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Der Weg der Wiener Austria durch die Stadien der Hauptstadt

Vor der "Generali Arena" spielte die Wiener Austria bereits in zahlreichen anderen Stadien.
Vor der "Generali Arena" spielte die Wiener Austria bereits in zahlreichen anderen Stadien. ©APA
Die Wiener Austria hat ab Freitag mit der nunmehr 17.500 Zuschauer fassenden Generali-Arena wieder ein richtiges Zuhause. Seit fast 40 Jahren sind die Violetten nun in Wien-Favoriten beheimatet. Zuvor waren sie jahrzehntelang auf einer Odysee unterwegs und trugen in so ziemlich allen bedeutsamen Fußballstadien im Raum Wien "Heimspiele" aus. Sesshaft waren sie währenddessen nur einmal.

Die rastlosen “Veilchen” hatten nur in der Frühzeit des Fußballs zarte Wurzeln geschlagen. Damals, als sie noch unter dem Namen Wiener Amateure-Sportverein dem Ball hinterherliefen. Von 1914 bis Anfang der 1930er-Jahre waren die Amateure bzw. die Austria, wie der Verein ab November 1926 hieß, in Ober St. Veit im 13. Wiener Gemeindebezirk Hietzing heimisch gewesen. Dann hatte der Club eine Ewigkeit lang keine eigene Spielstätte.

Die Stadien vor Einzug in der “Generali-Arena”

Meisterschafts-“Heimspiele” wurden über die Jahrzehnte auf folgenden Plätzen ausgetragen: Bundesstadion Südstadt, Hohe Warte (Vienna), Pfarrwiese (Hütteldorf/Rapid), Praterstadion (Ernst-Happel-Stadion), Red-Star-Platz Rudolfsheim, Schwechat (Rudolf-Tonn-Stadion), Simmeringer “Had”, Sportclub-Platz, WAC-Platz, Wacker-Platz Meidling, Weststadion (Hanappi-Stadion) und Wiener Neustädter Stadion.

1973 wurde erstmals ein Austria-Heimspiel auf dem “Verbandsplatz” des Wiener Fußballverbandes (WFV) ausgetragen. Einst hatte dieser “Tschechisches-Herz-Platz” geheißen, später wurde das “Franz-Horr-Stadion” daraus, das sich sukzessive zur “Generali-Arena” mauserte.

Porträts jener beiden Stadien, die als echte Heimstätten der Wiener Austria angesehen werden können:

Amateure-Stadion in Ober St. Veit

Dort, wo einst die Kugel rollte, im Straßengeviert Mantlergasse-Premreinergasse-Preindlgasse-Auhofstraße, steht seit vielen Jahrzehnten eine Wohnhausanlage. Am 17. Mai 1914 war an dieser Stelle aber die Eröffnung eines “in herrlicher Umgebung gelegenen Sportplatzes” (“Neue Freie Presse”) ein feierliches Ereignis. Mit der Herrlichkeit war es freilich bald vorbei, fiel der “Amateure-Platz” doch während des Ersten Weltkriegs schnell in einen Dornröschenschlaf, aus dem er so richtig erst Anfang der 1920er-Jahre geweckt wurde. Von Juni 1921 bis Februar 1922 erfolgte der Ausbau zu einem veritablen Stadion, das den Zeitgenossen als wahres Schmuckkästchen erschien.

Die Zuschauerräume waren vorwiegend aus Holz errichtet. Laut “Illustriertem Sportblatt” (ISB) flankierte eine “gewaltige, schon von weitem sichtbare gedeckte Tribüne” eine Längsseite des Platzes, offene Stehtribünen umschlossen die übrigen drei Seiten. Insgesamt belief sich das Fassungsvermögen wohl auf rund 25.000 Leute. In der Literatur ist mitunter auch von 40.000 die Rede, das dürfte aber eher ein historisches Wunschdenken sein.

Das lassen zumindest Berichte vom Wiener Derby Amateure gegen Rapid am 1. März 1925 vermuten, das die Grün-Weißen mit 3:1 gewannen. “Der große Kampf in St. Veit”, titelte das “ISB” und meinte damit weniger das mäßige Spiel als vielmehr den enormen Zuschauerandrang. Um die 50.000 Menschen waren mit dem Automobil, mit der Verbindungs- oder Stadtbahn, mit der “Elektrischen” oder per pedes gekommen.

Irgendwie fanden laut zeitgenössischen Medienreportagen rund 30.000 Einlass, der Rest musste draußen bleiben, wie der Redakteur des “Sport-Tagblattes” notierte: “Die Menschenmassen ergossen sich sogar auf das Spielfeld, standen direkt an den Outlinien und rund um die Tore geschart”. Die “Neue Freie Presse” monierte: “Die Zahl der anwesenden Wachleute war viel zu gering, als daß sie hätten Ordnung schaffen können.” So viel “menschliche Lava” (Sport-Tagblatt) ergoss sich nie mehr wieder nach Hietzing.

