ausartete. Nach dem Spiel musste der Rasen komplett ausgetauscht werden. Beid er Halbfinal-Partie Deutschland-Türkei musste die Fanzone in Wien wegen eines heftigen Unwetters in der zweiten Hälfte geräumt werden.

TV-Signal: Erstmals in der EM-Geschichte war der Veranstalter UEFA durch seine Tochter UEFA Media Technology SA auch für das weltweite TV-Signal zuständig – und erlebte während des Halbfinales Deutschland-Türkei eine schwarze Stunde. Ein technisches Problem führte zu einem zweitweisen Totalausfall der Satellitenübertragung. Da die Sender verpflichtet waren, die offiziellen Bilder zu übernehmen, herrschte fast weltweit Mattscheibe. Nur das Schweizer Fernsehen SF1 (wegen einer Glasfaser-Direktverbindung aus dem Stadion in Basel) und der arabische Nachrichtensender Al Jazeera waren davon nicht betroffen. Kritik hagelte es zudem dafür, dass die UEFA-Regisseure Flitzer und bengalische Feuer ausblendete.

Gastgeber-Teams: Die Nationalteams von Österreich und der Schweiz zeigten zwar ansprechenden, aber erfolglosen Fußball. Während die Schweizer bereits nach zwei Gruppenspielen aus dem Rennen waren, holte das ÖFB-Team nur einen Punkt gegen Polen. 30 Jahre nach Cordoba war das “Wunder von Wien” im Entscheidungsspiel gegen Deutschland ausgeblieben. Damit überstand erstmals in der EM-Geschichte kein Gastgeber die Gruppenphase. Angesichts der niedrigen Erwartungen, die im Vorfeld geherrscht hatten, wurde das Auftreten des Teams in Österreich aber großteils positiv bewertet.



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