Der Festival-Sommer in Europa 2015: Die Highlights im Überblick

Das sidnd ie Festival-Highlights im Sommer 2015.
Das sidnd ie Festival-Highlights im Sommer 2015. - © EPA/CARMEN JASPERSEN
Im Sommer findet jedes Wochenende ein naderen hochkarätiges Festival in Europa statt. Hier finden Sie die Highlights des Festival-Sommers 2015.

Deutschland im Festival-Fieber

Die Festivalbegeisterung bei unseren nördlichen Nachbarn scheint keine Grenzen zu kennen. Nicht nur Rock am Ring oder im Park, auch Rock unterm Hünstollen oder im Torf stehen da mittlerweile zur Auswahl. Ein wirkliches Alternativprogramm servieren mit einiger Beständigkeit jedenfalls Hurricane (Scheeßel) und Southside (Neuhausen ob Eck). Das stellen die Geschwisterfestivals auch heuer von 19. bis 21. Juni wieder unter Beweis, wenn etwa Placebo, Florence + The Machine oder Marteria am Programm stehen. Bis in die Nachmittagsslots (u.a. Band of Skulls, Metz, East Cameron Folkcore) ist man spannend besetzt.

Wer es hingegen lauter bevorzugt, sollte von 30. Juli bis 1. August nach Wacken zum gleichnamigen Metalfestival pilgern: Von Black’n’Roll bei Kvelertak über Dream Theaters progressive Klänge bis zu den legendären Judas Priest reicht heuer die Auswahl. Ähnlich gelagert zeigt sich von 3. bis 5. Juli das With Full Force (Roitzschjora), allerdings mit deutlichem Fokus auf moderne Metal-Spielarten. Dementsprechend haben sich etwa Parkway Drive, In Flames oder Fear Factory angesagt. Pop in allen Farben und Facetten steht beim Melt! (17. bis 19. Juli, Gräfenhainichen) an: Verspielter Indierock von Alt-J, die heimischen Hype-Verursacher Bilderbuch oder Handgemachtes von Tocotronic – hier werden viele Wünsche erfüllt. Vom 3. bis 5. Juli kommen beim Summerjam vor allem Reagge-Fans auf ihre Kosten.

Diverse Genres in Tschechien und Slowakei

Während beim Masters of Rock (9. bis 12. Juli, Vizovice) mit Hammerfall, Powerwolf oder Nightwish vorwiegend Power- und Symphonic-Metal-Bands den Ton angeben, darf beim United Islands (18. bis 20. Juni, Prag) in ein breites Popspektrum eingetaucht und die lokale Szene kennengelernt werden. Mit East India Youth und Alo Wala gibt es auch internationale Highlights. Komplettiert wird der Genre-Reigen durch das Hip Hop Kemp (20. bis 22. August, Hradec Kralove), wo sich Ghostface Killah, Joey Bada$$ und Jeru The Damaja das Mikrofon in die Hand geben werden.

Ins Schwärmen kann geraten, wer sich das diesjährige Line-up des Pohoda Festivals (9. bis 11. Juli, Trencin) zu Gemüte führt: Große Namen wie Björk, Manu Chao, Einstürzende Neubauten und FFS (Franz Ferdinand & Sparks) gesellen sich hier in ein durchwegs spannendes Kollegenfeld, das mit Ibeyi oder Kate Tempest einige der angesagtesten Newcomer versammelt. Ganz egal ob Punk, Pop oder Avantgarde – hier hat scheinbar alles Platz. Das Topfest (26. bis 28. Juni, Letisko Piestany) kann da zwar nicht mithalten, ist mit Acts wie Arch Enemy, Within Temptation oder Twisted Sister aber auch deutlich anders, weil rockiger ausgerichtet.

Sziget-Festival in Budapest

UNGARN: Als “Island of Freedom” preist sich das Sziget in Budapest: Ab 10. August heißt es dort wieder eine Woche lang gemeinsam feiern und Musik genießen, wenn Robbie Williams, Avicii oder die Kings of Leon für ein sehr abwechslungsreiches Programm sorgen. In bewährter Weise gibt es aber auch Theaterperformances oder Akrobatisches zu erleben. Strandfeeling soll beim Balaton Sound (8. bis 12. Juli, Zamardi) versprüht werden, wo der elektronische Output von Hardwell, Faithless oder Tiesto im Fokus steht. Komplettiert wird das ungarische Festival-Triumvirat vom Volt in Sopron (1. bis 4. Juli): Ganz die Querschnittsmaterie abdecken, werden hier Motörhead, David Guetta und Gitarrist Slash erwartet.

Festivals in Slowenien und Italien

In Slowenien hat sich das Dörfchen Tolmin zum örtlichen Festival-Mekka gemausert: Auch heuer werden dort schneidende Gitarren und hartes Drumming von Behemoth, Unearth oder Saxon bei den Metaldays (20. bis 25. Juli) die Umgebung beschallen. Zumindest dem Namen nach Entspannung verspricht der Punk Rock Holiday (4. bis 7. August) am selben Ort. Allerdings dürften u.a. die Berliner Beatsteaks, Flogging Molly oder Against Me! dafür sorgen, dass zumindest das Training der Nackenmuskulatur dank exzessivem Headbangen nicht zu kurz kommt.

Als nach eigenen Angaben “größtes Volksfest Südtirols” lockt das Alpen Flair von 18. bis 21. Juni mit einer sehr eigenwilligen Mischung nach Natz: Dort erwarten Lederkutten-Anhänger neben grimmigen Sounds von Sabaton oder Helloween auf schlagereske Töne bei Heino oder volkstümliches Liedgut der Kastelruther Spatzen. Über ganz Südtirol verteilt steigen zwischen 26. Juni und 5. Juli die Konzerte des Jazzfestivals Alto Adige. Das Christian Elsässer Jazz Orchestra trifft hier auf das Panzerballett oder Matthew Bourne. Bei Rock im Ring (10 bis 11. Juli, Ritten) wird dem Namen alle Ehre gemacht und dank Refused, Kraftklub oder Terror sehr Zeitgenössisches serviert.

Musikalische Highlights in der Schweiz

Wer beim OpenAir St. Gallen (25. bis 28. Juli) in diesem Jahr vorbeischaut, bekommt einen guten Eindruck davon, was diesen Sommer auf den europäischen Festivalbühnen unterwegs ist: Indie-Rock von Placebo, Tanzbares von den Chemical Brothers oder eine gesunde Portion Härte von Royal Blood – der Musikgenuss wird hier sehr breit gefächert. Wer da Reime und Beats vermisst, der kann von 9. bis 11. Juli beim OpenAir Frauenfeld vorbeischauen: Mit Kendrick Lamar und A$AP Rocky gastieren dort zwei der derzeit angesagtesten US-Rapper, zudem sollen Dauerbrenner wie The Roots oder ASD das Hip-Hop-affine Publikum beglücken.

Und zu guter Letzt komplettiert das Montreux Jazz Festival (3. bis 18. Juli) den festivaltechnischen Rundblick: Wie eh und je gibt es dort einige der spannendsten Künstler zu erleben – von Newcomern wie der Songwriterin Soak oder dem Schwesterntrio The Staves über klingende Namen wie D’Angelo sowie Tony Bennett & Lady Gaga bis Elektronikmeistern wie James Blake oder Jamie xx. Die Jazzflagge halten indes Bugge Wesseltoft, Al Jarreau oder Chick Corea hoch.

Alle Infos zu Festivals in Österreich finden Sie hier.

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