Bereits Ende der 1920er-Jahre begann der langsame Abschied aus dem Wiener Westen. Probleme mit den Anrainern und eine notwendig gewordene Sanierung samt Neubau der Tribünen verleideten der Austria das Dasein in Ober St. Veit. Das Gelände war zudem nur gepachtet. Im Dezember 1931 stellte der Eigentümer hohe Mietansprüche, denen der Club nicht nachkam. Wenig später war es mit der Fußball-Herrlichkeit am Rande der Auhofstraße endgültig vorbei. Das Stadion blieb bis 1933 erhalten, jedoch diente es vorwiegend als Spielwiese für Kinder und Arbeitslose. Diese wurden spätestens mit dem Bau der bis heute existierenden Wohnanlage vertrieben.

Franz-Horr-Stadion/Generali-Arena in Wien-Favoriten

An dem Ort, wo heute die neu gestaltete Generali-Arena steht, schlug ab 1922 ein “Tschechisches Herz” (“Ceské Srdce”) für den Fußball. Am 25. Jänner 1918 war ein gleichnamiger Verein gegründet worden, der die Not der tschechischen Kinder und Kriegswitwen lindern sollte. Die Tschechen und Slowaken waren insbesondere im 19. Jahrhundert aus Böhmen und Mähren in die k.u.k. Reichshauptstadt eingewandert. Der “Tschechisches-Herz-Platz” wurde bis August 1925 zu einem Stadion für den S.K. Slovan ausgebaut. Hochtrabende Träume gab es viele, so kursierten Pläne, es einmal auf ein Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern zu erweitern.

Dazu kam es aber nie. Schon das “Illustrierte Sportblatt” (“ISB”) kritisierte, dass “der Zustrom zu dem Favoritener Platze in der Hauptsache auf eine einzige Verkehrsader und lediglich auf die Straßenbahn beschränkt ist.” Daran änderte sich bis zur Verlängerung der U-Bahn-Linie U1 im Jahr 2017 nicht viel. Seither aber ist das Stadion über die Station “Altes Landgut” erreichbar. Während der NS-Zeit waren die tschechische Bevölkerung Wiens und ihre Sportvereine Verfolgungen ausgesetzt, nach 1945 übersiedelte Slovan auf den Red-Star-Platz in Rudolfsheim-Fünfhaus. Auf dem nunmehrigen “ASKÖ-X-Platz” fanden vorwiegend Speedwayrennen statt. In 1960er-Jahren ging die Anlage an den Wiener Fußballverband (WFV).

Ab Anfang der 1970er wollte die Austria in Favoriten heimisch werden. Immerhin hatte sie seit ihrem Auszug aus Ober St. Veit Anfang der 30er-Jahre kein Heimstadion mehr gehabt, sondern ein unstetes Dasein geführt. Zur Diskussion standen der Wienerberg-Platz, der FavAC-Platz und eben der “Tschechisches Herz-Platz”, der damals gerade den Namen “Verbandsplatz” trug. Dieser wurde vor allem vom SP-Nationalratsabgeordneten und WFV-Präsidenten Franz Horr ins Spiel gebracht. Nach seinem Tod erhielt der Platz seinen Namen. 1973 war die Austria mit ihrem Dasein als Untermieter im Wiener Stadion und auf dem Sportclubplatz unzufrieden. Kurzfristig wurde der “Verbandsplatz” adaptiert.

Am 26. August 1973 wohnten dem ersten Heimspiel gegen die Vienna 11.000 Zuschauer bei. Der Charme der Anlage hatte sich seit den 1920ern wenig verändert. Nach der Eröffnung des Weststadions (Hanappi-Stadion) 1977 wurde eine gemeinsame Nutzung der Anlage in Hütteldorf mit Rapid angedacht, die Fans waren aber dagegen. Ab Juni 1978 wurde daher der “Horr-Platz” sukzessive renoviert, so richtig heimisch wurde die Austria aber erst ab August 1982. Mit dem Bau der “Sindelar-Tribüne” verschwand die Holzkonstruktion aus dem Jahr 1923. Mit der Eröffnung der neuen Osttribüne 2008 war der Umbau zu einem Kleinstadion abgeschlossen.

Seither fasste die Arena 11.800 Besucher. Diese verteilten sich auf 9.000 Sitzplätze sowie 2.800 überdachte Stehplätze. Nach dem rund 42 Millionen teuren Ausbau fasst die Arena nun 17.500 Zuschauer bei nationalen Spielen (davon knapp über 4.000 Stehplätze), international werden es 15.000 sein. Weitere sechs Millionen flossen im Rahmen des sogenannten “S.T.A.R.”-Projektes in Trainingsplätze, Akademie und ein regionales Nachwuchszentrum. Eröffnet wird die neue Anlage am Freitag mit einem internationalen Freundschaftsspiel gegen den deutschen Bundesliga-Club und Champions-League-Starter Borussia Dortmund.

(APA/Red)

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