Der Chor – Stimmen des Herzens: Kritik und Trailer zum Film

Der Chor – Stimmen des Herzens: Kritik und Trailer zum Film
Nach dem Unfalltod seiner alleinerziehenden Mutter muss sich der hoch talentierte, aber rebellische Sänger Stet (Garrett Wareing) allein auf einem Elitemusikinternat zurechtfinden. Der strenge Chorleiter Carvelle (Dustin Hoffman) entdeckt erst allmählich die überragende Stimme des Zwölfjährigen, der sich im besten Knabenchor der USA durchsetzen muss.

Der zwölfjährige Stet (Garrett Wareing) lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Seinen Vater Gerard (Josh Lucas) hat er noch nie gesehen. Stet ist rebellisch, unberechenbar, und verfügt über ein herausragendes Gesangstalent, das von seiner engagierten Lehrerin Ms. Steel (Debra Winger) nach Kräften gefördert wird. Als Stets Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt, gelingt es der musikliebenden Pädagogin, ihren Schützling in einem renommierten Musikinternat an die Ostküste unterzubringen.

Inhalt zum Film

Jetzt muss sich der eigensinnige Stet im “National Boychoir” behaupten, dem besten Knabenchor der USA. Dessen Leiter Carvelle (Dustin Hoffman) steht seinem neuen Schüler skeptisch gegenüber, weil dieser sich nicht in die rigide Ordnung des Internats einfügen will. Aber mit der Zeit entdeckt der strenge Chorleiter die engelsgleiche Ausnahmestimme von Stet und fördert ihn nach Kräften.

Motetten statt Maus-Klicks: Natürlich bezieht Girards Film seinen Reiz aus den wunderbaren vielstimmigen Chorgesängen, die im Finale in einer gefeierten Aufführung einer Händel-Messe gipfeln. Da lauscht dann auch Stets Vater der Stimme des Sohns, und es bahnt sich eine rührende Familienzusammenführung an.

Aber daneben erzählt “Boychoir”, so der schlichte Originaltitel, primär eine klassische Coming-of-Age-Geschichte unter den verschärften Konkurrenzbedingungen eines Eliteinternats. Die Chorknaben benehmen sich wie kleine, eitle Popstars, gehen auf Konzertreisen bis nach Japan, geben Autogramme und belauern sich argwöhnisch. Stet liegt sehr bald im Clinch mit dem eitlen Starsänger Devon (Joe West), einem pomadiger Streber, der mit unfairen Mitteln seinen Status verteidigt und sich dann doch mit seinem Rivalen zusammentut. Sie sind ja alle nur Stars auf Zeit, irgendwann kommt fast über Nacht der Stimmbruch, und aus verhätschelten Chorknaben werden wieder ganz normale Teenager.

Kritik zu “Der Chor”

Regisseur Francois Girard lässt seinen gereiften Schauspielern viel Raum zur Entfaltung. Fast alles kreist um den zweifachen Oscarpreisträger Dustin Hoffman als Chorleiter, der hinter seiner unerbittlichen Fassade allmählich den sensiblen Künstler zeigen darf. Für die eher bodenständigen Aspekte des Internatslebens ist Kathy Bates als resolute Schulleiterin zuständig, die den vergeistigten Chorchef immer wieder auf den Boden der finanziellen Tatsachen zurückholen muss. Debra Winger überzeugt als sensibler Talentscout, und natürlich fasziniert vor allem der stark aufspielende Newcomer Garrett Wareing, dessen Verzweiflung und Zorn sich allmählich in Freude und Begeisterung für sein eigenes Talent verwandeln.

(APA/Red)

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