Die finalen Festivaltage auf der Viennale 2016

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Isabelle Huppert in Paul Verhoevens "Elle"
Isabelle Huppert in Paul Verhoevens "Elle" - © Viennale
Mit spannenden Filmen von und mit begabten bzw. starken Frauen geht die 54. Viennale in die Schlussrunde. Auch viele namhaften Gäste finden sich anlässlich des Filmfestival zu Publikumsgesprächen ein.

Gerade in den letzten Tagen des Festival stehen große Highlights auf und vor der Leinwand an.

Spannenden Frauen im Zentrum der Viennale 2016

Während beim Regisseurinnen-Anteil im Filmprogramm weiter Luft nach oben ist, ist die zweite Festivalhalbzeit erfreulicherweise von Spielfilmen mit spannenden Frauen im Zentrum geprägt. Mehrere Tage ist der Gartenbaukino-Abend fest in weiblicher Hand – von Isabelle Huppert als Geschäftsfrau, die in Paul Verhoevens “Elle” nach einer Vergewaltigung die Opferrolle umkehrt, bis zur Wien-liebenden US-Künstlerin Patti Smith, die an Allerheiligen eine ihrer seltenen intimen Performances gibt.

Dazwischen macht die junge Schauspielerinnen-Generation auf sich aufmerksam. Die dem “Twilight”-Hype längst entwachsene, 26-jährige Kristen Stewart kommuniziert als “Personal Shopper” mit dem verstorbenen Bruder und geht als Anwältin in Kelly Reichardts Episodenfilm “Certain Women” eine Beziehung mit einer Farmarbeiterin ein. Adele Haenel will als Jungärztin Jenny in “La Fille Inconnue” einen Mord aufklären, Virginie Efira hält als widersprüchliche Heldin in “Victoria” gerade so den Kopf über Wasser und Natalie Portman und Lily-Rose Depp geben in “Planetarium” als Schwesternpaar Seancen in den Nachtklubs der 30er. Schauspielneuling Hayley Squires wiederum hinterlässt Eindruck als alleinerziehende Mutter Katie in Ken Loachs aufrüttelndem Sozialdrama “I, Daniel Blake”, das in Cannes die Goldene Palme erhalten hat.

Publikumsgespräche mit Luc Dardenne und Olivier Assayas

Einigen dieser Filme folgt dann auch ein Publikumsgespräch, hat sich doch eine Reihe prominenter Filmschaffender für die finalen Festivaltage angekündigt. Aus Belgien reisen Luc Dardenne (“La Fille Inconnue”) – der jüngere der renommierten Regiebrüder – sowie die derzeit ungemein gut gebuchte Schauspielerin Virginie Efira (“Victoria”, “Elle”) an, aus Frankreich kommen Stammgast Olivier Assayas (“Personal Shopper”) und die aufstrebende Regisseurin Rebecca Zlotowski (“Planetarium”). Und die beiden diesjährigen rumänischen Beiträge aus dem Cannes-Wettbewerb präsentieren Regisseur Cristi Puiu (“Sieranevada”) und Nachwuchsschauspielerin Maria Dragus (“Bacalaureat”).

Ein Wiedersehen gibt es mit US-Regisseur Abel Ferrara, der erst vor zwei Jahren seinen jüngsten Film “Pasolini” bei der Viennale präsentierte. Dieses Mal kommt das Enfant terrible anlässlich der Personale für Christopher Walken, in deren Rahmen die gemeinsamen Arbeiten “The Addiction” und “The King of New York” gezeigt werden. Für beide Vorführungen gibt es noch Karten, während das Patti-Smith-Konzert freilich ebenso ausgebucht ist wie die Galavorstellung des Genreklassikers “They Live” im Stadtkino in Anwesenheit von Gruselmeister John Carpenter am Mittwoch parallel zur Viennale-Abschlussgala. Der 68-Jährige lädt einen Tag nach Festivalende auch in die Stadthalle zur Live-Retrospektive seiner filmischen Sounds.

Starke Auftritt des österreichischen Filmschaffens

Stark präsentiert sich nicht zuletzt das österreichische Filmschaffen. Nach internationalen Festivaleinsätzen feiern etwa Händl Klaus’ schwules Liebesdrama “Kater”, Nikolaus Geyrhalters kontemplative Doku “Homo Sapiens” und Michael Palms Essayfilm “Cinema Futures” Österreichpremiere. Dreht sich letzterer um Gegenwart und Zukunft von Film und Kino in der Ära des Digitalen, hält die deutsche Doku “66 Kinos” von Philipp Hartmann die letzten Spuren der analogen Ära fest.

Seine Liebe zum Kino kann man – wenn man das denn möchte – mit Sitzfleisch unter Beweis stellen: Die Laufzeit von fünfeinhalb Stunden des politischen Familienporträts “Homeland (Iraq Year Zero)” schlägt nur das phantasmagorische Schwarz-Weiß-Werk “Hele Sa Hiwagang Hapis” von Lav Diaz, das auf stolze acht Stunden kommt. Da ist es ratsam, sich dazwischen in der Festivalzentrale in der Alten Post die Beine zu vertreten – etwa bei der Halloween-Party am Montag.

Viennale-Logo-2016

54. Viennale Filmfestival
20. Oktober bis 2. November 2016
Programm auf www.viennale.at

>> Alle Informationen zur Viennale 2016

Viennale-2016-Sujet

(APA/Red.)

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