Deutschland will Autobranche zu Diesel-Nachrüstung zwingen

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Angela Merkel mit VW-Vorstand Matthias Müller
Angela Merkel mit VW-Vorstand Matthias Müller - © APA (AFP)
Die Autobauer sollen einem Magazinbericht zufolge auf Druck der deutschen Bundesregierung Hardware-Umrüstungen für bestimmte Diesel-Pkw anbieten. Darauf hätten sich Experten und Beamte des Bundesverkehrsministeriums verständigt, berichtete der “Spiegel” am Samstag. Die Fachleute hätten in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe nach Lösungen zur Vermeidung von Fahrverboten gesucht.

Ursprünglich hatte die Industrie nur eine Anpassung der Software angeboten. Jetzt sehe die Einigung vor, dass externe Sachverständige Dieselmodelle darauf überprüfen sollten, ob die nachträgliche Ausstattung eines Katalysators mit der sogenannten AdBlue-Technik möglich und finanziell sinnvoll sei. Vom Verkehrsministerium war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Der Bund will dem Bericht zufolge Druck auf die Autobauer ausüben, einen Nachrüstsatz anzubieten. Mehrere Zulieferer hätten ein solches Set bereits entwickelt. Dennoch hätten sich Volkswagen, Daimler und BMW auf dem Dieselgipfel mit der deutschen Bundesregierung Anfang August noch dagegen gewehrt. Auf ähnliche Weise sollten auch ältere Stadtbusse verändert werden. Das Geld für das Sofortprogramm soll dem Blatt zufolge aus einem Fonds kommen, der mit Beteiligung der deutschen Bundesländer und der Autoindustrie auf Bundesebene geschaffen werden soll.

Wer die Nachrüstsets bezahlen soll, ist laut “Spiegel” unklar. Ein Teil könnte auf die Kunden abgewälzt werden, die dafür trotz Fahrverboten in Innenstädte fahren könnten.

(APA/ag.)

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